mini|T. L. Brevig, seine Frau Julia und ihre Tochter Dagny Alaska Brevig Tollef Larson Brevig (* 16. August 1857 in Sigdal, Buskerud, Königreich Norwegen; † 14. Oktober 1935 in Van Nuys, Kalifornien), Inupiaq-Name Apaurak, war ein norwegisch-amerikanischer Geistlicher und erster lutherischer Missionar in Alaska.
Biographie Brevig wurde in Norwegen geboren und wanderte 1867 mit seiner Familie nach Minnesota aus. Er besuchte von 1872 bis 1876 das Luther College in Decorah und arbeitete anschließend als Lehrer in Minnesota. 1888 schrieb er sich für ein Theologiestudium am Luther Seminary in St. Paul ein, wo er 1891 erfolgreich das Theologische Examen ablegte. Im selben Jahr wurde er als Pfarrer der Norwegischen Synode ordiniert, heiratete Julia M. Johanson und trat eine erste Pfarrstelle in Crookston an, wo er bis 1894 blieb.
Die US-Regierung plante zu dieser Zeit, in Alaska Rentiere anzusiedeln, um die Nahrungsversorgung der indigenen Völker Alaskas sicherzustellen und diesen eine Möglichkeit zur wirtschaftlichen Betätigung zu bieten. Zur Betreuung dieser Rentierzuchten wurden gezielt immigrierte Samen und Kvenen angeworben, die Erfahrung in der Rentierwirtschaft hatten. Die US-Regierung wandte sich nun auf Bitten der lutherischen Arbeiter an die Norwegische Synode, um einen Lehrer und Pfarrer für sie zu gewinnen. Die Synode entsandte nun 1894 Brevig an die bereits zwei Jahre zuvor gegründete Teller Reindeer Station. Gleichzeitig erhielt er den Auftrag, unter den indigenen Iñupiat missionarisch zu wirken. Zwar hatte es in Sitka bereits unter der russischen Herrschaft eine lutherische Gemeinde gegeben, Brevig war jedoch der erste Missionar, der im Inland und unter den Inuit wirkte. Diese Bemühungen waren zuerst wenig fruchtbar und in den ersten beiden Jahren ließen sich nur je drei Inuit taufen. Nach einem Masernausbruch, der auf der Seward-Halbinsel viele Leben kostete, baute Brevig mit seiner Familie auf eigene Kosten ein Waisenhaus auf. Brevig blieb auch nach der Schließung der Rentier-Station 1900 und der damit verbundenen Abwanderung der Samen in Alaska, wo er sein Wirken nun auf die Inuit konzentrierte. Unterstützt wurde er dabei von zwei Frauen und dem norwegischen Goldgräber und Zimmermann Abraham Haavig. Brevig wurde Teil der Iñupiat-Gemeinschaft und erhielt den Namen Apaurak, Inupiaq für „Vater von allen“.
1903 zog Brevig nach Stanwood in Washington, wo er sich landwirtschaftlich betätigte und weit umher reiste, um Geld für die Mission in Teller zu sammeln. Schon 1905 ging er wieder zurück nach Alaska, wo er erneut drei Jahre verbrachte. Anlässlich des Weihnachtsfestes 1905 wird von neunzig Taufen berichtet. 1908 wurde Brevig nach dem Tod seiner Frau von Pfarrer Ditler Wentzel Tornoe aus Tacoma abgelöst. Zurück in Stanwood wirkte er bis 1912 als Pfarrer der örtlichen Kirchengemeinde, bevor er 1913 ein drittes und letztes Mal – nun gemeinsam mit seiner in Alaska geborenen Tochter Dagny – für drei Jahre nach Alaska zurückkehrte.
Nach seiner Rückkehr aus Alaska wirkte er 1918 als Pfarrer in Bend, bevor er von 1920 ein Jahr lang als Hausmeister des lutherischen Augustana College arbeitete. 1922 zog er erneut in den Pazifischen Nordwesten und betätigte sich bis 1927 als Assistent bei der Lutheran Brotherhood in Bremerton. Seinen Ruhestand verbrachte er bei seinen Töchtern Thelma in San Diego und Leonora in Van Nuys, wo er 1935 auch starb. Er liegt auf dem Oakwood Memorial Park in Chatsworth begraben.
Von seiner Tätigkeit in Alaska hatte Brevig eine Sammlung von über 100 Alltagsgegenständen mitgebracht, die heute Teil der ethnographischen Sammlung des Luther College ist. Das Dorf, das sich um Brevigs Missionsstation herum gebildet hatte, wurde 1963 inkorporiert und gab sich zu seinen Ehren den Namen Brevig Mission. Auch die lutherische Kirche des Ortes heißt nach ihm Brevig Memorial Church.
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