Turmbau Steffens & Nölle ist ein 1893 in Berlin von Reinhard Steffens und Ernst Noelle als Stahlbaufirma Steffens & Nölle AG (oder kurz Steffens & Nölle) gegründetes Unternehmen für Stahlbau. Im Laufe seiner Geschichte hat es an mehreren bekannten Bauten mitgewirkt und sich auf den Bau und die Errichtung von freistehenden und abgespannten Stahltürmen, insbesondere für Funkzwecke, spezialisiert.
Geschichte Das Unternehmen wurde in Berlin am 1. Januar 1893 unter dem Namen Stahlbaufirma Steffens & Nölle als Aktiengesellschaft von den beiden Kommerzienräten Reinhard Steffens und Ernst Nölle gegründet. Das Stammhaus des Unternehmens befand sich an der Ringbahnstraße in Berlin-Tempelhof. Es erstellte in der Folge etliche bekannte Verkehrsbauten, darunter zahlreiche Brücken und der S-Bahnhof Schöneberg. Außerdem baute es große Werkshallen für Firmen wie Borsig, Schwartzkopff oder Siemens-Schuckert. Von 1924 bis 1926 war es am Bau des Berliner Funkturms beteiligt. Später spezialisierte sich das Unternehmen auf den Bau von Stahltürmen, insbesondere Funktürmen, die im Inland und Ausland errichtet wurden und werden.
Steffens und Nölle wurde 1972 von der Preussag AG übernommen und zu Turmbau Steffens & Nölle umfirmiert. Vier Jahre später wurde das Unternehmen an die Peiner Maschinenwerke AG und danach an die Salzgitter Maschinen- und Anlagen AG angegliedert. Schließlich wurde es von der Preussag Noell GmbH und diese von der Babcock AG übernommen. Turmbau Steffens & Nölle begann 1990 mit der Errichtung von Antennenträgern für Mobilfunkanbieter. 1996 wurde die Hein, Lehmann Funkbau GmbH (eines der Nachfolgeunternehmen von Hein, Lehmann & Co.) und 2014 die auf Antennenanlagen spezialisierte tomcast GmbH aus Essenbach eingegliedert. Seit Oktober 2004 ist Turmbau Steffens & Nölle ein 100%iges Tochterunternehmen der Indus Holding.
Baubeteiligungen (Auswahl) mini|Anzeige in Bauwelt, 1911 Steffens & Nölle zeichnete bei den Bauten für die Errichtung der Stahlkonstruktionen verantwortlich. Andere Leistungen, wie Architekturentwurf, Tiefbau oder Ausrüstung wurden in der Regel von anderen Firmen durchgeführt.
1909: drehbare Luftschiffhalle in Biesdorf-Süd, Berlin 1911: Freybrücke. Berlin 1911: Tegeler Hafenbrücke, BerlinAnzeige in Bauwelt, 1911, siehe Bild; Denkmaldatenbank Berlin 1913: Luftschiffhalle Dresden. Damals weltweit größte Luftschiffhalle. Konstruiert vom Ingenieur Ernst Meier (1868–1934) wurde sie von Steffens & Nölle ausgeführt. Der Bau erfolgte mit einer innovativen Technologie in nur 5 Monaten und damit in der halben Zeit und mit den halben Kosten als damals üblich.; 1926: Berliner Funkturm, 146,7 Meter hoch, aus Stahlgitter mit genieteten Stahlfachwerkträgern errichtet. 1958: Das Bayer-Kreuz, Leverkusen, ist die weltweit größte Leuchtreklame. Das Kreuz mit einem Durchmesser von 51 Metern hängt mit Drahtseilen an zwei 118 Meter hohen Stahlmasten. Die Bauausführung lag bei Turmbau Steffens & Nölle.https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-3671-20110105-2, Bayer-Kreuz Leverkusen 1963: Sendemast Scholzplatz, Berlin, 230 Meter hoher Stahlrohrmast mit Abspannseilen. Er galt zur Bauzeit als höchstes Gebäude Berlins.https://industriekultur.berlin/ort/sender-scholzplatz/; https://www.ardmediathek.de/video/rbb-retro-berliner-abendschau/sfb-sendemast/rbb/Y3JpZDovL3JiYl9kMDg0ZTFlYS05Y2MzLTQwNjgtYjI1Yi05ZDNiNjVlOTExNGVfcHVibGljYXRpb24, RBB-Sendung vom 4. Januar 1963 ab 1968: Futuro (Haus)Matthias Heisig: Stahldreieck Tempelhof. Steffens & Nölle. In: Bezirksamt Berlin-Tempelhof (Hrsg.): Von Eisen bis Pralinen. Der Bezirk Tempelhof und seine Industrie. Begleitbuch zur Ausstellung. Berlin 2000, S. 91. 1977–1979: Richtfunkanlage Berlin-Frohnau, 344 Meter hoch, wurde in nur drei einhalb Monaten errichtet. Der Stahlmast besteht aus 31 Sektionen mit bis zu 12 Meter Höhe und 21 Tonnen Gewicht.https://www.richtfunkmast-frohnau.de/technische-information-peiner-maschinen-und-schraubenwerke-ag/?cid=DE431O13http://www.umweltaktuell.de/sendemast.html, Berliner Geschichte: Rückblick: Die Richtfunkanlage Frohnau 2015: Funkturm Leipzig, mit 191 Meter der höchste für funktechnische Zwecke errichtete freitragende Stahlfachwerkturm Deutschlandshttps://web.archive.org/web/20151003193345/http://www.lvz.de/Leipzig/Lokales/Neuer-Funkturm-waechst-in-Leipzig-in-die-Hoehe, Leipziger Volkszeitung 2015
Literatur
Kapitel Exkurs: Steffens & Nölle A.G. In:
Weblinks Zugehörige Einträge bei Deutsche Nationalbibliothek Website Eintrag in museum-digital Eintrag in Berlin-Brandenburgisches Wirtschaftsarchiv
Einzelnachweise
Kategorie:Stahlbauunternehmen (Deutschland) Kategorie:Produzierendes Unternehmen (Berlin) Kategorie:Unternehmensgründung 1893 Kategorie:Türme