mini|Generalsuperintendent Paul Köhler
David Hennig Paul Koehler (* 16. März 1848 in Schweinitz; † 5. Mai 1926 in Buckow) war ein deutscher evangelischer Geistlicher und wirkte zuletzt als Generalsuperintendent der Kurmark.
Herkunft Koehler war Sohn des Superintendenten Paul Koehler und seiner Frau Anna, geb. Dietz.
Ausbildung Koehler besuchte das Gymnasium in Züllichau und studierte Theologie an der Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin, der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen und der Friedrichs-Universität in Halle (Saale). Als Einjährig-Freiwilliger beteiligte sich Köhler im Infanterie-Regiment Nr. 62 am französischen Feldzug, wo er sich das Eiserne Kreuz erster Klasse erwarb. Kirchliche Nachrichten in: Der Reichsbote Nr. 73 vom 26. März 1904
Kirchlicher Werdegang Nach seiner Ordination am 25. März 1874 in Breslau verwaltete Köhler Pfarrstellen von 1874 bis 1877 in Prittag, dem heutigen Przytok im Lebuser Land sowie von 1877 bis 1889 im Niederschlesischen Sulau, wo er 1882 auch zum Superintendenten gewählt wurde. Ein weiteres Superintendentenamt versah Koehler ab 1889 in Trachenberg und wechselte 1892 als Vereinsgeistlicher zur Inneren Mission in Breslau. 1894 wurde Koehler zum Oberkonsistorialrat und als Mitglied des Evangelischen Oberkirchenrates nach Berlin berufen. Im Juli 1896 wurde er in die erste Pfarrstelle der neu errichteten Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Charlottenburg berufen, und ihm dabei zugleich die damals erledigte Stelle eines besoldeten Mitglieds des evangelischen Oberkirchenrats im Nebenamte verliehen. Kirchliche Nachrichten in: Vossische Zeitung Nr. 143 vom 25. März 1904
1903 wurde er in der Nachfolge von Ernst Dryander zum Generalsuperintendenten der Kurmark berufen. Dieses Amt versah er bis zu seiner Emeritierung 1919. Weitere Ämter bekleidete er u. a. als Mitglied der theologischen Prüfungskommission, als Domherr von Brandenburg und als Vorstandsmitglied in der Deutschen Seemannsmission. Dirk Ullmann: Dem Gemeinwohl unserer Schiffsbevölkerung zum Segen. In: Verband kirchlicher Archive (Hrsg.): Aus Evangelischen Archiven Nr. 56. Darmstadt 2016, S. 110 Köhler begleitete in der ausklingenden Kaiserzeit zahlreiche Kirchenneubauten und weihte u. a. 1908 die Dorfkirche Eichwalde oder 1906 die Epiphanienkirche in Berlin-Charlottenburg. 1912 predigte er im Gottesdienst zur Wiedereröffnung der renovierten St. Katharinenkirche in Brandenburg/Havel anlässlich der 500-Jahr-Feier der Hohenzollern und des Besuches von Kaiser Wilhelm II in der Stadt.
Köhler trat 1919 mit 71 Lebensjahren in den Ruhestand, den er in Buckow verbrachte, wo er am 5. Mai 1926 verstarb.
Familie Köhler war seit dem 16. Oktober 1876 verheiratet mit Gertrud Marianne Elise Karoline Wilhelmine Borcherdt. In der Ehe wurden drei Söhne geboren.
Literatur Fischer, Otto: Evangelisches Pfarrerbuch für die Mark Brandenburg seit der Reformation. Verzeichnis der Geistlichen in alphabetischer Reihenfolge Band II/1. Berlin : Mittler, 1941 S. 428. D. J. Schneider: Totenschau. In: Kirchliches Jahrbuch für die evangelischen Landeskirchen Deutschlands. Gütersloh, Bertelsmann 1926 S. 700.
Einzelnachweise
Kategorie:Generalsuperintendent (Kurmark) Kategorie:Evangelischer Geistlicher (20. Jahrhundert) Kategorie:Evangelischer Geistlicher (Berlin) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1848 Kategorie:Gestorben 1926 Kategorie:Mann