Bhupinder Singh Johal (; * 14. Januar 1971 in Punjab, Indien; † 20. Dezember 1998 in Vancouver, British Columbia), bekannt als Bindy Johal, war ein indisch-kanadischer Gangster.
Leben und Karriere Johal wurde am 14. Januar 1971 in Punjab, Indien, geboren. Seine Familie gehörte den Jat an und waren Sikhs. Er und seine Familie wanderten 1975 von Indien nach Vancouver, Kanada, aus. Während seiner Zeit an der Schule erzielte er gute Noten, wurde aber 1989 wegen Körperverletzung des stellvertretenden Schulleiters der Schule verwiesen. Für den Angriff wurde er zu sechzig Tagen Gefängnis verurteilt. Johal behauptete, der stellvertretende Schulleiter habe sich rassistisch geäußert, der Richter folgte dem jedoch nicht. Er schloss die Hauptschule an einer neuen Schule in Richmond ab. Er besuchte die Schule zusammen mit Harjit Sajjan, der später Kanadas Verteidigungsminister werden sollte. Während seiner Zeit in Richmond wurde er wegen Sachbeschädigung an einem Auto mit einem Baseballschläger verhaftet.
Nach seinem Schulabschluss besuchte er ein College, verließ es aber nach einem Semester. Stattdessen schloss er sich einer Straßenbande namens Los Diablos an. Als Mitglied der Bande begann er, als Kokainhändler zu arbeiten. Die Bande wurde später in Punjabi Mafia umbenannt, da sie viele indisch-kanadische Mitglieder aufnahm. 1991 wurde in Vancouver der kolumbianische Drogenhändler Teodoro Salcedo ermordet. Der Anführer der Punjabi Mafia, Jimsher „Jimmy“ Dosanjh, wurde wegen Mordes verhaftet, wodurch Johal die Gelegenheit erhielt, neuer Anführer der Bande zu werden. Johal und die Punjabi-Mafia waren in LKW-Entführungen verwickelt, insbesondere im Hinblick auf Autos und Elektronikartikel. Die Polizei schätzt, dass Johal damit über 4 Millionen kanadische Dollar verdiente.
Nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis versuchte der frühere Anführer der Punjabi Mafia, Jimmy Dosanjh, erneut die Führung der Bande zu übernehmen. Dosanjh bot eine Belohnung von 230.000 kanadischen Dollar für die Ermordung von Johal an. Am 25. Februar 1994 wurde Jimmy Dosanjh von seinen eigenen Leuten ermordet, während er gestohlene Elektronikgeräte inspizierte. Nach dem Mord an Jimmy Dosanjh drohte sein Bruder Ranjit „Ron“ Dosanjh während eines Interviews im Global Television Network, Bindy Johal ins Gesicht zu schießen. Am 19. April 1994 wurde Ron Dosanjh während der Fahrt mit seinem Auto mit einem AK-47-Gewehr erschossen. Am 24. April 1994 wurde Johals Nachbar Greg Olson ermordet, als er mit Johals Hund spazieren ging.
Am 25. April 1994 wurde Johal wegen der Morde an Jimmy und Ron Dosanjh angeklagt. Ebenfalls wegen dieser beiden Morde angeklagt wurden Sarbjit Gill, Rajinder „Big Raj“ Benji, Michael Kim Budai, Sun News Lai, Preet „Peter“ Gill und Kim „Phil“ Ho-Sik. Der Prozess gegen Johal und die sechs anderen Männer war einer der teuersten in der kanadischen Geschichte. Er dauerte acht Monate und erforderte umfangreiche Sicherheitsvorkehrungen. Johal und sein Schwager Peter Gill wurden freigesprochen. Weniger als einen Monat nach Prozessende wurde bekannt, dass Peter Gill während des Prozesses eine romantische Beziehung mit Gillian Guess, einer der Geschworenen, begonnen hatte.> Guess hatte zugesagt, für den Freispruch von Gill und Johal zu stimmen. Guess und Gill wurden beide wegen Strafvereitelung angeklagt. Guess wurde zu drei Monaten Haft verurteilt, Gill zu sechs Jahren.
Die Punjabi Mafia wuchs in den 1990er Jahren weiter. Die Bande war an Auftragsmord, illegalem Inkasso, Kreditkartenbetrug sowie Cannabis- und Kokainhandel beteiligt. Man schätzte, dass Johal in diesen Jahren mehrere Millionen Dollar im Jahr verdiente. Am 25. Oktober 1996 entführte Johal Randy Chan, einen Drogendealer, der für eine chinesische Triade arbeitete. Er entführte Chan, weil er wütend über die minderwertige Qualität des Kokains war, das Chan geliefert hatte. Chan wurde 56 Stunden lang im Kofferraum eines Autos eingesperrt, bis die Triade 500.000 Dollar für seine Freilassung zahlte. 1997 verbüßte Johal eine kurze Haftstrafe wegen einer Schlägerei in einer Kneipe.
Am 19. September 1998 ermordete Johal Derek Chand Shankar, ein Mitglied der Punjabi Mafia, weil dieser ihn beleidigt hatte. Am 29. November 1998 teilte Roman „Danny“ Mann, ebenfalls Mitglied der Punjabi Mafia, Johal mit, dass er die Bande verlassen wolle. Johal ermordete ihn noch am selben Tag und versteckte die Leiche in einer verlassenen Fabrik in Burnaby. Er erklärte anderen Bandenmitgliedern, er wolle den Mord den Hells Angels in die Schuhe schieben.
Am 20. Dezember 1998 wurde Johal in Vancouver ermordet. Er wurde auf der Tanzfläche des Nachtclubs Palladium in den Hinterkopf geschossen. Der Mord wurde nie offiziell aufgeklärt. 2004 gestand Bal Buttar, ein ehemaliger Verbündeter von Johal, dass er den Mord in Auftrag gegeben hatte. Buttar behauptete, Johal sei zu gefährlich und unberechenbar geworden. Buttar wurde nie wegen des Mordes an Johal angeklagt. Im August 2001 wurde ihm in einem Friseursalon zweimal in den Kopf geschossen. Buttar überlebte den Angriff, erblindete jedoch und war Tetraplegiker. Er blieb von 2001 bis zu seinem Tod im Jahr 2011 infolge einer Lungenentzündung im Krankenhaus.
Der Film Beeba Boys von Deepa Mehta aus dem Jahr 2015 wurde vom Leben von Bindy Johal inspiriert.
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise
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