Der Angriff auf eine Schule in Minab 2026 waren Luftangriffe, am 28. Februar 2026, dem ersten Tag des Irankrieges, in der Stadt Minab, Provinz Hormozgan, Iran, stattfand. Dabei wurde die Grundschule für Mädchen Shajareh Tayyebeh (, wörtl. 'gesegneter Baum') durch einen US-amerikanischen BGM-109 Tomahawk-Marschflugkörper zerstört. Das eingestürzte Dach begrub die Schulkinder unter sich. Iranischen Medienberichten zufolge starben 168 Menschen, die meisten davon Schulkinder; etwa 95 Menschen wurden verletzt. Bis zum 5. März 2026 war dieser Angriff der größte mit zivilen Opfern im Konflikt.

Interne Untersuchungen der US-Streitkräfte kamen zum vorläufigen Ergebnis, dass die Vereinigten Staaten höchstwahrscheinlich für den Angriff verantwortlich seien. Der Angriff wurde von der iranischen Regierung, der UNESCO und Menschenrechtsorganisationen sowie Aktivisten wie Human Rights Watch als Verstoß gegen das humanitäre Völkerrecht verurteilt.

Eine am 17. März 2026 durch die Vereinten Nationen eingeleitete Untersuchung kam am 17. September 2026 zu dem Schluss, dass es hinreichend Gründe für die Annahme gebe, dass die USA für den Angriff verantwortlich seien. Der Angriff selbst sei wahllos erfolgt, hatte zivile Todesopfer sowie Schäden an der zivilen Infrastruktur zur Folge und stelle somit ein Kriegsverbrechen nach internationalem Recht dar.

Hintergrund

Minab ist eine Kleinstadt in der Provinz Hormozgan, eine Provinz im Süden Irans mit gut 70.000 Einwohnern. Sie liegt ungefähr 26 Kilometer Luftlinie entfernt von der Straße von Hormus, gleich gegenüber der nördlichen Spitze der Vereinigten Arabischen Emirate und des Oman. In Minab befindet sich die Shajareh-Tayyebeh-Mädchenschule. Ursprünglich war das Gebäude, das in eine reine Mädchengrundschule umgewandelt wurde, Teil eines militärischen Kasernengeländes der Raketeneinheiten der Seestreitkräfte der IRGC. Zum Zeitpunkt der Luftangriffe lag die Schule in unmittelbarer Nähe des Militärkomplexes Sayyid al-Shuhada, zu dem auch das Hauptquartier der Asif-Brigade der Marine der Islamischen Revolutionsgarde (IRGC) gehört. Satellitenbilder zeigen, dass das Schulgebäude 2013 zunächst innerhalb des IRGC-Geländes ummauert, im September 2016 jedoch vollständig abgeriegelt wurde. Die Schule „war seit über zehn Jahren vom Militärkomplex getrennt und eine klar definierte zivile Einrichtung“.

The Guardian stellte fest, dass es keine Hinweise auf eine militärische Nutzung des Geländes gab und dass es sich bei den angrenzenden Gebäuden um eine Klinik und eine Apotheke handelte. Die Klinik war zwischen 2022 und 2023 vom restlichen Gelände abgetrennt. Recherchen des kanadischen Senders CBC ergaben, dass die Schule im Rahmen eines gezielten Luftangriffs auf einen unmittelbar angrenzenden Militärkomplex getroffen wurde. Laut einem CBC-Bericht war das Schulgebäude einst Teil des Stützpunkts der Revolutionsgarden, der angeblich Ziel des Angriffs war. Dem Bürgermeister von Minab zufolge wurde das Schulgebäude auf einem ehemaligen Stützpunkt der Revolutionsgarden errichtet, der vor etwa 10 Jahren geschlossen und dessen gesamtes Militärpersonal damals verlegt wurde. Die Schule war die einzige noch in Betrieb befindliche Einrichtung auf dem Gelände. Opferzahlen Iranische Behörden berichteten von mindestens 168 Toten und etwa 95 Verletzten beim Angriff. Unter den Todesopfern waren laut Justizbehörden 110 Schulkinder (66 Jungen und 54 Mädchen). Laut einem lokalen Beamten befanden sich unter den Toten neben den Kindern auch Eltern der Schüler und Schulpersonal. Die staatliche iranische Studenten-Nachrichtenagentur ISNA meldete, dass der Schulleiter bei dem Angriff getötet wurde. mini|251x251px|Beerdigung der Kinder der Minab-Grundschule für Mädchen, die bei dem Bombenangriff auf die Schule am Samstag, den 28. Februar 2026 ums Leben kamen.

Folgen Massenbestattung Am 3. März 2026 fand im Iran auf einem öffentlichen Platz in Minab eine Massenbestattung für die beim Luftangriff getöteten Kinder statt, an dem Tausende Trauernde teilnahmen. Die Anwesenden hielten Bilder des Angriffs und Parolen, die das, was die Mutter eines Opfers als „Dokument US-amerikanischer Verbrechen“ bezeichnete, verurteilten. Bilder zeigen Bagger, die an einer Massengrabstätte hundert oder mehr Gräber ausheben. Diese füllte sich anschließend mit den Trauernden, die in einer Prozession die Särge der Opfer zum Friedhof brachten.

Desinformation Nach dem Angriff wurden widerlegte Informationen von Telegram-Kanälen verbreitet, dass es sich beim Luftangriff um einen fehlgeschlagenen Abfangversuch der Islamischen Revolutionsgarde gehandelt habe. The New York Times merkte an, dass „eine einzelne fehlgeleitete Rakete nicht so präzise und gezielte Schäden an mehreren Gebäuden auf dem Marinestützpunkt verursacht hätte“. Auf dem sozialen Netzwerk X wurde behauptet, die Islamische Revolutionsgarde habe die Schule versehentlich durch einen Raketenangriff zerstört. Andere Konten auf sozialen Medien behaupteten, das Filmmaterial handele sich angeblich um altes Filmmaterial aus Pakistan oder Afghanistan, was jedoch widerlegt wurde.

Mehrere Medien erwähnten zudem die Veröffentlichung eines Propagandavideos im Kontext auf den Angriff auf die Schule, das dem staatlichen Revayat-e-Fath-Institut zugeschrieben wird und über IRGC-nahe Plattformen verbreitet wurde.

Untersuchungsbericht der UNO Eine unabhängige Untersuchungskommission der Vereinten Nationen (UNO) beschuldigte die USA möglicher Kriegsverbrechen in Iran. Es würde hinreichende Gründe für die Annahme geben, dass die USA für zwei Militärschläge gegen die Schule in Minab und eine Sportstätte im Februar verantwortlich seien. Der Bericht soll dem UN-Menschenrechtsrat in Genf vorgelegt werden. Er untersucht das Vorgehen der USA in dem seit Februar andauernden Irankrieg. Außerdem wurde das Vorgehen der iranischen Regierung bei der blutigen Niederschlagung der landesweiten Unruhen geprüft. Der Angriff auf die Mädchenschule wird in dem Bericht als rücksichtsloser Angriff auf Zivilisten und zivile Infrastruktur bezeichnet. Dass die USA die entsprechenden Informationen in ihren Zieldatenbanken nicht aktualisierten und nicht überprüften, ob es sich bei dem Gebäude um ein militärisches Ziel handelte, ging demnach über bloße Fahrlässigkeit hinaus. In dem Bericht steht zu dem Angriff auf die Schule: „Vielmehr richteten die USA die Angriffe gegen das Schulgebäude, obwohl sie sich des erheblichen Risikos bewusst waren, ein ziviles Objekt zu treffen, und nahmen dabei rücksichtslos in Kauf, dass dies geschehen könnte“.

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Massaker Kategorie:Kriegsverbrechen Kategorie:Beziehungen zwischen dem Iran und den Vereinigten Staaten Kategorie:Geschichte Irans (21. Jahrhundert) Kategorie:Geschichte der Vereinigten Staaten (seit 1988) Kategorie:Irankrieg 2026 Kategorie:Wikipedia:Artikel mit Video Kategorie:Hormozgan