mini|Bentvueghels in einer Osteria – Die Bentvueghels und ihre Ode an Venus und Bacchus (um 1626). Museo di Roma im Palazzo Braschi Roeland van Laer (* 1598 in Haarlem; † 1635 in Genua) war ein niederländischer Maler des Goldenen Zeitalters. Er gehörte zu den sogenannten Bentvueghels.

Leben Roeland van Laer entstammte einer wohlhabenden Familie aus Haarlem. Seine Eltern, Jacob Claesz Boddingh aus Haarlem und Magdalena Heyns aus Antwerpen, betrieben in Haarlem eine Privatschule. Sein jüngerer Bruder Pieter van Laer wurde ebenfalls Maler und erlangte als Begründer der Bamboccianti-Schule weit größeren Ruhm. Ein weiterer Bruder, Nicolaes Boddingh, schlug eine akademische Laufbahn als Schulmeister und Pfarrer ein.

Roeland begleitete seinen Bruder Pieter auf dessen Reise nach Italien. Laut dem Haarlemer Chronisten Theodorus Schrevelius, dessen Überlieferungen der niederländische Kunstbiograf Arnold Houbraken weitergab, reisten beide Brüder gemeinsam nach Italien, wo Roeland in Genua ums Leben kam. Laut Schrevelius kam er bei einem Unfall mit seinem Maultier von einer Brücke über eine Schlucht tödlich zu Fall. Pieter kehrte daraufhin allein nach Haarlem zurück. Als mögliche frühere Station gilt Rom, wo ein Maler namens Orlando Fiamingo im Jahr 1626 nachweisbar ist. Die Forschung bringt ihn mit Roeland van Laer in Verbindung. Auch das Alias Orlando van Laer ist für ihn in der Überlieferung belegt.

Werk Roeland van Laer ist als Maler und Radierer bekannt, wenngleich nur ein kleiner Teil seines Œuvres erhalten ist. Auf Schloss Hollenburg bei Krems befindet sich eine ihm zugeschriebene Marine, die ein Schiff in einem Seesturm zeigt. In der Albertina in Wien wird eine Radierung aufbewahrt, die den Tobias darstellt und die Bezeichnung „R. v. Laar“ in Tinte trägt. Diese Werke belegen sein Interesse an maritimen Themen sowie an biblischen Motiven. Da sich unter den Besitzgegenständen des Haarlemer Malers Frederik Vroom, der 1667 starb, eine Darstellung eines großen Pferdes aus der Hand Roelands befand, ist davon auszugehen, dass Roeland auch Tier- und Landschaftsdarstellungen schuf. Roeland van Laer ist stilistisch der niederländischen Landschafts- und Marinemalerei des frühen 17. Jahrhunderts zuzuordnen. Sein Werk steht im Schatten seines bekannteren Bruders Pieter, der die Bamboccianti-Bewegung in Rom entscheidend prägte.

Literatur

Abraham Bredius (Hrsg.), Bredius-bundel. Opstellen over kunstgeschiedenis en oudheidkunde aangeboden aan Dr. A. Bredius, Martinus Nijhoff, Den Haag 1915. Arnold Houbraken, De groote schouburgh der Nederlantsche konstschilders en schilderessen, Band II, Den Haag 1753. Jean-Baptiste Descamps, La vie des peintres flamands, allemands et hollandois, Band II, Paris 1754. Österreichische Kunsttopographie, Band I, K. K. Zentral-Kommission für Denkmalpflege, Wien 1907. Theodorus Schrevelius, Harlemum sive urbis Harlemensis incunabula, incrementa, fortuna varia, Samuel Matthaeus, Leiden 1647.

Liesbeth M. Helmus: De Bentvueghels. Een berucht kunstgenootschap in Rome 1620–1720. Uitgeverij Unieboek/Het Spectrum, Amsterdam 2023.

Allgemeines Künstlerlexikon Online / Artists of the World Online, De Gruyter, 2009.

Weblinks

RKD. Roeland van Laer The Leiden Collection

Einzelnachweise

Kategorie:Maler (Niederlande) Kategorie:Niederländer Kategorie:Geboren 1598 Kategorie:Gestorben 1635 Kategorie:Mann