mini|Moor im Winter mini|Moor Bizau - Reuthe Das Moorgebiet Bizau-Stocka-Untere Moos ist ein Naturschutzgebiet der Kategorie sonstige Schutzgebiete in Vorarlberg.

Lage Politisch liegt das Schutzgebiet in der Gemeinde Bizau, Bezirk Bregenz, Bundesland Vorarlberg, Österreich. Geographisch liegt es am flachen Talboden des Bizauertals zwischen dem Bizauerbach und dem Ulvenbach. Das Moorgebiet erstreckt sich auch auf das Gemeindegebiet von Reuthe, dieser Teil steht aber nicht unter Schutz. Das Moorbad Bad Reuthe liegt angrenzend in der Gemeinde Reuthe.

Biologische Beschreibung Teilflächen sind als lebendes und verheidetes Hochmoor vorhanden. Die großflächigen Zwischenmoore sind Schlammseggenmoore (Caricetum limosae), Fadenseggensümpfe (Caricetum lasiocarpae) und Drahtseggenmoore (Caricetum diandrae), alle mit Fieberklee, Schnabelsegge und Sumpf-Blutauge vergesellschaftet. Großseggensümpfe aus Wiesensegge (Carex acutiformis) und Steifsegge (Carex elata) besiedeln die nässesten Stellen. Lokal tritt auch die im Gebiet seltene Blasensegge auf. Weiters sind Übergänge zu Pfeifengraswiesen ausgebildet.

Geschichte In den Alpen entstanden die Moore nach der letzten Eiszeit vor rund 12.000 Jahren. Die früheste schriftliche Quelle ist der Franziszeische Kataster aus dem Jahr 1857. Damals wurden die Moorflächen für Heu, Streue und Ackerbau genutzt. Die Torfflächen wurden als Äcker und zur Torfgewinnung genutzt. In den Jahren 1905 bis 1910 wurden die Moore in Vorarlberg und Liechtenstein systematisch erhoben. 1905 erhob Hans Schreiber für das Obere Bizauer Moos folgende Werte: bis 5,5 m Torftiefe; Entwässerung gut, leicht; ½ Streuwiese, ¼ Futterwiese, ¼ Acker. Damals hatte für die arme Bevölkerung die Lebensmittelproduktion oberste Priorität.

Im Unteren Moos fand in den Jahren 2012 bis 2013 im Gemeindegebiet Bizau ein Zusammenlegungsverfahren durch die Landwirtschaftsabteilung statt, mit dem Ziel, die Bewirtschaftung zu erleichtern und so der Verbrachung des Moorgebietes entgegenzutreten. Im Anschluss daran wurde für das Untere Moos eine Düngeverbotsverordnung erlassen und das Gebiet als sonstiges Schutzgebiet ausgewiesen. Die Gemeinde Reuthe war nicht beteiligt. Ursprünglich war die Schutzverordnung (Nr. 56/2012) bis Juli 2017 befristet. Mit einer Novelle im Jahr 2017 wurde diese Befristung aufgehoben, womit der Schutzstatus dauerhaft festgeschrieben wurde.

Laut World Database on Protected and Conserved Areas (WDPCA) und protected planet ist das Gebiet seit 2017 ein Gebiet der IUCN Management Category III mit 39 ha und hat die WDPA-ID 555701517.

Im Jahr 2023 trat die Gemeinde Bizau an das Amt der Vorarlberger Landesregierung heran mit dem Anliegen, die Moore Oberes Moos, Unteres Moos und Jägermoos in ihrem Gemeindegebiet unter Schutz zu stellen. In Hinblick auf das Untere Moos schloss sich die Gemeinde Reuthe diesem Wunsch an.

Interessenskonflikte Die Interessenskonflikte zwischen Landwirtschaft einerseits und Naturschutz/Klimaschutz andererseits prägen die Diskussion. Während Landwirte ein Interesse an trockeneren Flächen für die Bewirtschaftung haben, ist das Ziel des Naturschutzes die Wiedervernässung oder zumindest der Erhalt des hohen Wasserstandes zur Moorbildung. Eine dritte Position sind die Interessen des Tourismus. Tourismusbetriebe wünschen sich einerseits eine möglichst schöne naturnahe Landschaft, andererseits aber auch eine möglichst vielfältige touristische Nutzung. Der Tourismusverband Bregenzerwald Tourismus wirbt mit der Laufrunde Bizauer Moos, mit der barrierefreien Wanderung Bizau Moosrunde und mit dem Barfußweg. Auf die Schutzmaßnahmen und Verhaltensregeln wird hingewiesen.

Schutzzweck Der wichtigste Grund für den Schutz von Mooren allgemein ist der Klimaschutz, Moore speichern besonders viel Kohlenstoff. Bei Verlust von Mooren wird sehr viel CO2 freigesetzt. Zudem können Moore sehr viel Wasser speichern und schützen so vor Hochwasser nach Starkregenereignissen. Drittens sind sie Lebensraum für zahlreiche Pflanzen und Tiere, in Mooren herrscht große Artenvielfalt. Schutzzweck ist die Erhaltung eines großflächigen Moorkomplexes bestehend aus Hoch-, Zwischen- und Flachmooren.

Hinweise für Touristen Moore sind sensible Ökosysteme. Daher gelten folgende Regeln:

Dämmerungsstunden morgens und abends meiden. Auf den beschilderten Wegen bleiben und nur dort mit dem Rad fahren, wo Rad- oder Mountainbikestrecken ausgewiesen sind. Für Hunde besteht Leinenpflicht – zum Schutz der bodenbrütenden, seltenen Vogelarten in den Mooren. Müll und Hundekot entfernen und mitnehmen. Pflanzen nicht sammeln oder pflücken.

Weblinks Projekt Unterschutzstellung Oberes und Unteres Moos in Bizau und Reuthe Zonen und Bewirtschaftung

Einzelnachweise

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