mini|Sigmund von Fraunberg als Kammer­richter. In der rechten Hand hält er den Gerichtsstab. Hans Holbein d. Ä., 1512 oder etwas später

Sigmund von Fraunberg zu Haag (* 1445; † 1521 in WienSigmund von Fraunberg zu Haag auf Thesaurus Personarum (Weblinks).Zu den Daten gibt es abweichende Angaben: Sigmund von Fraunberg auf FamilySearch (Weblinks) nennt als Geburtsjahr 1433, Geneanet nennt das Jahr 1437; Jost Hausmann: Die Städte des Reichskammergerichts. In: Jost Hausmann (Hg.): Fern vom Kaiser. Städte und Stätten des Reichskammergerichts. Böhlau, Köln u. a. 1995, ISBN 3-412-07695-3, S. 9–36 (55) nennt als Sterbejahr 1522.) war ein Adliger, Spitzenbeamter im Herzogtum Bayern-Landshut und Kammerrichter des Reichskammergerichts.

Familie Sigmund von Fraunberg war der Sohn von Hans III.Geneanet nennt als Vater Hans VII. von Fraunberg (1405–1478). von Fraunberg und Anna von Geyern.Sigmund von Fraunberg auf FamilySearch (Weblinks). Er heiratete am 21. April 1467 Margarethe von Aichberg (1439–1506).Sigmund von Fraunberg auf FamilySearch (Weblinks). Die Ehe war arrangiert und Teil eines Prozessvergleichs in einem sich über viele Jahre hinziehenden Erbschaftsstreit.Münch, S. 48–50. Margarethe und Sigmund hatten mehrere Kinder: ca. 1460Münch, S. 154.–1517 Wolfgang II.Sigmund von Fraunberg auf FamilySearch (Weblinks). Leonhard (I) (1469–1511), verheiratet mit Amalia von LeuchtenbergSigmund von Fraunberg zu Haag auf Thesaurus Personarum (Weblinks); Geneanet. Ladislaus (um 1507–1566)Sigmund von Fraunberg zu Haag auf Thesaurus Personarum (Weblinks); Geneanet. Elisabeth (1509–1536)Sigmund von Fraunberg auf FamilySearch (Weblinks); Geneanet. Leonhard (II) (* nach 1511)Sigmund von Fraunberg zu Haag auf Thesaurus Personarum (Weblinks). KatharinaSigmund von Fraunberg auf FamilySearch (Weblinks); Geneanet.

Wirken mini|Unterschrift des Sigmund von Fraunberg

1470 wurde Sigmund von Fraunberg herzoglich-bayerischer Rat. 1476 erbte er die Herrschaft Haag. Trotz seiner umfassenden auswärtigen Verpflichtungen – zunächst für das Herzogtum Bayern-Landshut, später für das Reich – was zahlreiche auch längere Abwesenheiten von den heimischen Besitzungen zur Folge hatte, kümmerte sich Sigmund auch intensiv um deren Belange. Dort ließ er sich in der Regel dann durch örtliche Adlige oder Familienmitglieder vertreten. Der Kaiser bestätigte ihm die Reichsunmittelbarkeit für Haag.Münch, S. 121. Sigmund baute die Burg Haag ausMünch, S. 88–97. und kaufte von Verwandten seiner Frau das Schloss Taufkirchen.Münch, S. 99f. Zahlreich waren auch seine kirchlichen Bauten. Er vollendete den bereits 1430 begonnenen Bau der Pfarrkirchen St. Wolfgang in Sankt Wolfgang.Münch, S. 72–76. Sein Versuch, dort ein Kollegiatstift zu errichten, scheiterte aber letztendlich am Widerstand des Bischofs von Freising.Münch, S. 116f. Er engagierte sich auch bei zahlreichen weiteren Kirchen in seinem Territorium, so bei St. Remigius in LappachMünch, S. 76–78., modernisierte die Kirche in Berg bei HaagMünch, S. 79., die Kirche St. Agatha in PyramoosMünch, S. 81., die Kirche St. Ägidius in LengmoosMünch, S. 81., die Kirche St. Korbinian in RechtmehringMünch, S. 79–81. – unter Einbeziehung älterer Bauteile –, die Kirche in Zell am Inn, südlich von RiedenMünch, S. 81., die Kirche St. Oswald in Limberg, heute ein Ortsteil von ReichertsheimMünch, S. 81., und die Kirche Mariä Himmelfahrt in Kirchdorf.Münch, S. 85f.

Nach außen war Sigmund zunächst eng mit dem Herzogtum Bayern-Landshut verbunden. 1489 wurde er Statthalter von Niederbayern, 1500 herzoglich-bayerischer Marschall.Sigmund von Fraunberg zu Haag auf Thesaurus Personarum (Weblinks). Als das Herzogtum Bayern-Landshut nach dem Landshuter Erbfolgekrieg 1504/1505 an Herzog Albrecht IV. von Bayern-München fiel, wurde der Hof in Landshut aufgegeben, die dortigen Führungsfunktionen, die Sigmund bisher eingenommen hatte, entfielen und sein Territorium war nun komplett von Bayern umgeben. In der Folge orientierte er sich zu den Habsburgern um.Münch, S. 144. Noch vor 1505 wurde er königlicher Rat.Sigmund von Fraunberg zu Haag auf Thesaurus Personarum (Weblinks). Das Verhältnis zu den Kaisern, Friedrich III. und Maximilian I., war immer sehr gut. Er wohnte den Trauerfeierlichkeiten für Friedrich III. 1493 beiMünch, S. 122. und 1509 erhob ihn Kaiser Maximilian I. in den erblichen Grafenstand.Münch, S. 145. Von 1512 bis 1519 amtierte er als Kammerrichter am Reichskammergericht, das während seiner Amtszeit seinen Sitz in Worms und zwischenzeitlich auch für zwei Jahre in Speyer hatte, und repräsentierte damit dort den Kaiser.Sigmund von Fraunberg zu Haag auf Thesaurus Personarum (Weblinks). 1517 organisierte er von Worms aus Musterung und Rüstung des Reiches gegen das Osmanische Reich.Münch, S. 155.

Wissenswert Ein Porträt des Sigmund von Fraunberg von Hans Holbein d. Ä. von 1512 oder etwas später befindet sich in den Fürstlichen Sammlungen des Hauses Liechtenstein.Porträt des Sigmund von Fraunberg, Graf zu Haag. The Princely Collections, Vaduz–Vienna; abgerufen am 6. März 2026; Inventarnummer: GE 1096.

Literatur Rudolf Münch: Das große Buch der Grafschaft Haag Band 2: Spätmittelalter 1434 bis 1522. Greipel, Haag 1987.

Weblinks Sigmund von Fraunberg zu Haag auf Thesaurus Personarum. Pfälzische Personengeschichte des 16. bis 18. Jahrhunderts. Sigmund von Fraunberg, Graf zum Haag auf FamilySearch Sigmund von Fraunberg auf Geneanet

Anmerkungen

Einzelnachweise

Kategorie:Geschichte (Landkreis Mühldorf am Inn) Kategorie:Geschichte (Landkreis Erding) Kategorie:Graf (HRR) Kategorie:Kammerrichter des Reichskammergerichts Kategorie:Geboren 1445 Kategorie:Gestorben 1521 Kategorie:Mann