Johann Otto von Wilmersdorf, häufig Hans Otto von Wilmersdorf, (geb. 24. Juni 1717 in Dahlem; gest. 23. Juli 1770 in Berlin) war ein preußischer Landrat und Feuersozietätsdirektor. mini|Allianzwappen d. Großeltern am Herrenhaus d. Domäne Dahlem. Herkunft Johann Otto von Wilmersdorf war Angehöriger des Adelsgeschlechts Wilmersdorf(f). Er war der älteste Sohn von Cuno von Wilmersdorf (1675–1745), Erbherr auf Dahlem, Schmargendorf, Schönow und Teltow. Seine Mutter war Ottilia Hedwig (1700–1744), geb. von Bredow aus dem Hause Bredow.Christoph Friedrich Henning: Daβ ein gottseliges Leben das sicherste Mittel zu einem freudigen und seligen Streben sey; wurde bey dem Ableben des weiland Hochwohlgebohrnen Herrn, Herrn Johann Otto von Wilmersdorf, .... Johann George Bosse, Berlin 1770, S. 1–57. Seine Großeltern waren Cuno Hans von Wilmersdorf und Catharina von Ha(a)ke-(Klein-)Machnow, deren beiden Familien mehrfach verheiratet warenVgl. Emil Dominik (Hrsg.): Der Bär. Illustrierte Berliner Wochenschrift. IX. Jahrgang-Nr. 6, Verlag Gebrüder Paetel, Berlin, 4. November 1882, S. 80. Wenige Generationen danach gingen die Güter der Familie von Wilmersdorf stufenweise verloren, die Nachfahren starben aus.

Leben Johann Otto von Wilmersdorf weilte vom 27. Mai 1732 bis September 1734 mit seinem Bruder Kuno LudwigVgl. Werner Rust: Drei ausgestorbene märkische Adelsgeschlechter (v. Milow, v. Spiel, v. Wilmersdorf) als Herren von Dahlem. In: Mitteilungen des Vereins für die Geschichte Berlins. 49. Jahrgang, Heft Nr. 3-1932, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1932, S. 89. auf der Ritterakademie Brandenburg. Mitzöglinge, damals durchweg adelige Gutsbesitzer- und Offizierssöhne, waren u. a. Albrecht Ludwig Friedrich Graf zu Pappenheim, dessen Gedenkstein sich im Dom Brandenburg befand, der dänische Oberstleutnant Friedrich von Lowtzow, Karl Sylvius von Engelhardt auf Dobergast und Melchior Abraham von Dyherrn-Herzogswaldau.Walter von Leers: Die Zöglinge der Ritterakademie zu Brandenburg a.H. 1705–1913. Hrsg. Verein der ehemaligen Zöglinge der Ritterakademie zu Brandenburg a. H., P-Riemann-Ludwigslust, Selbstverlag, Brandenburg a. H. 1913, S. 56 ff. Im Anschluss an die Standesschule immatrikulierte er sich am 17. Oktober 1735 an der Universität Halle für ein Studium der Rechts- bzw. Kameralwissenschaften. 1739 wurde er zum Deputierten der Ritterschaft im Havelländischen Kreis ernannt. 1745 erbte er die Güter Schönow und Teltow von seinem Vater. Am 14. März 1749 wurde er von den Ständen zum Landrat des Teltowischen Landkreises gewählt, wo er die Nachfolge von Hans George von Otterstedt antrat. 1766 wurde er zum Direktor der Feuersozietät im damaligen Teltowischen Kreis gewählt, wo er zusätzlich das Amt als Erb- und Lehnrichter ausübte. Nachdem er am 14. Dezember 1769 um seine Verabschiedung gebeten hatte, wurde 1770 Alexander Gustav von der Lieppen sein Nachfolger mini|hochkant| GrabsteineSiehe: Gerd Heinrich (Hrsg.): Handbuch der Historischen Stätten Deutschlands. Band X: Berlin-Brandenburg. 2. Auflage, In: Kröners Taschenausgabe. Band 311, Alfred Kröner Verlag, Stuttgart 1985, ISBN 3-520-31102-X, S. 50. d. Fam. v. Wilmersdorf(f) Chor Dorfkirche Dahlem. Seine Beisetzung erfolgte 1770 in der Kirche zu Dahlem. Als letzter Wilmersdorf, sein Grabstein ist ebenso in Dahlem,W. Schwartz: Sagen und alte Geschichten der Mark Brandenburg für Jung und Alt. Verlag Wilhelm Hertz (Bessersche Buchhandlung), Berlin 1871, S. 89. auf Dahlem galt 1799 Leopold Heinrich von Wilmersdorf,Ernst Fidicin: Die Territorien der Mark Brandenburg oder Geschichte der einzelnen Städte, Rittergüter, Stiftungen und Dörfer in derselben, als Fortsetzung des Landbuchs Kaiser Karl’s IV. Band I: I: Kreis Teltow. II: Kreis Nieder-Barnim. Verlag J. Guttentag, Berlin 1857, S. 77. welcher dieses Gut an den Grafen Friedrich Heinrich von Podewils-Gusow veräußerte, und Dahlem letztlich etwas später an den Fiskus fiel.

Archivalie Lebenslauf / Väterliche- u. Mütterliche Ahnentafel(n), In: Christoph Friedrich Henning: Daβ ein gottseliges Leben das sicherste Mittel zu einem freudigen und seligen Streben sey; wurde bey dem Ableben des weiland Hochwohlgebohrnen Herrn, Herrn Johann Otto von Wilmersdorf, Sr. Königl. Majestät in Preussen hochbestallten Landraths, und Directoris der Feuer-Socität des Teltowischen Kreises, Erb- und Lehnsrichters, auch Erbherrn zu Teltow, Schönow, Nunsdorf, Thürow. Johann George Bosse, Berlin 1770, S. 1–57.

Literatur Carl Friedrich Pauli: Leben grosser Helden des gegenwärtigen Krieges. Band 4, Christoph Peter Francken (Franckesche Stiftungen / Waisenhaus), Halle 1759, S. 373. Thomas Philipp von der Hagen-Hohennauen: Historisch-Genealogische Beschreibung des alt-adelichen Geschlechts derer von Willmersdorff, aus richtigen Urkunden, und glaubwürdigen Nachrichten. Verlag Bosse-Schriften, Berlin 1766, S. 32 f. Walter von Leers: Die Zöglinge der Ritterakademie zu Brandenburg a.H. 1705–1913. Hrsg. Verein der ehemaligen Zöglinge der Ritterakademie zu Brandenburg a. H., P-Riemann-Ludwigslust, Selbstverlag, Brandenburg a. H. 1913, 1723. S. 54. Nr. 310. Rolf Straubel: Biographisches Handbuch der preußischen Verwaltungs- und Justizbeamten 1740–1806/15. In: Historische Kommission zu Berlin [Hrsg.]: Einzelveröffentlichungen. Band 85, K. G. Saur Verlag, München 2009, ISBN 978-3-598-23229-9, S. 1104.

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