Die Grandes Brasseries de l’Est (GBE) ist eine Gruppe französischer Traditionsrestaurants, mit Lokalen in Ost-Frankreich und Paris.

Restaurants Anfang 2025 umfasste die Gruppe 14 Restaurants, jeweils mit Ort und Gründungsjahr: mini|Paris - Brasserie Floderer mini|Nancy - Brasserie Excelsior

Brasserie Floderer, Paris, 1909 Bouillon Julien Paris, 1906 Petit Bouillon Pharamond, Paris, 1832 Brasserie Excelsior, Reims, 1921 Brasserie Excelsior, Nancy, 1911 Maison Kammerzell, Strasbourg, 1427 Brasserie Floderer Strasbourg, 1911 L’Ancienne Douane, Strasbourg, 1401 La Bourse, Strasbourg, 1927 Le Clou Strasbourg, 1911 Brasserie au Dauphin, Strasbourg, 1770 Le Gurtlerhoft, Strasbourg, 1317 Café Brant, Strasbourg, 1898 Café Broglie, Strasbourg, 1781

Die Einrichtung der Restaurants ist immer elegant, der Stil wird durch das Gründungsjahr bestimmt. Restaurants aus dem Ende des 19. bzw. Anfang des 20. Jahrhunderts sind im Art-Nouveau- bzw. Art-déco-Stil eingerichtet, ältere in einem „mittelalterlichen“ oder barocken Stil. Mit der Übernahme in die Gruppe wurden die Restaurants aufwändig restauriert, wo möglich im Original Dekor. Historische Restaurants gehören in Frankreich zum kulturellen Erbe, ihre stilgerechte Restaurierung wird steuerlich gefördert. Die Karte bietet Traditionsgerichte, mit lokalen Abweichungen, z. B. Sauerkraut im Elsass. Sie konkurriert nicht mit der Sterne-Gastronomie, auch das Preisniveau ist weit darunter. Die Preise sind auch für Familien erschwinglich, die nicht reich sind. Selbst die Meeresfrüchte-Platten (plateau de fruits de mer) sind relativ preiswert. Das Geschäftsmodell ähnelt dem der Groupe Bertrand mit ihren traditionellen Restaurants. Anlässlich der Übernahme der Brasserie Floderer veröffentlichte die Gruppe einige Finanzzahlen: Der Kaufpreis betrug 3 Mio. €, die Renovierung weitere 700.000 €.

Geschäftsführung In der Presse wird Jean-Noël Dron als Eigentümer und Generaldirektor (PDG) der GBE bezeichnet. Die juristische Struktur ist komplizierter. Die Gesellschaft Grandes Brasseries de L’Est wird geleitet von Ait Medjber Mohand und der Firma TRASCO. Der Präsident der Holding-Gesellschaft TRASCO ist Jean-Noël Dron. Die Gesellschaft hat die Form einer „Société par actions simplifiée à associé unique“ (Vereinfachte Aktiengesellschaft mit einem einzigen Aktionär), die nur sehr wenige Daten veröffentlichen muss. Unter dem Namen TRASCO sind noch weitere, kleinere Gesellschaften im Handelsregister unter derselben Adresse eingetragen. TRASCO ist kein Akronym, sondern der Name einer früheren Café-Bar in Strasbourg.

Jean-Noël Dron wurde 1972 in Nancy geboren, er machte 1992 Abitur am Lycée Notre-Dame - Saint Sigisbert in Nancy, einer katholischen Privatschule, danach studierte er Jura in Strasbourg. Mit einem Kommilitonen kaufte er in den 1990er Jahren eine Brasserie in der Nähe des Bahnhofs von Strasbourg für 1 Mio. Francs. Er ist verheiratet und hat Kinder. Er ist Mitglied im Verein Entrepreneurs et Dirigeants Chrétiens (EDC/Christliche Unternehmer und Führungskräfte) und ehrenamtlicher Schlichter (Conciliateur de Justice) bei Gericht.

Geschichte 1968 kaufte Jean-Paul Bucher die Brasserie Floderer, ein Traditionsrestaurant in Paris, modernisierte die Karte und gründete mit weiteren ähnlichen Restaurants die Gruppe Flo, Diminutiv von Floderer. Er gründete auch Restaurants im Ausland und kaufte die Gruppe von Systemgastronomie-Restaurants Hippopotamus. Finanzielle Schwierigkeiten führten dazu, dass er im Jahr 2002 seine Gruppe an die Investmentgesellschaft Butler Industries verkaufte, die die Gruppe aufspaltete. Ein Teil ging an die Groupe Bertrand. Von dieser übernahmen die Grands Brasseries de l'Est an 2018 mehrere Restaurants, darunter Flo, die sie in Floderer umbenannte. GBE besaß zu diesem Zeitpunkt mehrere Restaurants in Strasbourg, Nancy und Reims. Der Direktor der GBE Tahar Aït Medjber war vorher Mitarbeiter der Gruppe Flo. Seither übernahm die Gruppe weitere Restaurants, die in ihr Konzept passten.

Ende 2025 verhandelte GBE mit Salpa Restauration von Jean-Paul Burrus über die Übernahme der Restaurants Chez Yvonne, Aux Armes de Strasbourg, le Saint-Sépulcre und Le Tire-Bouchon, alles Traditionslokale in Strasbourg.

Literatur

Bertrand Muner, Alexandre Marchi: A la table des grandes brasseries de l’Est: de Strasbourg à Paris, de Nancy à Reims SIGNE Mundolsheim, 2023, ISBN 978-2-746-84463-6.

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Einzelnachweise

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