Laleh Khalili (; * 1968 in Philadelphia) ist eine iranisch-amerikanische Politikwissenschaftlerin. Sie ist Professorin für Golfstudien an der University of Exeter.

Leben Khalili wurde 1968 in Philadelphia geboren, wuchs später bis 1985 im Iran auf und zog im Alter von 17 Jahren zurück in die Vereinigten Staaten.Persis M. Karim, Mohammad Mehdi Khorrami (Hrsg.): A World Between. Poems, Short Stories, and Essays By Iranian-Americans. Braziller, New York 1999, ISBN 0-8076-1443-2, S. 280. Sie studierte Chemieingenieurwesen an der University of Texas und schloss 1991 mit dem Bachelor of Science ab. Danach war sie fünf Jahre lang als Unternehmensberaterin tätig. Anschließend begann sie ein Studium der Internationalen Beziehungen an der Columbia University. Dieses schloss sie 1999 mit dem Master of International Affairs ab. 2005 wurde sie in Politikwissenschaften an der Columbia University promoviert (Ph.D.). Ihre Dissertation behandelte das Thema Citizens of an Unborn Kingdom: Stateless Palestinian Refugees and Contentious Commemoration.Laleh Khalili. In: experts.exeter.ac.uk. Abgerufen am 29. März 2026.

Khalili lehrte als Professorin für Nahostpolitik an der School of Oriental and African Studies (SOAS) der University of London. Danach war sie Professorin für Internationale Politik an der Queen Mary University of London.Ports and the politics of visibility: An interview with Laleh Khalili. In: necsus-ejms.org. 7. Juni 2023. Abgerufen am 29. März 2026. Im Februar 2023 kündigte sie diese Stelle und begründete dies mit einem von der Universitätsleitung eingerichteten Formular, über das Studierende melden sollten, wenn Streiks im Unterricht thematisiert würden. Sie wurde dann als Al-Qasimi-Professorin für Golfstudien an die University of Exeter berufen.

Wirken In Heroes and Martyrs of Palestine: The Politics of National Commemoration (2007) analysierte sie palästinensische Gedenkpraktiken in Lagern und der Diaspora. In Time in the Shadows: Confinement in Counterinsurgencies (2012) beschreibt sie Internierung und Umzäunung als Instrumente liberaler Gegenaufstandsstrategien. Mit Sinews of War and Trade: Shipping and Capitalism in the Arabian Peninsula (2020) rückte sie Seehandel, Häfen und maritime Infrastruktur ins Zentrum ihrer Analysen. Das Buch baut auf Archivmaterial, Branchenpublikationen, eigener Feldarbeit und Reisen auf Containerschiffen auf. Ihr Buch The Corporeal Life of Seafaring (2024) ist eine Studie über Seeleute und das Leben an Bord. In Extractive Capitalism: How Commodities and Cronyism Drive the Global Economy (2025) beschreibt sie die Verflechtung von Rohstoffförderung, globalen Lieferketten, Ungleichheit und Umweltschäden. Sie war Unterzeichnerin eines offenen Briefes zugunsten der inhaftierten iranischen Bürgerrechtlerin Bahareh Hedayat. Sie war 2016 Mitunterzeichnende eines in Le Monde veröffentlichten Beitrags zu den Debatten um die Kölner Silvesternacht. In einem Essay für Times Higher Education (2008) beschrieb sie die Alltagsfolgen israelischer Kontroll- und Sperrmaßnahmen für die Bewegungsfreiheit von Palästinensern.

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