mini|alternativtext=Verbreitung|Verbreitungsgebiet der Dunklen Kongo-Weißzahnspitzmaus Die Dunkle Kongo-Weißzahnspitzmaus (Crocidura caliginea) ist ein im Nordosten der Demokratischen Republik Kongo endemisches Säugetier in der Gattung der Weißzahnspitzmäuse. Zwischen den Funden von 1916 und 1990 lag ein größerer Zeitabstand. Das Typusexemplar stammt von der Ortschaft Medje. Schoutedens Großkopfspitzmaus (Paracrocidura schoutedeni), die in anderen Regionen Zentralafrikas verbreitet ist, hat etwa dieselbe Lebensweise.
Merkmale Diese kleine bis mittelgroße Spitzmaus erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge um 69,5 mm, eine Schwanzlänge von fast 49 mm und ein Gewicht von 8,5 g. Sie hat etwa 7 mm lange Ohren und Hinterfüße von fast 12 mm Länge. Viele Männchen besitzen einen zusätzlichen Höcker an einem der oberen Schneidezähne. Ein solcher Dimorphismus ist recht ungewöhnlich für Spitzmäuse. Wie aus dem Namen erkenntlich ist dunkelbraunes Fell vorhanden, das oberseits intensiver gefärbt wirkt. Eine markante Grenze zur etwas bleicheren Unterseite ist nicht erkennbar. An der Schnauze, auf den Ohren und an Händen sowie Füßen ist die etwas heller braune Haut erkennbar. Die darauf vorhandenen kurzen und feinen weißen Haare sind fast unsichtbar. Auf den Sohlen der kurzen Füße sind keine Haare vorhanden. Der braune Schwanz trägt kurze Borsten nahe am Körper, während weitere verstreute Borsten unscheinbar sind. Mit den hellen Ohren, die im Kontrast zum dunklen Fell stehen, ähnelt die Art den Kongo-Wimperspitzmäusen. Der Schnauzenteil (Rostrum) am Schädel ist bei der Dunklen Kongo-Weißzahnspitzmaus im Verhältnis zur Hirnschale kleiner, die Borsten am Schwanz fehlen den Mitgliedern der anderen Gattung und die Dicke der Wulst an der Ohrkante weicht ab. In seiner Gattung ist das Tier der Yankari-Spitzmaus ähnlich. Diese Spitzmaus hat recht große Zähne.
Verbreitung Die Funde stammen aus den Wäldern um Kisangani, Masako und Epulu sowie von einer Insel im Fluss Kongo. Die Region liegt auf etwa 750 Meter Höhe und ist mit ursprünglichen sowie veränderten Wäldern bedeckt. Exemplare wurden häufig nahe kleiner Wasserläufe entdeckt und es sind Funde aus Brachland bekannt.
Lebensweise Aufgrund der Körpermerkmale wird angenommen, dass sich diese Spitzmaus auf dem Boden bewegt oder teilweise im Erdreich gräbt. Bei einer Studie im Wald bei Masako wurden neun Spitzmausarten gezählt und diese Art war mit 33 Prozent der gefundenen Exemplare recht häufig. Während dieser Studie enthielten die Mägen aller untersuchten Exemplare Reste von Ameisen. Zusätzlich kamen Termiten, Webspinnen, Käfer und Doppelfüßer recht häufig vor. Die Beutetiere hatten eine Länge von 3 bis 20 mm. Aufgrund des gut entwickelten Gebisses kann das Tier vermutlich Beute mit harter Schale knacken. Zur Fortpflanzung liegen keine Informationen vor.
Gefährdung Landschaftsveränderungen wirken sich vermutlich nur regional begrenzt aus. Die Art ist scheinbar weiter verbreitet als bekannt und sie kann sich an moderate Forstwirtschaft anpassen. Die IUCN listet sie als nicht gefährdet (least concern).
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Weißzahnspitzmäuse Kategorie:Endemisches Tier der Demokratischen Republik Kongo