mini|Friedrich Wilhelm Schwartzkopf Friedrich Wilhelm Schwartzkopf (* 19. April 1839 in Lübeck; † 2. August 1906 in Lübeck) war ein lübeckischer Zimmermeister, Architekt und Mitglied der Bürgerschaft.

Leben Laufbahn Schwartzkopf besuchte die Großheimsche Realschule und erlernte dann das Zimmerhandwerk. Seine Wanderjahre führten ihn zu den sächsischen Baugewerkschulen in Chemnitz und Dresden in Süddeutschland und Wien. Er ließ sich bereits zu Beginn der 1860er Jahre als Architekt und Zimmermeister in seiner Vaterstadt nieder. Schnell gelang es ihm, sein Geschäft mit Gewissenhaftigkeit und unbedingter Zuverlässigkeit in hohes Ansehen zu bringen.

Schon bald war Schwartzkopf ein Mitglied der Gewerbegesellschaft und Obermeister der Zimmererinnung. Für seine dortigen Verdienste verlieh die Innung ihm am 1. März 1898 ihre Ehrenmitgliedschaft. Er nahm die Gründung des Technischen Vereins, des späteren Architekten- und Ingenieurvereins, in die Hand. Mehrfach bekleidete er dort den Posten des zweiten Vorsitzenden.

Auch die Innungsgründung Bauhütte war vorwiegend Schwartzkopfs Werk gewesen. Er führte sie bei den Lohnkämfen mit den Arbeitnehmern. Der Zusammenschluss der Arbeitgeber zu einem Arbeitgeberverband wurde von ihm gefördert. In der Gewerbekammer wurden von ihm nicht nur die Interessen seines, sondern auch aller anderen Gewerbe geführt. In ihr fungierte er wiederholt als stellvertretender Vorsitzender. Zu seinem Rücktritt vom Amt des Obermeisters verlieh die Innung ihm in Anerkennung seiner segensreichen Wirksamkeit für das lübeckische Baugewerbe den Titel eines Ehrenobermeisters.

Bei seinen Berufsgenossen, von denen sich viele in einer schwierigen Lage Befindliche Rat und Belehrung holten, genoss Schwartzkopf ein hohes Ansehen.

Des Weiteren wusste Schwartzkopf auch als Taxator bei der Brandassekuranzkasse und beeideter Sachverständiger durch sein sicheres, auf vielseitige Erfahrung gegründetes Urteil zu überzeugen.

Auch außerhalb Lübecks schätzte man Schwartzkopf. So war er elf Jahre lang im Vorstand der Hamburgischen Baugewerksberufsgenossenschaft, bei der er den Vorsitz in der Sektion II führte, tätig.

Im Vaterstädtischen,Der „Vaterstädtische Verein“ bereitete unter anderem die Wahlen zur Bürgerschaft unter Berücksichtigung möglichst aller Interessen und Parteien vor. St. Lorenz-Verein und in anderen kommunalen Vereinen entfaltete Schwartzkopf ebenfalls erfolgreich seine Tätigkeit. Der Reichsverein zählte ihn zu seinen Vorstandsmitgliedern.

Politik mini|Bei den Sitzungen saßen auf den erhöhten Sitzen die Kommissare des Senats und die Wortführer mini|Grundsteinlegung des Elbe-Trave-Kanals Schwartzkopf wirkte fast 50 Jahre im öffentlichen Leben des Staates. Seine Tätigkeit in der lübeckischen Bürgerschaft – dieser Körperschaft gehörte er über 33 Jahre an – machte ihn zu einer der bekanntesten Personen. Man wählte ihn in zehn aufeinanderfolgenden zweijährigen Wahlperioden in deren Bürgerausschuss. Sowohl im Ausschuss als auch der Bürgerschaft berief man ihn wiederholt in das Ehrenamt des stellvertretenden Wortführers. Letztmals berief es ihn als zweiten Wortführer auf den Sessel der Bürgerschaftswortführer-Tribüne im Dezember 1905.

Vor allem ging von ihm in den 1880ern die Idee aus, an Stelle des alten unbenutzten Holzstalles im Rathaus ein Treppenhaus und einen Bürgerschaftssaal zu erbauen.

Schwartzkopf war während jener Zeit Mitglied in zahlreichen Behörden. So war er beispielsweise Bürgerlicher Deputierter in der Behörde für Feuerlöschwesen, Mitglied der Vorsteherschaft des St. Johannis-Jungfrauenklosters, Mitglied der Sektion der OberschulbehördeDie Oberschulbehörde ist eine ehemalige staatliche Behörde der Freien und Hansestadt Lübeck, die für die Aufsicht über die Schulen zuständig war. Sie war bis zur Eingliederung in die Provinz Schleswig-Holstein am 1. April 1937 für Lübecks Schulwesen verantwortlich. Der Sitz der Oberschulbehörde wurde am 9. Oktober 1903 von dem der Baudeputation in das Schullehrerseminarhaus am Langen Lohberg 24 verlegt und am 11. Oktober 1903 von Mitgliedern der Bürgerschaft besichtigt. Dieses wurde am 9. Oktober 1903 von der Baudeputation an die Oberschulbehörde übergeben und am 11. Oktober 1903 von Mitgliedern der Bürgerschaft besichtigt. Sie übernahm neben der Stadtverwaltung auch die Aufgaben der unteren staatlichen Verwaltungsbehörden, also auch der Oberschulbehörde, im Namen des Staates. Heute ist Lübeck eine kreisfreie Stadt und nimmt daher als solche auch die Aufgaben eines Landkreises wahr. Daher ist die Oberschulbehörde heute nicht mehr als eigenständige Behörde existent. Ihre Aufgaben nimmt heute die 00Stadtverwaltung wahr. für die Gewerbe- und Baugewerbeschule.

Schwartzkopf war Mitglied der am 2. Februar 1876 gewählten gemeinsamen Kommission zur Vorbereitung einer gesetzlichen Regelung der Kommunalabgaben der lübeckischen Vorstädte, ferner der mit der Revision der Grundsätze über die Erhebung der Gemeindeabgaben in der Stadt und Vorstädten betrauten Kommission vom 5. September 1883 und der Finanzkommission zur Beschaffung der für den Kanalbau benötigten Mittel vom 22. Juni 1892.

Am 30. Januar 1878 wurde der Senatsantrag auf Bewilligung von 27.400 Mk zur Herstellung von Wegen beim BäumerhausBäumer ist ein Wohnstättenname für jemanden, der an einem auffälligen Baum wohnt. an eine aus Ferdinand Dahlberg, Hans Aug. Otto Aschenfeldt und ihn bestehende Kommission verwiesen.Bürgerausschuß am 30. Januar. In: Lübeckische Blätter, 20. Jahrgang, Nummer 9, Ausgabe vom 30. Januar 1878, S. 50.

Auf einer von Bürgerschaftsmitgliedern stark besuchten Versammlung am 31. Mai 1878 stellte diese eine Liste von Wahlbürgern für die am 3. Juni 1878 stattfindende Senatswahl auf. Sie umfasste Franz Georg Friedr. Gossmann, Friedrich Heinrich Bertling, Heinr. Phil. Christ. Kasch, Johannes Albrecht Suckau, Georg Wilhelm Stange, Wilh. Friedr. Gabr. Steinmann, Heinr. Georg Jos. Max Deuster, Johannes Nicolaus Heinrich Rahtgens, Theodor Sartori, ihm, Heinrich Klug, Adolf Brehmer und J. F. H. Böge (Schlutup).Local- und vermischte Notizen. In: Lübeckische Blätter, 20. Jahrgang, Nummer 44, Ausgabe vom 2. Juni 1878, S. 264.

Auch in Geheimkommissionen Die Geheimkommission war ein exekutives Geheimorgan der Freien und Hansestadt Lübeck. Vor der Modernisierung des Staatswesens Anfang des 20. Jahrhunderts vertrat sie die Exekutivrechte des Senats sowie der Bürgerschaft und befasste sich in vertraulichen Sitzungen mit sensiblen städtischen Angelegenheiten, wie etwa der Ausarbeitung von Finanzierungs- und Infrastrukturprojekten. von Senat und Bürgerschaft wirkte Schwartzkopf mit. So war er in der zur Beratung des Staatsvertrages mit Preußen wegen der Herstellung eines Elbe-Trave-Kanals.

Seine letzte Rede hielt Schwartzkopf bei der Beratung über die Verfassungsrevision. In dieser trat er für die volle freiheitliche Entwicklung ein, machte erbittert Front gegen die Sozialdemokratie und erhob, wo immer er konnte, warnend seine Stimme.

Literatur Friedrich Wilhelm Schwartzkopf †. In: Vaterstädtische Blätter, Jg. 1906, Nr. 33, 12. August 1906, S. 128. 1153.: Friedrich Wilhelm Schwartzkopf. In: Lübeckische Blätter, 48. Jahrgang, Nummer 34, Ausgabe vom 26. August 1906, S. 473–474.Eduard Hach hatte eine Schlüsselliste zwischen den Autoren und deren Chiffren in den Lübecker Blättern geführt. Deren zweiter Band wurde ab 1900 mit der Zeit immer sporadischer weitergeführt. Für die Chiffre 1153. ist schon kein Autor mehr hinterlegt worden.

Weblinks

Schwartzkopf, Friedrich Wilhelm. In: Bau und Architekturgeschichte, Stadtentwicklung in Lübeck, S. 27 (PDF, dort mit falschem Geburtsjahr)

Einzelnachweise

Anmerkungen

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