mini|Logo mini|Satellitenbild der Fabrik mini|Explosion vom 22. Oktober 2025, gefilmt von einer Überwachungskamera Sawod Plastmass ( (ЗП), Fabrik Plastmass) ist ein russischer Munitionshersteller in Kopeisk.

Geschichte

Mitte der 1930er Jahre verabschiedete der Rat der Volkskommissare der Sowjetunion eine Entscheidung zur Schaffung des Munitionswerks Werk Nr. 114 in Kopeisk. Der Baubeginn war am 1. Oktober 1937. Es wurden nicht nur Werkstätten gebaut, sondern auch Wohngebäude und soziale Einrichtungen errichtet; auch die Infrastruktur von Kopeisk wurde verbessert. Am 15. Mai 1939 wurde der erste Direktor der Fabrik ernannt; dieses Datum gilt als Gründungsdatum der Fabrik. Der Start der Produktion verzögerte sich, die Anlage stellte erst am 12. Februar 1941 die ersten Granaten her.

Nach dem Ausbruch des Deutsch-Sowjetischen Krieges im Juni 1941 nahm das Werk Nr. 114 evakuiertes Personal und Ausrüstung anderer Fabriken auf. Im August/September 1941 kamen Eisenbahnzüge mit Ausrüstung und Personal des Werks Nr. 55 in Pawlohrad (387 Personen) und des Werkes Nr. 113 aus Selzo (467 Mitarbeiter) an.Plastmass feiert 80 Jahre, kr-gazeta.ru, 8. Mai 2019 Neue Produktionsanlagen wurden in Betrieb genommen, die Produktionsfläche erweitert. 1941 beschäftigte das Werk noch 200 Mitarbeiter, im Mai 1945 waren es etwa 4000. Am Ende des Krieges wurden über 60 Munitionsarten produziert; hauptsächlich Großkalibergranaten, aber auch z. B. FAB-500-Fliegerbomben.

In den Nachkriegsjahren begann die Fabrik, vermehrt zivile Produkte wie Federmäppchen, Schuhcreme, Lichtschalter, Knöpfe, Dominospiele, Plastikbecher, Ammonit-Sprengstoffpatronen für Sprengungen im Bergbau und Windsichtmaschinen zur Getreidereinigung herzustellen. Anfang der 50er wurde die zivile Produktion jedoch eingeschränkt und die Produktion von Granaten und ungelenkten Raketen wieder forciert.Sergej Tichonow: Anlage Nr. 114 NKB, oboron-prom.ru

Um 1960 ging die Produktion von Rüstungsgütern zurück und die der Möbel- und Waschmaschinenproduktion begann. Ab 1959 wurden Waschmaschinen des Modells „Sarja“ (Заря) gebaut. 1963 erfolgte die Umbenennung der Fabrik in „Plastmass“. Mitte der 1960er Jahre wurden Großkalibergranaten, Panzerabwehrminen TM-62, Wasserbomben RGB-12, RGB-25, RGB-60 und die ungelenkten Raketen MD-24F produziert.

Ab den 1970ern wurde die Waschmaschine „Tschaika“ (Чайка) in verschiedenen Versionen gebaut. 1974 erreichte die Zahl der Arbeitnehmer 6000 Personen. Die Anlagen zur Munitionsherstellung wurden immer wieder modernisiert.Plastmass, "chel-portal.ru", Portal der Oblast TscheljabinskHistory, zavod-plastmass.ru

Mit dem Zerfall der Sowjetunion gab es in den 90er Jahren einen starken Rückgang bei den militärischen Produkten, was sich auch im Abbau von Arbeitsplätzen spiegelte. Um den Abbau etwas abzufangen, wurde die Entsorgung von Munition mit abgelaufener Lagerzeit als Dienstleistung geschaffen. 1992 begann Plastmass mit der Produktion von Hohlladungen für Perforation von Bohrrohren. Noch 1993 wurde die neue Waschmaschine „Tschaika-M“ eingeführt. Im diesem Zeitraum produzierte man auch vermehrt zivile Produkte wie Piezo-Feuerzeuge, Kunststoffgeschirr, Bestecksets und Hocker. Die Zahl der Beschäftigten sank 2008 auf ca. 1700 Personen.

Zwischen 2008 und 2011'Zavod Plastmass' back on track after the incident , Rostec, 12. September 2012 (Quellen variieren) wurde Plastmass über die Holdings Tecmasch und Technodinamika an den Staatskonzern Rostec angebunden.OJSC Machine Engineering TechnologiesZAVOD PLASTMASS JSC, war-sanctions.gur.gov.ua 2012 waren 1550 Mitarbeiter bei Plastmass beschäftigt. Es folgte eine Modernisierung der Fertigungsanlagen.

Die aktuelle Produktpalette umfasst mittlere und schwere Artilleriegranaten für Schiffs- und Artilleriegeschütze, Panzermunition, Gefechtsköpfe für Raketen, ungelenkte Flugzeugraketen (vor allem S-8) und verschiedene Sprengstoffe inklusive industrieller Sprengstoffe. Weiter wird die Entsorgung nicht mehr brauchbarer Munition angeboten.JSC Zavod "Plastmass" GlobalSecurity.orgOre to Ordnance: Disrupting Russia's Artillery Supply Chains, Royal United Services Institute, Open Source Centre, 10. Oktober 2024, S. 37–42 Als ziviles Produkt werden Nanodiamanten produziert.Nanodiamanten, zavod-plastmass.ru

Im Russisch-Ukrainischen Krieg beliefert Plastmass die russischen Streitkräfte und wird deswegen von verschiedenen Staaten mit Sanktionen belegt.Joint Stock Company Plastmass Plant, opensanctions.org

Am 22. Oktober 2025 ereignete sich im Werk eine Explosion, bei der 23 Mitarbeiter das Leben verloren. Es war kein ukrainischer Luftangriff; ermittelt wird wegen Verletzung von Sicherheitsrichtlinien.Lucy Papachristou: Death toll nearly doubles in explosion at Russian military plant last week, Reuters, 29. Oktober 2025Korbinian Leo Kramer: Explosion in Russian Military Ammunition Factory Kills 10, Injures 18, Kyiv Post, 23. Oktober 2025Evgenia Belkova: Die Zahl der Todesopfer bei der Explosion in der Anlage in Kopeysk erreichte 23 Menschen, Forbes, 29. Oktober 2025

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Einzelnachweise

Kategorie:Rüstungshersteller (Russland) Kategorie:Munitionshersteller Kategorie:Unternehmensgründung 1939 Kategorie:Unternehmen (Oblast Tscheljabinsk)