Elisabeth Seeburg geb. Salomon (* 20. Dezember 1816 in Leipzig; † 18. September 1888 ebenda) war eine Leipziger Mäzenin und Salonnière.

Leben Elisabeth Salomon war die Tochter des Stadtrats und Seidenhändlers Rudolf Julius Salomon (1779–1851) und der Julie Augusta Sophia Salomon, geborene Heinrich. Sie wuchs in wohlhabenden Verhältnissen auf. Ihre Schwester war Hedwig von Holstein, eine ebenfalls in Leipzig wirkende Mäzenin. Die beiden Schwestern erhielten Gesangsunterricht bei August Pohlenz und Franz Hauser,Vgl. Mirjam Gerber: Zwischen Salon und musikalischer Geselligkeit. Henriette Voigt, Livia Frege und Leipzigs bürgerliches Musikleben (= Studien und Materialien zur Musikwissenschaft 90), Hildesheim u. a. 2016, S. 173. ihre Mutter Julie Salomon veranstaltete in ihrem Haus in Leipzig musikalische Gesellschaften.Vgl. Mirjam Gerber: Zwischen Salon und musikalischer Geselligkeit. Henriette Voigt, Livia Frege und Leipzigs bürgerliches Musikleben (= Studien und Materialien zur Musikwissenschaft 90), Hildesheim u. a. 2016, S. 175.

Bereits mit 17 Jahren heiratete Elisabeth Salomon den Leipziger Stadtrat Moritz Seeburg (1794–1851). Während seiner Amtszeit (1831–1851) setzte er sich für verschiedene wohltätige Zwecke ein und war Mitglied des Direktoriums des 1843 gegründeten Conservatoriums der Musik in Leipzig. Elisabeth Seeburg führte in ihrem Haus gesellige und musikalische Veranstaltungen. Ihre Räumlichkeiten waren groß genug, um Werke wie eine doppelchörige Motette von Bach oder Opern, wie z. B. „Der Haideschacht“ von Franz von Holstein, aufführen zu können – wobei Vokalkompositionen Bachs in Privathäusern zu dieser Zeit eher selten zu hören waren.Vermutlich eine erste Wiederaufführung der Kantate „Phoebus und Pan“ in Leipzig seit Bachs Tod fand 1866 in ihrem Hause statt, vgl. Allgemeine musikalische Zeitung vom 7. März 1866, Sp. 83 (online bei ANNO). Der 1875 in Leipzig gegründete Bachverein probte ebenfalls im Haus von Elisabeth Seeburg.Vgl. Mirjam Gerber: Seeburg, Elisabeth (geborene Salomon). In: Leipziger Frauenporträts, Webseite der Stadt Leipzig, 2015.

Nach dem Tod ihres Mannes trat Elisabeth Seeburg gelegentlich öffentlich als Sängerin und Solistin in Kirchen- bzw. Wohltätigkeitskonzerten in Leipzig auf, wie z. B. im Jahr 1853.Vgl. Illustrirte Zeitung von 12. November 1853, S. 315 (online bei ANNO).

1877 vermachte sie aus dem Testament ihrer Mutter deren gesamtes Vermögen von mehr als 12.000 Goldmark dem Salomonstift. Hieraus entwickelte sich in Leipzig-Reudnitz eine große Wohnanlage über 150 Mietparteien für Familien und alleinstehende Frauen, eine Dienstbotenschule und eine Kinderbewahranstalt.Vgl. Mirjam Gerber: Seeburg, Elisabeth (geborene Salomon). In: Leipziger Frauenporträts, Webseite der Stadt Leipzig, 2015. Die Anlage in der Eilenburger Straße 22 steht heute unter Denkmalschutz.Eintrag in der Denkmaldatenbank des Landes Sachsen zur Denkmal-ID 09291817 (PDF, inklusive Kartenausschnitt); abgerufen am 8. März 2026.

Die Stadtbibliothek Leipzig bewahrt eine Liedkomposition „Die Einsame“ von Elisabeth Seeburg, weitere Kompositionen von ihr sind bisher nicht bekannt.

Literatur Mirjam Gerber: Zwischen Salon und musikalischer Geselligkeit. Henriette Voigt, Livia Frege und Leipzigs bürgerliches Musikleben (= Studien und Materialien zur Musikwissenschaft 90), Hildesheim u. a. 2016, ISBN 978-3-487-15407-7, bes. S. 173 f., 184–186. Schumann Briefedition Serie II, Bd. 20: Briefwechsel Robert und Clara Schumanns mit Korrespondenten in Leipzig 1830 bis 1894. Editionsleitung: Thomas Synofzik und Michael Heinemann, Herausgeber: Annegret Rosenmüller und Ekaterina Smyka, Köln: Dohr 2019, ISBN 978-3-86846-030-8, S. 831–848.s. a. die Einträge in der Schumann-Briefdatenbank: https://sbd.schumann-portal.de/Person.html?ID=1470&PWID=1

Weblinks Mirjam Gerber: Seeburg, Elisabeth (geborene Salomon). In: Leipziger Frauenporträts, Website der Stadt Leipzig Seeburg, Elisabeth. In: Carl-Maria-von-Weber-Gesamtausgabe. Digitale Edition (Version 4.13.1 vom 12. Dezember 2025). Letzte Änderung dieses Dokuments am 6. September 2021

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