Wübbe Ulrichs Jütting (* 9. November 1825 in Holte; † 20. Juli 1890 in Burg bei Magdeburg) war ein deutscher Schriftsteller und Pädagoge.Sander: Jütting, Wübbe Ulrichs. In: Allgemeine Deutsche Biographie, Bd. 50 (19Ulrich05), S. 731f.; Hajo Jelden: Jütting, Wübbe Ulrichs. In: Martin Tielke (Hrsg.): Biographisches Lexikon für Ostfriesland. Band 1. Ostfriesische Landschaft, Aurich 1993, ISBN 3-925365-75-3, S. 215-217 (mit allen biografischen Daten) (Digitalisat).
Leben und Wirken Wübbe Ulrichs Jütting begann bereits im Alter von 15 Jahren mit der Vertretung einer Lehrerstelle in Holte. Später war er Schulleiter in Marienhafe und erwarb nach und nach vor allem durch Selbststudium die Befähigung für den Beruf des Gymnasiallehrers. Außerdem ließ er sich in Emden zum Taubstummenlehrer ausbilden. 1853 wurde er am Gymnasium Aurich angestellt. Erst 1864 begann er an der Universität Göttingen mit einem Hochschulstudium und wurde dort bereits ein Jahr später (1865) promoviert; 1866 legte er das Staatsexamen für den höheren Schuldienst ab. Anschließend wurde er Schulleiter der höheren Bürgerschule in Einbeck, außerdem hatte er die Aufsicht über die dortigen Volksschulen. 1873 wurde er als in das Lehrerseminar in Eisleben, dann 1876 als Seminardirektor in Erfurt berufen. Neben seinem engagierten Einsatz für die Förderung des Lehrerberufs betätigte sich Jütting als Schriftsteller und beschäftigte sich außerdem u. a. mit der Lexikographie. 1881 wurde er mit dem Roten Adlerorden (4. Klasse) ausgezeichnet; 1884 trat er in den Ruhestand.
Veröffentlichungen (Auswahl)
Biblisches Wörterbuch, enthaltend eine Erklärung der alterthümlichen und seltenen Ausdrücke in M. Luther's Bibelübersetzung. Für Geistliche und Lehrer. Teubner, Leipzig 1864 (Nachdruck: Sändig, Walluf b. Wiesbaden 1973) (Volltext). Sprachliche und pädagogische Abhandlungen. Frerichs, Aurich 1868. Geschichte des Rückschritts in der Dotation der preußischen Volksschule. Beiträge zur innern Schulgeschichte und zur Kritik der bestehenden Schulgesetzgebung nebst der Unterrichtsgesetztes-Vorlage. Volkening, Minden 1870 (Volltext). Der Schreibleseunterricht nach der Realmethode. Siegismund & Volkening, Leipzig 1872 (Volltext). Zur Dotation der preußischen Volksschule. Kritik und Antikritik. 2. Aufl. Siegismund & Volkening, Leipzig 1878 (Volltext). Die ungenügende Besoldung der preußischen Volksschullehrer. Mit einem Nachworte, namentlich über die Küsterfrage. 6. Aufl. Siegismund & Volkening, Leipzig 1878 (Volltext). Der 32jährige Lebenskampf eine ostpreußischen Volksschullehrers. 2. Aufl. Siegismund & Volkening, Leipzig 1878 (Volltext). Festschrift zur Einweihung des neuen Seminargebäudes zu Erfurt am 20. August 1881. Klinkhardt, Leipzig 1882 (Volltext). Phonetische, etymologische und orthographische Essays über deutsche und fremde Wörter mit harten und weichen Verschlußlauten. Herrosé, Wittenberg 1884 (Volltext). (mit Hugo Weber): Das Vaterland. Lesebuch zur Pflege nationaler Bildung. Ausgabe für 4-8 klassige Schulen. 5. und 6. Schuljahr. 28. Aufl. Neu bearb. von Karl Lange. Klinkhardt, Leipzig 1898 (Volltext). (mit Hugo Weber): Anschauungsunterricht und Heimatkunde für das erste bis dritte bzw. vierte Schuljahr. 11. Aufl., bearb. von Johannes Kühnel. Klinkhardt, Leipzig 1922 (Volltext).
Literatur
Franz Meis: Dr. W. U. Jüttings Leben, Wirken und Schaffen. Siegismund & Volkening, Leipzig 1890. Hellmut Hainski: Eine steinerne Gedenktafel für Wübbe Ulrichs Jütting. Erinnerung an einen engagierten Pädagogen in Einbeck. In: Einbecker Jahrbuch, Bd. 55 (2023), S. 197–201.
Einzelnachweise
Kategorie:Pädagoge (19. Jahrhundert) Kategorie:Schulleiter Kategorie:Gymnasiallehrer (Deutschland) Kategorie:Träger des Roten Adlerordens 4. Klasse Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1825 Kategorie:Gestorben 1890 Kategorie:Mann