Tetyana Galatyuk (* 10. September 1981 in Kusnezowsk, Ukrainische SSR) ist eine ukrainische Physikerin. Sie ist Professorin für Hadron- und Nuklearphysik an der TU Darmstadt und leitet die Arbeitsgruppe zur Erforschung von QCD-Materie in der Abteilung HADES am GSI und die Arbeitsgruppe „Dileptons“ in der CBM Kollaboration am zukünftigen Beschleuniger FAIR. Ihr wurde 2013 der Röntgen-Preis der Justus-Liebig-Universität Gießen verliehen.
Leben Tetyana Galatyuk studierte von 1998 bis 2003 Physik an der Nationalen Taras-Schewtschenko-Universität und spezialisierte sich auf Kern- und Elementarteilchenphysik. In ihrer Masterarbeit erforschte sie die Modellierung von Transienten an WWER Kernreaktoren. Danach arbeitete sie in der Abteilung für Nuklearsicherheit am Kernkraftwerk Riwne. 2005 wechselte Galatyuk dann an das GSI in Darmstadt und arbeitete an ihrer Dissertation bei Joachim Stroth an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main. Sie wurde 2009 mit ihrer Arbeit zur Spektroskopie von Elektronenpaaren aus den Messungen der Experimente HADES und CBM des GSI promoviert.
Galatyuk leitete seit 2012 die Helmholtz Nachwuchsgruppe Exploring Quark Matter with Virtual Photons, seit 2018 die Arbeitsgruppe QCD-Materieforschung am GSI. 2021 wurde sie zur Professorin an der TU Darmstadt berufen. Sie war stellvertretende Sprecherin und Principal Investigator am ELEMENTS research cluster und stellvertretende Sprecherin des Fachkollegiums Teilchen, Kerne und Felder der DFG.
Forschung Nach dem Physikstudium widmete sich Galatyuk der Erforschung der mikroskopischen Eigenschaften von QCD-dominierter Materie, die bei hochenergetischen Kollisionen von schweren Ionen entsteht. Dazu verwendet sie spektroskopische Analysen von Hadronen, Schwerionen und Ereignissen mit Leptonpaaren um die Phänomenologie der Schwerionenkollisionen besser zu beschreiben. Beispielsweise standen Messungen der invarianten Massen von Leptonpaaren in Teilen des Sub-GeV Spektrums im Konflikt mit theoretischen Vorhersagen, da sie nicht über das gesamte Spektrum den Wirkungsquerschnitt für die Produktion virtueller Photonen vorhersagen konnten. Galatyuk wurde für ihre Beiträge zur Lösung dieses sogenannten Di-Lepton Spectrometer Puzzle mit dem Röntgen-Preis der Justus-Liebig-Universität Gießen ausgezeichnet.
Galatyuk ist Mitglied bei den Forschungskollaborationen HADES (GSI), CBM (GSI/FAIR) und STAR (RHIC), dort ist sie sowohl in der statistischen Auswertung der Daten der bestehenden Experimente als auch in der Detektorentwicklung und Planung der Experimente am zukünftigen CBM Detektor, involviert.
Auszeichnungen und Förderungen
2012: Verleihung einer Helmholtz-Nachwuchsgruppe (1,25 Mio. € Förderung) 2013: Röntgen-Preis der Justus-Liebig-Universität Gießen
Weblinks Galatyuk's Arbeitsgruppe an der TU Darmstadt Webseite beim ELEMENTS research cluster Publikationen von Tetyana Galatyuk bei inspirehep
Einzelnachweise
Kategorie:Physiker (21. Jahrhundert) Kategorie:Hochschullehrer (Technische Universität Darmstadt) Kategorie:Ukrainischer Emigrant in Deutschland Kategorie:Ukrainer Kategorie:Sowjetbürger Kategorie:Geboren 1981 Kategorie:Frau