Die Odin-Klasse (auch O-Klasse bezeichnet) war eine Klasse von neun britischen U-Booten, welche von 1926 bis 1928 in drei Gruppen gebaut wurde. Die Boote dienten in der Royal Navy und zeitweise in der Australischen Marine. Das letzte Boot der Klasse wurde 1946 außer Dienst gestellt. Es sind keine Einheiten der Klasse erhalten geblieben.Paul Akermann: Encyclopedia of British Submarines 1901–1955. Periscope Publishing, 2002, ISBN 1-904-38105-7, S. 294–296. (englisch)

Baugeschichte Die Odin-Klasse wurde entwickelt, um die veralteten U-Boote der L-Klasse zu ersetzen. Diese hatten eine zu geringe Reichweite für den geplanten Einsatz im Pazifik. Am 22. März 1924 wurde die HMS Oberon (P21) als Prototyp auf Kiel gelegt. Der Stapellauf fand am 24. September 1926 statt. Am 24. August 1927 erfolgte die Indienststellung und die Erprobung begann. Auf Basis des Prototyps wurden zwei Einheiten, HMAS Otway und HMAS Oxley von der Australischen Marine geordert und gebaut. Aufgrund der schlechten wirtschaftlichen Lage Australiens wurden beide U-Boote 1931 zurückgegeben und in die Royal Navy übernommen. Sechs weitere Boote wurden direkt für die Royal Navy geordert und gebaut.

Bewaffnung Alle Einheiten der Klasse verfügten über acht Torpedorohre für 533 Millimeter Torpedos. Sechs Rohre befanden sich im Bug und zwei im Heck der Boote. Zusätzlich zu den in den Rohren transportierten Torpedos verfügten die U-Boote über 16 Reservetorpedos. Als Deckgeschütz war ein Schiffsgeschütz QF 4 inch, 102 mm, Mk IV vor dem Turm vorhanden. Da dieses Geschütz nicht gegen Flugzeuge gerichtet werden konnte, wurden noch zwei Lewis Maschinengewehre als Flugabwehr mitgeführt.

Weitere Einheiten Drei weitere Einheiten wurden von der Armada de Chile geordert und 1929 geliefert. Da diese aber stark modifiziert waren und nie in der Royal Navy dienten, wurden diese als Capitan-O’Brien-Klasse eingeordnet. Dies waren die U-Boote Capitan O’Brien, Almirante Simpson und Capitan Thomson. Die Capitan Thomson diente in der Armada de Chile bis 1958, die beiden anderen bis 1957.R. Gardiner, R. Chesnau: Conways All the Worlds Fighting Ships 1922–1946. 2008, ISBN 0-85177-146-7, S. 423–425. (englisch)

Einheiten Kennung Name Bauwerft Kiellegung Stapellauf Indienststellung Verbleib P21 Oberon Chatham Dockyard,Chatham 22. März 1924 24. September 1926 24. August 1927 Am 5. Juli 1944 außer Dienst gestellt und 1945 verschrottet. N51 OtwayVickers,Barrow-in-Furness März 1925 7. September 1926 15. Juni 1927 Am 10. Mai 1930 in der Australischen Marine gestrichen und als HMS Otway in die Royal Navy übernommen. Dort 1945 außer Dienst gestellt und im August des Jahres verschrottet. N55 Oxley 6. August 1928 5. August 1929 21. Januar 1931 Am 10. Mai 1930 in der Australischen Marine gestrichen und als HMS Otway in die Royal Navy übernommen. Am 10. September 1939 durch Eigenbeschuss der HMS Triton vor Norwegen versenkt. Die HMS Oxley war der erste U-Boot-Verlust der Royal Navy im Zweiten Weltkrieg. N84 Odin Chatham Dockyard,Chatham 23. Juni 1927 5. Mai 1928 21. Dezember 1929 Am 14. Juni 1940 durch die italienischen Zerstörer Strale und Baleno im Golf von Tarent versenkt. N35 Olympus William Beardmore and Co.,Glasgow 14. April 1927 11. Dezember 1928 14. Juni 1930 Am 8. Mai 1942 sieben Seemeilen vor Malta auf eine Seemine gelaufen und gesunken. N46 Orpheus 14. April 1927 26. Februar 1929 23. September 1930 Die Orpheus verschwand ohne Spur im Mittelmeer und wurde am 27. Juni 1940 als Verlust eingestuft. N67 Osiris Vickers-Armstrongs,Barrow-in-Furness 14. April 1927 11. Dezember 1928 14. Juni 1930 Am 7. März 1945 außer Dienst gestellt und 1946 in Durban, Südafrika verschrottet. N58 Oswald 30. Mai 1927 19. Juni 1928 1. Mai 1929 Am 1. August 1940 südlich von Kalabrien vom italienischen Zerstörer Ugolino Vivaldi gerammt und gesunken. N92 Otus 31. Mai 1927 31. August 1928 5. Juli 1929 Im März 1946 außer Dienst gestellt und im selben Jahr in Durban, Südafrika verschrottet.

Siehe auch Liste britischer U-Boot-Klassen

Literatur Paul Akermann: Encyclopedia of British Submarines 1901–1955. Periscope Publishing, 2002, ISBN 1-904-38105-7. (englisch) R. Gardiner, R. Chesnau: Conways All the Worlds Fighting Ships 1922–1946. 2008, ISBN 0-85177-146-7. (englisch) Innes McCartney: British Submarines 1939–1945. Osprey, Oxfort 2006, ISBN 1-84603-007-2. (englisch) Erminio Bagnasco: Submarines of World War Two. Institute Press, Annapolis 1977, ISBN 0-87021-962-6. (englisch)

Weblinks

Einzelnachweise

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