miniatur|Armen-Friedhof, um 1840 Der Koppesche Armenkirchhof war ein Friedhof in Berlin-Mitte von 1704 bis 1839.

Lage Der Armenkirchhof lag nördlich der Auguststraße zwischen der Kleinen Hamburger Straße im Westen und der Kleinen Gasse im Osten in der Nähe des Hamburger Tores in der Spandauer Vorstadt., Verzeichnis der Begräbnisplätze in Berlin In der Gegenwart stehen auf dem größten Teil der Fläche Wohnhäuser, ein kleiner Bereich bildet den Koppenplatz mit einer Grünfläche. Nur das historische Grabmal von Christian Koppe ist erhalten.

Geschichte 1696 kaufte der Ratsherr Christian Koppe ein Grundstück direkt an der Berliner Stadtgrenze.Hermann Vogt, Die Straßen-Namen Berlins, 1885, S. 49, mit einigen Details zur Geschichte 1705 schenkte er einen Teil der Armenverwaltung von Berlin, damit diese dort einen Friedhof für Arme und andere Personen einrichten konnte, die nicht auf einem der kirchlichen Friedhöfe bestattet werden konnten.Friedrich Nicolai, Beschreibung der Königlichen Residenzstädte Berlin und Potsdam, 3. Auflage, Zweyter Band, Berlin 1786, S. 630; (fast identisch schon 1779, S. 455); erwähnte nur die Armen; im Hospital lebten 21 Frauen Die Vorsteher der in der Nähe gelegenen Georgenkirche hatten sich geweigert, weiterhin die in den Armenanstalten sterbenden Todten unentgeltlich auf ihrem Hospitalkirchhof aufzunehmen.Ute Langeheinecke, Der Wedding als ländliche Ansiedlung. Zur städtebaulichen Entwicklung des Bezirks Wedding 1720 bis 1840, Berlin 1992, S. 268 (kurzer Auszug), mit Zitat von Friedrich Nicolai (in einem anderen Abschnitt) 1708 stiftete Christian Koppe auf dem Gelände außerdem ein Hospital als Unterkunft für mittellose Frauen. 1722 ließ er sich selber auf dem Friedhof bestatten.

miniatur|Grabmal für Christian Koppen 1811 wurde dort ein Leichenhaus (Thürmchen) eingerichtet, in dem Verunglückte obduziert und Selbstmörder zu Forschungszwecken seziert wurden. Der ummauerte Friedhof war zu dieser Zeit nur durch dessen Eingangstür auf Nachfrage zugänglich. Dort wohnten ein Totengräber und seine Frau. Der Schriftsteller Karl Gutzkow beschrieb den Friedhof, den er um 1820 als Junge mit einem Freund besichtigen konnte.

Weitere Nutzung des Geländes 1838 fand die letzte Beerdigung statt, 1839 wurde der Friedhof aufgegeben. 1844 wurde der größte Teil des Geländes mit dem Thürmchen an die städtischen Gasbetriebe verkauft, die dort eine Gaserleuchtungs-Anstalt, später Gasometer, errichtete.Grundriss von Berlin 1846 (detailliert vergrößerbar, oberste Reihe, fünftes kleines Feld von links, weiße Fläche im grünen Gebiet, Nr. 80), mit GaserleuchtungsAnstalt und Koppensches Armenhaus 1853 wurde das restliche ehemalige Friedhofsgelände von der Armenverwaltung an die Stadt Berlin übergeben, die dort eine kleine Straße mit dem Koppenplatz einrichtete.Bericht über die Verwaltung der Stadt Berlin in den Jahren 1851 bis incl. 1860, Berlin 1863, S. 31–32

Literatur Hermann Vogt: Die Straßen-Namen Berlins. Mittler & Sohn, Berlin 1885. S. 49.

Weblinks Koppescher Armenfriedhof. Berlin Geschichte, nach Vogt

Einzelnachweise

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