Romain Heinrich (* 30. Januar 1990 in Colmar) ist ein französischer Bobfahrer. Sein größter Erfolg war bisher der Gewinn der Bronzemedaille im Zweierbob bei den Europameisterschaften 2019 in Königssee. Er nahm bisher an vier Olympischen Winterspielen teil, 2014 in Sotschi als Anschieber, 2018 in Pyeongchang, 2022 in Peking und 2026 in Mailand-Cortina als Pilot.

Karriere Vor dem Bobsport Heinrich wurde in Colmar geboren und wuchs im elsässischen Kaysersberg auf. Er besuchte das Kleber-Gymnasium in Straßburg. Nach dem Gymnasium absolvierte er sportbegleitend ein Ingenieurstudium am Grenoble INP, welches er 2012 als Wirtschaftsingenieur abschloss. Anschließend erwarb er noch einen Masterabschluss in Management an der dem INP angeschlossenen Graduiertenschule. Heinrich begann in seiner Jugend mit der Leichtathletik und spezialisierte sich auf Kugelstoßen. Noch während seiner Zeit als Bobfahrer wurde er 2013 französischer Universitätsmeister im Kugelstoßen.Romain Heinrich champion de France universitaire du lancer de poids auf metro-sports.fr vom 2. Juni 2013 2017 belegte er bei den französischen Leichtathletik-Meisterschaften mit 16,84 m den 7. Platz.

Anfänge als Anschieber Bereits 2011 wurde Heinrich mit seiner Statur für den Bobsport entdeckt. Nach ersten Tests gab er sein Debüt am 16. November 2011 in Igls im Zweierbob mit Pilot Loïc Costerg im Europacup. Mit Costerg fuhr Heinrich den gesamten Europacup mit Ausnahme des Rennens in Altenberg. In der Zweierbob-Gesamtwertung des Europacups belegten sie in ihrer ersten Saison den 13. Platz. Darüber hinaus gab Heinrich am 11. Dezember 2011 sein Weltcupdebüt als Ersatzmann im Viererbob von Thibault Godefroy. Bei den Junioren-Weltmeisterschaften belegten Costerg/Heinrich im Zweierbob den 5. Platz, im Viererbob den 10. PlatzZur Saison 2012/13 wurden Costerg/Heinrich vom französischen Verband im Weltcup gemeldet. Sie nahmen an 7 von 8 Weltcup-Rennen teil und erzielten in Altenberg mit Platz 8 ihr erstes Top Ten-Ergebnis. In der Weltcupgesamtwertung belegten sie bei den Zweierbobs den 19. Platz. In der Viererbob-Konkurrenz nahm Heinrich an 6 von 8 Rennen teil und wurde mit Pilot Costerg 23. in der Weltcupgesamtwertung. Bei der ersten Weltmeisterschaft wurden Costerg/Heinrich im Zweierbob 17., im Viererbob fuhr Costerg den Bob auf Platz 24. In der Olympiasaison 2013/14 lag die Prämisse bei Costerg in der Qualifikation für die Olympischen Bob-Wettbewerbe in Sotschi. Daher begann Costerg die Saison im Nordamerikacup, um zusätzliche Rankingpunkte zu sammeln. Sowohl im Zweierbob als auch im Viererbob fuhr er mit Heinrich 5 von 8 Rennen. Im Zweierbob belegten die Franzosen in der Gesamtwertung des Nordamerikacups den 8. Platz, in 2 Rennen erzielten sie dabei Podestplätze. In der Viererbob-Konkurrenz belegte Costerg in der Gesamtwertung den 11. Platz. Im Bob-Weltcup belegten Costerg/Heinrich in der Zweierbob-Gesamtwertung den 19. Platz, in der Viererbob-Gesamtwertung erzielte die Costerg-Crew den 22. Platz. Letztlich reichte die Punktezahl im Ranking aus, um sich für Sotschi zu qualifizieren. Im Olympischen Zweierbob-Wettbewerb fuhren Costerg/Heinrich auf den 18. Platz, im Viererbob-Wettbewerb erzielte Costerg bei seinem Olympiadebüt zusammen mit Heinrich, Florent Ribet und Elly Lefort sogar den 15. PlatzIn der Saison 2014/15 nahm Costerg im Europacup und Weltcup teil. Mit Heinrich belegte er in der Europacupgesamtwertung im Zweierbob den 13. Platz, in der Viererbob-Gesamtwertung erreichte er mit Heinrich in der Crew den 6. Platz. Im Weltcup belegten Costerg/Heinrich im Zweierbob den 30. Platz in der Gesamtwertung, im Viererbob war es der 25. Platz in der Gesamtwertung. Bei der zweiten Weltmeisterschafts-Teilnahme belegten Costerg/Heinrich im Zweierbob den 19. Platz, im Viererbob erreichte die Costerg-Crew Platz 20.In der darauffolgenden Saison 2015/16 beendete Romain Heinrich seine Anschieberkarriere. Er startete mit Costerg im Nordamerikacup nur noch im Vierer und fuhr anschließend bis Ende 2015 noch vier Rennen in Winterberg als Anschieber im Europacup und Weltcup. Parallel dazu und im Laufe der restlichen Saison schulte Heinrich auf die Pilotenposition um.

Ziel Olympische Spiele 2018 als Pilot Sein Debüt als Bobpilot gab Heinrich zusammen mit Lionel Lefebvre am 6. November 2016 in Sigulda mit einem 9. Platz im Europacup. Heinrich fuhr die komplette Europacupsaison und belegte in der Zweierbob-Gesamtwertung einen guten 8. Platz. Im Viererbob gab Heinrich sein Debüt am 3. Dezember 2016 in Königssee. Zu seiner Crew gehörten Dean-Nick Allen, Brice Marcais und Lionel Lefebvre. Die Franzosen belegten allerdings nur den letzten Platz. In der Folge fuhr Heinrich noch weitere fünf Rennen mit dem Viererbob im Europacup und belegte zum Saisonende hin schon einen Platz in den Top Ten. In der Viererbob-Gesamtwertung erzielte Heinrich den 17. Platz. Im Weltcup probierte sich Heinrich nur beim letzten Rennen in Europa am 4. Februar 2017 in Igls aus. Er gab sein Debüt als Pilot im Zweierbob und belegte mit Jordan Bytebier den 23. Platz.In der Olympiasaison 2017/18 sah der französische Verband bei Heinrich vor allem im Zweierbob eine realistische Chance auf eine Olympiateilnahme. Daher nahm Heinrich im Europa- und Weltcup insgesamt nur viermal mit dem Viererbob an Rennen teil. Mit dem Zweierbob hatte Heinrich bis zu den Olympischen Spielen insgesamt 10 Starts, jeweils fünf im Europa- und Weltcup. In der Zweierbob-Gesamtwertung erreichte Heinrich im Europacup den 7. Platz, im Weltcup den 19. Platz. Bei seinen ersten Europameisterschaften belegte er mit Anschieber Lionel Lefebvre den 9. Platz. Zu den Olympischen Winterspielen 2018 in Pyeongchang, für die sich Heinrich für den Zweierbob-Wettbewerb qualifiziert hatte, trat er mit Anschieber Dorian Hauterville an, der bis dahin den Bob von Loïc Costerg angeschoben hatte. Costerg trat in Pyeongchang aber nur im Viererbob an. Nach einem eher mäßigen ersten Wettkampftag fuhr Heinrich im letzten Lauf die siebtbeste Zeit und belegte bei seinem Olympiadebüt als Pilot den 13. Platz.

Zweiter Olympischer Zyklus Nach dem Rücktritt von Loïc Costerg nach den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang wechselte Anschieber Dorian Hauterville dauerhaft in den Bob von Heinrich. Beide begannen die Saison 2018/19 Anfang November 2018 im Nordamerikacup in Whistler, wo sie aber im ersten Rennen stürzten. Anschließend starteten beide zunächst beim Europacup Anfang Dezember 2018 in Altenberg, wobei sie ein Rennen gewannen. Dafür ließen sie den Weltcupauftakt in Sigulda aus. Im Weltcup startete Heinrich mit zwei Viererbob-Rennen in Winterberg und nahm insgesamt an sieben von 8 Viererbob-Wettbewerben teil. In der Viererbob-Gesamtwertung erzielte er den 13. Platz. Im Zweierbob lief es für das Duo Heinrich/Dauterville, welches 5 von 6 Rennen bestritt, noch besser. Heinrich fuhr beständig in den Top Ten und konnte in Lake Placid Mitte Februar 2019 mit Platz zwei sogar einen Podestplatz feiern. In der Zweierbob-Gesamtwertung bedeutete dies den 6. Platz. Seit Bruno Mingeon war kein französischer Pilot wieder so weit in die Weltspitze vorgerückt. Überdies gewannen Heinrich/Hauterville im Zweierbob bei dem auch als Europameisterschaft gewerteten Weltcup in Königsee die Bronzemedaille, welche die erste und bisher einzige internationale Medaille für Heinrich bedeutete. Im Viererbob belegte Heinrich bei der Europameisterschaft den 4. Platz. Dementsprechend waren die Erwartungen an Heinrich bei der Weltmeisterschaft im kanadischen Whistler nicht eben gering. Wie aber schon zu Saisonbeginn im Nordamerikacup hatte Heinrich erneut Probleme mit der nicht einfachen Olympiabahn von 2010. Bereits im ersten Training wurde sein Bob durch einen Sturz so schwer beschädigt, dass er beide Wettbewerbe absagen musste.16 Trainingsstürze bei Bob-WM in Rheinische Post vom 1. März 2019Nach dieser Saison mit Licht und Schatten startete Heinrich die Saison 2019/20 zunächst im Europacup in Lillehammer, wobei er im Viererbob einen 2. Platz belegte. Anschließend ging es zum Weltcupauftakt nach Übersee an die Bahn in Lake Placid. Heinrich fuhr erstmals sowohl im Zweier- wie auch Viererbob eine komplette Weltcupsaison und erreichte in der Zweierbob-Gesamtwertung zusammen mit Dorian Hauterville fast folgerichtig mit Platz fünf sein bis dahin bestes Ergebnis. In der Viererbob-Gesamtwertung belegte die Crew um Heinrich den 12. Platz. Bei den Europameisterschaften konnte Heinrich im Viererbob in Winterberg den 10. Platz verbuchen, in Sigulda erreichte er im Zweierbob den 5. Platz. Bei den Weltmeisterschaften in Altenberg erkämpften sich Heinrich/Hauterville im Zweierbob nach einem eher mäßigen ersten Tag noch den 9. Platz, wobei sie im letzten Lauf die drittbeste Zeit fuhren. Im Viererbob reichte es für den 15. Platz.In der Coronasaison 2020/21 fuhr Heinrich im Zweierbob mit den Anschiebern Hauterville und Lefebvre. In der Zweierbob-Gesamtwertung belegte Heinrich den 11. Platz, er nahm dabei an 11 von 12 Rennen teil. Im stark reduzierten Viererbob-Weltcup belegte Heinrich nach insgesamt nur 4 Wettbewerben den 10. Rang unter 27 teilnehmenden Crews. Bei den Europameisterschaften in Winterberg erzielte Heinrich im Viererbob unter 13 Bobs den 7. Platz, im Zweierbob belegten Heinrich/Lefebvre den 11. Platz. Im sächsischen Altenberg gelang Heinrich bei den Weltmeisterschaften bei immerhin 25 gemeldeten Bobs im Zweierbob zusammen mit Dorian Hauterville ein respektabler 8. Platz. Im Viererbob trat Heinrich nach der ersten Fahrt nicht mehr an.In der Olympiasaison 2021/22 galt es für Heinrich wieder, sich für die Olympischen Winterspiele 2022 in Peking zu qualifizieren. Zunächst startete die ganze Bob-Gemeinschaft zu Trainingsfahrten in Yanqing, um die Olympische Bobbahn kennenzulernen. Anschließend startete der Weltcup in Innsbruck. Heinrich nahm im Zweier wie auch im Vierer an allen Weltcups teil und belegte mit den Anschiebern Lefebvre und Hauterville in der Zweierbob-Gesamtwertung den 10. Platz. In der Viererbob-Gesamtwertung belegte Heinrich mit seiner Crew den 13. Platz. Die erzielten Punkte reichten aus, um sich in beiden Wettbewerben ohne zusätzliche Rennen in anderen Wettbewerben für die Olympischen Winterspiele zu qualifizieren. Bei den Europameisterschaften erzielte das Duo Heinrich/Lefebvre im Zweierbob den 9. Platz, im Viererbob belegte die Heinrich-Crew den 8. Platz. Da Heinrich nach dem Rücktritt seines ehemaligen Piloten Loïc Costerg nach den Winterspielen 2018 der einzige französische Bobpilot im Weltcup war, war seine Nominierung für die Olympischen Winterspiele in Peking eher Formsache. Im Zweierbob-Wettbewerb belegten Heinrich/Hauterville nach einem schlechten ersten Lauf noch den 12. Platz. Im Viererbob-Wettbewerb qualifizierte sich Heinrich mit seiner Crew zwar für den 4. Lauf, letztlich reichte es aber nur für den 19. Platz.Nach seinen dritten Olympischen Spielen ließ es Heinrich deutlich ruhiger angehen. Im Weltcup wurde er gar nicht für den Viererbob gemeldet, im Zweierbob nahm er an nur einem Rennen in Vorbereitung auf die Weltmeisterschaften teil. Im Europacup trat Heinrich nur noch bei fünf Rennen an. Bei den Weltmeisterschaften auf der traditionsreichen Natureisbahn in St. Moritz trat Heinrich nochmals in beiden Konkurrenzen an. Mit Hauterville belegte er im Zweierbob einen sehr guten 7. Platz, mit dem Viererbob belegte er den 11. Platz. Anschließend verkündete Heinrich, aber auch seine Anschieber Dorian Hauterville und Lionel Lefebvre den Rücktritt vom Bobsport.Bob-Pilot Romain Heinrich beendete Athleten-Laufbahn - auch Anschieber Dorian Hauterville hört auf in News vom 8. April 2023 auf ibsf.org

Comeback und erneute Olympiateilnahme