mini|Katholische Kirche St. Franziskus in Greven-Reckenfeld St. Franziskus in der Bauerschaft Reckenfeld im nordrhein-westfälischen Kreis Steinfurt ist eine römisch-katholische Filialkirche der Pfarrei St. Martinus (Greven). Sie steht unter dem Patrozinium vom heiligen Franz von Assisi und gehört zum Kreisdekanat Steinfurt im Bistum Münster. Das Gotteshaus ist eine zweischiffige Staffelhalle mit einem breiten Fassadenturm und hat 270 Sitzplätze.
Geschichte Nach dem Ersten Weltkrieg wurden in den Jahren 1924 bis 1927 in der Region Reckenfeld westlich der Eisenbahnstrecke Münster-Rheine zahlreiche Textilarbeiter aus Emsdetten und Greven sowie Kriegsbeschädigte aus dem Ruhrgebiet und Deutsche aus der ehemaligen Provinz Posen angesiedelt. Weil der Fußweg zur nächstgelegenen Pfarrei in Greven sehr weit und im Winter viel zu beschwerlich war, fand der Gottesdienst 1925 in einer Baracke und ab 1926 in einer Notkirche in der ehemaligen Feuerwache statt.
In Reckenfeld entstand 1936 nach den Plänen des Architekten Theo Burlage (Osnabrück) die St.-Franziskus-Kirche mit einem großen Fassadenturm im Westen. Der eingezogene Chor im Südosten endet mit einem geraden Abschluss. Nach dem Konzept von W. Cornelis (Greven) kam eine 1974 aus Ziegelmauerwerk gebaute Sakristei im Osten hinzu. Alle Gebäudeteile besitzen ein Satteldach mit Naturschieferdeckung. Das Gotteshaus mit Wänden aus weißem Rauputz ist eine zweischiffige Staffelhalle als Sonderform einer Hallenkirche. Zu den Gebäuden der Gemeinde gehören das Pfarrhaus von 1936, das Altenwohnheim Haus Marienfried von 1954, der Kindergarten von 1970 sowie das Pfarrheim von 1976.
St. Franziskus wurde 1929 ein Filialbezirk von St. Martinus (Greven) und 1939 ein eigenständiges Pfarrrektorat. Nach der Abtrennung von der Mutterkirche entstand daraus 1956 eine selbstständige Pfarrei.
Am 19. August 2007 erfolgte die Zusammenlegung von St. Franziskus (Reckenfeld) und St. Josef (Greven) zur neuen Pfarrei St. Lukas (Greven), die am 11. November 2012 mit St. Martinus (Greven) vereinigt wurde. Seitdem ist St. Franziskus nur noch eine Filialkirche von St. Martinus in Greven.
Am 31. Dezember 2004 fusionierten St. Wendelin (Bockholt), St. Martinus (Greven) und Zu den Heiligen Schutzengeln (Schmedehausen) zur großen Kirchengemeinde St. Martinus in Greven. Am 1. Januar 2024 schlossen sich die Pfarreien St. Pankratius (Emsdetten), St. Georg (Saerbeck), St. Martinus (Greven) und St. Johannes Baptist (Gimbte) zusammen zum Katholischen Kirchenverband „Pastoraler Raum Emsdetten-Greven-Saerbeck“.
Glocken Im breiten Fassadenturm von St. Franziskus hängen die folgenden vier Kirchenglocken aus Stahl:
Glocke 1: Schlagton: g1; Ø 119 cm; Gießerei: Bochumer Verein (Bochum); Gussjahr: 1948 Glocke 2: Schlagton: b1; Ø 100 cm; Gießerei: Bochumer Verein (Bochum); Gussjahr: 1948 Glocke 3: Schlagton: c2; Ø 89 cm; Gießerei: Bochumer Verein (Bochum); Gussjahr: 1948 Glocke 4: Schlagton: es2 Ø 79 cm; Gießerei: Bochumer Verein (Bochum); Gussjahr: 1948.
Orgel Die Firma Friedrich Fleiter (Münster) baute 1981 für St. Franziskus eine Pfeifenorgel mit 16 Registern. Die Spieltraktur ist mechanisch und die Registertraktur elektrisch.
Literatur Ulrich Menkhaus (Red.): Das Bistum Münster. Bd. 3: Die Pfarrgemeinden. Hrsg.: Werner Thissen. Regensberg, Münster 1993, ISBN 3-7923-0646-8. Hans J. Lechtreck: KirchenSchätze Tour: Ein Reiseführer zu ausgewählten Kirchen im Bistum Münster. Aschendorff, Münster 2006, ISBN 3-402-00413-5. Margarete Luise Goecke-Seischab, Jörg Ohlemacher: Kirchen erkunden, Kirchen erschließen. Ein Handbuch. Anaconda, Köln 2010, ISBN 978-3-86647-457-4.
Weblinks
Website von St. Franziskus (Reckenfeld) Website vom Kreisdekanat Steinfurt
Einzelnachweise
Kategorie:Erbaut 1936 Reckenfeld Reckenfeld Reckenfeld Reckenfeld Reckenfeld Reckenfeld Kategorie:Bauwerk in Greven