Als U.S. Post Office Provincetown Main ist seit 1987 das Postamt des United States Postal Service (bis 1971 United States Post Office Department) in Provincetown, Massachusetts, im National Register of Historic Places eingetragen. Seit 1989 ist es zugleich Contributing Property zum Provincetown Historic District.

Beschreibung An der Südseite der Commercial Street gelegen, bildet das Postamt, dessen rückwärtige Grundstücksgrenze an die Cape Cod Bay grenzt, ein stabilisierendes Element des Viertels. Ursprünglich ein Wohngebiet des Provincetown des späten 18. und 19. Jahrhunderts, beherbergen die dicht aneinandergebauten ein- und zweigeschossigen Holzbauten heute jede Art von Geschäften, wie man sie in einem typischen Sommerferien- und Touristengebiet erwarten würde. Zwischen diesen kolonialzeitlichen Gebäuden stehen auf der Nordseite der Commercial Street auch einige Häuser im Second-Empire-, Italianate- und viktorianischen Stil. Das Gebäude besteht aus einem zweigeschossigen Zentralbau im georgianischen Stil mit eingeschossigen Seitenflügeln. Der Bau hat im Grundriss im Allgemeinen eine T-Form und misst etwa 27 m in der Breite und 24 m in der Tiefe. Die Konstruktion besteht aus Beton auf Streifenfundamenten und Senkkästen, tragenden Mauerwerkswänden, Stahlbeton-Bodenplatten sowie einer Dachkonstruktion aus Stahl und Holz. Vier breite Granittreppenstufen führen zur Loggia, die gegenüber den Frontfassaden der Seitenflügel etwas zurückgesetzt ist. Kalksteinbänder überspannen die Ziegelpfeiler am Kämpferpunkt jedes Bogens. Die Fassaden sind mit warmroten Ziegeln verkleidet, die im Läuferverband gemauert sind und sich damit von den im georgianischen Stil üblichen englischen oder flämischen Verbänden unterscheiden.

Jeder der eingeschossigen Seitenflügel besitzt zwei monumentale Fenster mit Segmentbogen, die auf der Vorder- und Rückfassade jeweils gleichmäßig angeordnet sind. Weitere vier ähnliche Fenster, ebenfalls gleichmäßig verteilt, befinden sich an den Stirnseiten der Seitenflügel. Die breiten, traditionellen Ziegel-Eckquader dieses Baustils bilden eine schlichte ornamentale Gestaltung an jeder äußeren Gebäudeecke. Die Fassaden der Flügel werden von Kalkstein-Gesimsen abgeschlossen, die mit kräftigen Konsolen verziert sind und eine Ziegelbrüstung tragen. Der Zentralbau wird von einem reich detaillierten Satteldach abgeschlossen, dessen zur Straße gerichtete Giebelseite als Dreiecksgiebel ausgebildet ist. Kräftige, geschnittene Konsolen rahmen das Kalksteingesims ein, das ein Ziegel-Tympanon bildet, in dem sich ein rundes Fenster befindet. Die geneigten Dachflächen zu den Seitenfassaden, getragen von dem charakteristischen Kalksteingesims mit Konsolen, werden durch sechs halbrunde Dachgauben ergänzt. Über dem hohen Dach und zentral über der Lobby befindet sich eine fein ausgearbeitete koloniale Laterne mit Fenstern, die dieses markante Gebäude auch aus weiter entfernten Bereichen der Commercial Street erkennbar macht.

Historische Bedeutung Die Stadt Provincetown besaß nach ihrer Gründung 1722 lange Zeit ausschließlich die Fischerei als wirtschaftliche Grundlage und die Schifffahrt als einziges Verkehrsmittel. Während des Amerikanischen Unabhängigkeitskriegs und des Britisch-Amerikanischen Kriegs nutzten britische Kriegsschiffe den geschützten Hafen als Stützpunkt, wodurch die Stadt selbst nahezu aufhörte zu existieren. Um die Fischereiindustrie zu stützen, wurden bis 1835 Kaie gebaut, und portugiesische Seeleute wurden zur dominierenden Bevölkerungsgruppe in der Gemeinde. Der Sezessionskrieg brachte Provincetown schließlich erheblichen Wohlstand, da von dort aus die Armeen mit gesalzenem Kabeljau versorgt wurden. Die Fischereiflotte vergrößerte sich, und neue Geschäftsleute etablierten sich dauerhaft in diesem ehemaligen Fischerdorf. Passagierschiffe und Postdampfer aus Plymouth und Boston legten nun im Hafen an, und mit der Verlängerung der Old Colony Railroad im Jahr 1873 wurde Provincetown fest mit dem übrigen Land verbunden. Der Bau von Geschäfts- und Wohngebäuden nahm stark zu. Nicht selten kam es vor, dass ganze Häuser aus anderen Siedlungen über das Wasser nach Provincetown transportiert und dort im Bereich der heutigen Bradford und Commercial Street wieder aufgestellt wurden. Dazu zählte auch das erste Postamt der Stadt, das heute als Wohnhaus genutzt wird.

Um die Wende zum 20. Jahrhundert zeigte sich ein Niedergang am Hafen, der nach wie vor das Zentrum der Gemeinde bildete. Obwohl Provincetown weiterhin ein bedeutender Fischereihafen mit einer Vielzahl von Kühlhäusern blieb, waren rund fünfzig Anlegestege, die im Portland-Gale-Sturm von 1898 zerstört worden waren, nicht wieder aufgebaut worden. Gleichzeitig bildeten Touristen, die sowohl mit der Eisenbahn als auch mit Post- und Passagierdampfern ankamen, den Beginn einer neuen, diversifizierten wirtschaftlichen Grundlage für die Gemeinde. Die bisher dominierende Kabeljau-Fischereiflotte verlegte ihre Basis zunehmend nach Boston. Gleichzeitig begannen der Tourismus und die neue Anziehungskraft eines „bohèmischen Lebensstils“, die Struktur der Gemeinde zu verändern. Viele Fischerhütten und Wohnhäuser an der Commercial Street wurden zu Restaurants und Geschäften mit großen Schaufenstern umgebaut, um die neue Kundschaft zu bedienen. Ehemalige Fisch- und Salzlagerhäuser wurden zu Ateliers für Künstler und kleine Theaterbühnen umgestaltet. Neubauten blieben jedoch weiterhin selten. Mit der Weltwirtschaftskrise von 1929 stieg die Bevölkerung Provincetowns – die seit 1915 rückläufig gewesen war – jährlich bis 1936 wieder an. In diesem Umfeld wurde der Bau eines neuen Postamts für das inzwischen entwickelte Feriengebiet Provincetown in Betracht gezogen. Es gibt keine Hinweise auf politischen Einfluss, der die Platzierung dieses Gebäudes in der Gemeinde bestimmt hätte. Dennoch war es ungewöhnlich, dass eine kleine, nicht industriell geprägte Gemeinde bereits 1931 staatliche Aufmerksamkeit erhielt. Provincetown erhielt damit sein erstes Bundesgebäude, abgesehen von seinen zwei Leuchttürmen. Es wurde direkt am Wasser an der Commercial Street errichtet, die damals die westliche Grenze des Geschäftsviertels bildete.

Dieses Backsteingebäude, das die besten Prinzipien der georgianischen Architektur verkörpert, ist detailliert ausgearbeitet und stellt eine Würdigung der Arbeit der Architekten des Finanzministeriums dar. Sowohl kraftvoll als auch sensibel gestaltet, steht diese markante Architektur beispielhaft für die aktive Rolle der Regierung bei der Belebung der Wirtschaft in den 1930er Jahren und bringt die hohen Ideale zum Ausdruck, die von der Hoover-Administration vertreten wurden. Die architektonische Ausgestaltung der Fassaden findet ihre Entsprechung in der zentralen, öffentlichen Lobby, die von den Besuchern während ihrer täglichen Nutzung des Gebäudes erlebt werden kann.

Siehe auch Liste der Einträge im National Register of Historic Places im Barnstable County Liste denkmalgeschützter Gebäude des Post- und Fernmeldewesens

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise vgl. Heenan, S. 2. vgl. Heenan, S. 3. vgl. Heenan, S. 4. vgl. Heenan, S. 5. vgl. Heenan, S. 6.

Kategorie:Postamt in Massachusetts Kategorie:Postgebäude in den Vereinigten Staaten Kategorie:Denkmal im National Register of Historic Places (Massachusetts) Kategorie:Historic District Contributing Property (Massachusetts) Kategorie:Bauwerk des Neoklassizismus in den Vereinigten Staaten Kategorie:Bauwerk im Barnstable County US Post Office Kategorie:Erbaut 1932