Das Konservatorium von Sondershausen war ein Konservatorium in Sondershausen im Kyffhäuserkreis in Thüringen.

Geschichte 1883 gründete Carl Schroeder auf Anregung „seines Freundes“ Salomon Jadassohn im „Loh 1“ in Sondershausen in den Räumlichkeiten einer noch heute existierenden Gaststätte bzw. in den Räumen des früheren Bades in Loh, dem „Erbprinz“, das „Fürstliche Konservatorium Sondershausen“. Im Meyers Konversationslexikon heißt es 1907: Die Genehmigung, den Namen „Fürstliches Konservatorium“ verwenden zu dürfen, bekam er unter der Bedingung, dass der Fürstlichen Hofkasse Anfangs gab es „56 Schüler und Schülerinnen“.Freia Hoffmann: Soziale und geographische Herkunft von Studierenden am Beispiel Sondershausen und Straßburg. In: Annkatrin Babbe, Volker Timmermann (Hrsg.): Konservatoriumsausbildung von 1795 bis 1945. Beiträge zur Bremer Tagung im Februar 2019 (= Schriftenreihe des Sophie Drinker Instituts 17), Hildesheim 2021, S. 229–242. 1886 war das Konservatorium Gastgeber der 23. Tonkünstlerversammlung des Allgemeinen deutschen Musikvereins.

1886 verließ Carl Schroeder Sondershausen. Bei seinem Weggang verkaufte er das Konservatorium an seinen Nachfolger Adolf Schultze.

Ab dem 18. Oktober 1887 war das Konservatorium in der heutigen „Carl-Schroeder-Straße 10“ untergebracht. Das Gebäude gehörte zuvor zur Fürstlichen Domäne von Schwarzburg-Sondershausen und diente von 1864 bis 1887 als Postgebäude. In dem Gebäude befanden sich die Unterrichtsräume und in der oberen Etage die Wohnung des Direktors.

Als Schultze Sondershausen im September 1890 verließ, ging das Konservatorium offiziell in den Besitz des Fürsten Karl Günther von Schwarzburg-Sondershausen über. Von da an war die Leitung der Kapelle mit der des Konservatoriums verbunden.Der Deutsche. Landeszeitung für das Fürstenthum Schwarzburg-Sondershausen. 1890 Nr. 228 und 1933 Nr. 153.

Carl Schroeder kam zur Saison 1890 zurück, wurde zum Professor ernannt und wurde erneut Leiter des Konservatorium, der Hofkapelle und der Oper. Er gab dafür seine Stellung als erster Kapellmeister des Stadttheaters Hamburg auf.

Ab 1897 verfügte das Haus über einen eigenen Konzertsaal. Im selben Jahr erwähnt Eliza Ichenhaeuser das Konservatorium von Sonderhausen in ihrem Buch Erwerbsmöglichkeiten für Frauen – Praktischer Ratgeber für erwerbsuchende Frauen in allen Angelegenheiten der Vorbildung, der Anstellung und der sozialen Selbständigkeit – Nebst Nachweis von Wohlfahrtseinrichtungen.

1907 trat Carl Schroeder in den Ruhestand. Sein Nachfolger bis 1910 war Traugott OchsNachruf in Der Deutsche Nr. 200 vom 29. Aug. 1919.. 1910 übernahm Rudolph Herfurth die Leitung der Hofkapelle und Carl Corbach die Leitung des Konservatoriums. 1911 schied Herfurth aus, Corbach übernahm auch die Leitung der Hofkapelle und wurde am 1. April 1911 zum Hofkapellmeister berufen.Professor Corbach tritt in den Ruhestand. In: Der Deutsche 1938 Nr. 77.Der Deutsche 1911 Nr. 75.

Mit dem Ende des Ersten Weltkriegs (1918) endete noch vor der Verabschiedung der Weimarer Verfassung (1919) in Deutschland die Monarchie und damit die Adelsvorrechte. Das Fürstliche Konservatorium in Sondershausen nannte sich ab Mai 1919 „Hochschule für Musik“.Der Deutsche 1919 Nr. 114.

1933 übernahm der Nationalsozialist Otto Wartisch die Funktion des Generalmusikdirektors des Loh-Orchesters, Corbach musste die Orchesterleitung abgeben.Der Deutsche. Thüringer Tageblatt 1933 Nr. 145 und 149. Anlässlich der 50-Jahr-Feier der Hochschule für Musik bezeichnet Hermann Gresky sie als einen wichtigen Wirtschaftsfaktor von Sondershausen.

Im August 1935 erhielt die Poststraße, an der die Hochschule lag, den Namen „Carl-Schroeder-Straße“.Der Deutsche 1935 Nr. 177.

Ab September 1936 wurde der Name in „Konservatorium der Musik in Sonderhausen“ geändert.Der Deutsche 1936 Nr. 212.

Im März 1938 musste Carl Corbach auch seine Stelle als Rektor des Konservatoriums an Otto Wartisch abgeben.Professor Corbach tritt in den Ruhestand. In: Der Deutsche 1938 Nr. 77. Im selben Jahr wurde die „Luftwaffen-Musikschule Sondershausen (Thüringen)“ eingerichtet, laut Satzung „zur umfassenden Ausbildung von musikalisch begabten Knaben zu guten Militärmusikern im nationalsozialistischen Geiste“. Gemäß § 14 der Satzung stellte der Bürgermeister von Sondershausen die Lehrer ein. Die Musiklehrer stammten aus dem Orchester und dem Konservatorium.

Die Leitung des Loh-Orchesters und des Konservatoriums ging im Februar 1940 an Carl Maria Artz (1887–1963).Der Deutsche 1940 Nr. 38.

Am 1. September 1944 wurde das Konservatorium kriegsbedingt geschlossen.

1945 trug das Konservatorium den Namen „Max-Reger-Konservatorium“.

1949 verlor das Konservatorium den Hochschulstatus und das Land Thüringen übernahm die Trägerschaft. 1950 erfolgte die Umwandlung in eine städtische Musikschule, die „Musikschule Sondershausen“. Sie erhielt 1982 eine Auszeichnung im Hans-Otto-Wettbewerb für ihre „hervorragenden Leistungen im Wettbewerb der Künstler und Kulturschaffenden“.

Die Musikschule Sondershausen trägt seit 2008, dem Jahr des 125-jährigen Jubiläums, den Namen „Carl Schroeder Konservatorium“ und befindet sich in „Schloss 1“ im Westflügel. Träger ist der Kyffhäuserkreis.

Das ursprüngliche Gebäude wird seit 1990 durch die Stadtverwaltung und Vereine verwendet. Die Generalsanierung ab 1998 wurde 2000 abgeschlossen und der „Carl-Schroeder-Saal“ wurde eingeweiht.

Seit 2005 besteht die landeszentrale Thüringer Landesmusikakademie Sondershausen für die musikalische Aus-, Fort- und Weiterbildung musikalischer Laien und Nachwuchsmusiker auf dem Gelände des Schloss Sondershausen der Stadt Sondershausen. Ihr ehrenamtlicher Direktor ist seit der Gründung Eckart Lange.

2023 fand zum 140. Gründungsjubiläum des Konservatoriums bzw. der Hochschule das „2. Sondershäuser Symposium zur Musik“ statt, auf dem es um die musikalische Bildung in der NS-Zeit ging. Neben Benjamin Ortmeyer, Alexander Cvetko, Freia Hoffmann,Freia Hoffmann referierte über die Vorgeschichte des Konservatoriums Sondershausen von 1883 bis 1933, siehe Wolfram Huschke und Maria Stolarzewicz war Eckart Lange der sechste Referent mit dem Beitrag Die Hochschule für Musik / das Konservatorium der Musik von 1933–1944 im Überlebenskampf. 2024 veröffentlichte er zum selben Thema ein Buch.

Lehrer Carl Schroeder (1848–1935), Cellist, Komponist, Dirigent sowie Hofkapellmeister Max Reger (1873–1916), Organist, Pianist und Dirigent Hugo Riemann (1849–1919), Musiktheoretiker, Musikpädagoge und Musiklexikograph Carl Corbach (1867–1947), Violinvirtuose, Orchesterleiter und Leiter der Hochschule für Musik in Sondershausen Alfred Reisenauer (1863–1907), Pianist, Komponist und Musikpädagoge Wilhelm Backhaus (1884–1969), Pianist Hermann Hesse (1861–1948), Dirigent, Chorleiter und Organist

Schüler Walter Kollo (1878–1940), Komponist Karl Tutein (1887–1984), Dirigent Karl-Ernst Sasse (1923–2006), Komponist und Dirigent Eduard Bornschein (1883–1945), Musiklehrer und Komponist Paul Knüpfer (1866–1920), Opernsänger Hans Stieber (1886–1969), Dirigent, Komponist und Geiger Franz Georg John Walther Cropp (1890–1964), Komponist, Musikpädagoge und Musikdirektor Eduard Wellenkamp (1868–1948), Violoncellist, Organist, Orchester- und Kammermusiker und Komponist Victor Heinisch (1866–1910), Harfenist, Komponist, Dirigent und Korrepetitor Erna Becker-Ernst, (1885–1945), Komponistin Helmut Hampe (1896–1939), Musiklehrer und Ornithologe Emanuel Voß (1873–1963), Opernsänger, Intendant und Theaterdirektor John Fernström, (1897–1961), Komponist und Dirigent Hans Storck (1912–2000), Dirigent Alfred Gleißberg (1864–1963), Oboist Ivar Hellman (1891–1994), Dirigent und Komponist Olaf Koch (1932–2001), Dirigent und Hochschullehrer

Literatur

Siehe auch Das Sophie Drinker Institut in Bremen

Weblinks

Einzelnachweise

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