Unión Cuba-Petróleo, abgekürzt als CUPET, ist Kubas größtes Ölunternehmen. Es befindet sich im Besitz der kubanischen Regierung und wird von dieser betrieben. Das Unternehmen ist in der Förderung von Erdölvorkommen sowie in der Raffination und dem Vertrieb von Erdölprodukten tätig. In Zusammenarbeit mit dem Mischkonzern CIMEX betreibt es eine Kette von Tankstellen, an denen Benzin verkauft wird.
Geschichte mini|Ölraffinerie von CUPET bei Havanna Die Ölproduktion in Kuba begann bereits mit der Entdeckung des Ölfelds Motembo im Jahr 1881, und die Entdeckung des Jatibonico-Ölfelds im Zentralbecken Kubas löste in den 1950er Jahren einen Ölboom aus. Am 6. August 1960 verstaatlichte die kubanische Regierung unter Präsident Osvaldo Dorticós Torrado und Premierminister Fidel Castro alle amerikanischen Ölraffinerien innerhalb der Landesgrenzen Kubas. Zusammen mit Zuckerfabriken und Bergwerken beschlagnahmte Kuba US-Vermögenswerte im Wert von mehr als einer Milliarde US-Dollar. Infolgedessen stellten die USA alle Öllieferungen an Kuba ein und verhängten eine Wirtschaftsblockade gegen die Insel. Für den Rest des Kalten Krieges war Kuba daraufhin auf verbilligte Lieferungen aus der Sowjetunion angewiesen.
Mitten in der Wirtschaftskrise in Kuba nach dem Zerfall des Ostblocks wurden am 25. März 1992 verschiedene staatliche Ölunternehmen zur Unión Cuba-Petróleo zusammengeschlossen. In der Folgezeit kooperierte CUPET mit internationalen Partnern, um die Produktion aufrechtzuerhalten und neue Explorationen durchzuführen. Der wichtigste internationale Partner wurde dabei der venezolanische Staatskonzern Petróleos de Venezuela, der ab den 2000er Jahren verbilligtes Erdöl an Kuba lieferte. Aufgrund veralteter Anlagen und internationaler Sanktionen ging die eigene Ölproduktion jedoch zurück und sank 13 Jahre lang, bis 2025 erstmals wieder ein kleines Wachstum zu verzeichnen war.
Nach dem US-amerikanischen Angriff auf Venezuela 2026 stellte Venezuela die Öllieferungen an CUPET ein, was zu einer schweren Energiekrise im Land führte. Am 11. Juni 2026 wurde Cupet auf die US-Sanktionsliste gesetzt. Grund sei, dass Energie seit langem als Waffe zur Unterdrückung des Volkes als auch zur Selbstbedienung des kleptokratischen Regimes benutzt werden würde.
Im Juni 2026 genehmigte der US‑Supreme-Court eine Klage der US-Öl-Gesellschaft Exxon gegen kubanische Staatsunternehmen auf Grundlage von Titel III des Helms-Burton Acts. Damit kann auch gegen Cupet Klage auf Entschädigung wegen nach dem Sieg der Revolution verstaatlichten Eigentums erhoben werden. Im September des Jahres wurden gescheiterte Verhandlungen zwischen der US- und der kubanischen Regierung bekannt, u. a. die Privatisierung von Cupet zum Ziel hatten. Im Gegenzug würden die USA Kuba mit Öl beliefern. Ein solcher Deal hätte allerdings auch einer Lösung des Konflikts mit ExxonMobil bedurft.
Ölförderung mini|Chinesischer Erdölbohrturm in der Nähe von Havanna (2014) Die Förderung erfolgt in der nördlichen Region Kubas, in der Provinz Havanna. CUPET hat unter anderem Geschäftsvereinbarungen mit der Volksrepublik China, dem spanischen Ölkonzern Repsol und dem kanadischen Unternehmen Sherritt International. Die Erdölförderung wurde 2016 mit knapp 80.000 Barrel pro Tag angegeben, diese Produktion reicht allerdings nicht aus, um den einheimischen Bedarf zu decken, weshalb das Land auf Importe aus dem Ausland angewiesen ist.The Oil and Gas Industry in Cuba
Eine Partnerschaft zwischen dem spanischen Ölkonzern Repsol-YPF und Kubas staatlichem Ölkonzern Cupet aus dem Jahr 2004 schätzte Kubas Offshore-Reserven auf eine Gesamtfördermenge zwischen 4,6 und 9,3 Milliarden Barrel Rohöl.Assessment of Undiscovered Oil and Gas Resources of the North Cuba Basin, Cuba, 2004 Laut einer Schätzung der kubanischen Regierung von 2008 gehört Kuba zu den Ländern mit den 20 größten Erdölreserven.
Weblinks
Union Cuba-Petróleo (CUPET), Homepage der Gesellschaft
Einzelnachweise
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