Petrus, in der italienischen Literatur meist Pietro genannt, war von etwa 960 bis 1005 Bischof von Metamaucum, einer Stadt am Ostrand der Lagune von Venedig (nicht zu verwechseln mit Malamocco). Die Stadt, bis etwa 810 Hauptstadt des Dukats Venedig und damit des Gebiets rund um die Lagune, spielte zu dieser Zeit nur noch eine Nebenrolle im venezianischen Staatswesen, das sich immer mehr von Byzanz unabhängig machte, das seinerseits über zunehmende politische und militärische Macht verfügte. Für Venedig ebenso bedeutsam waren das Römisch-deutsche Reich unter Otto I. sowie die römischen Päpste. In beiden Feldern erscheint in Urkunden auch der Bischof von Metamaucum, nämlich in den Jahren 960 und 967. Über sein sonstiges Leben ist nichts bekannt.

Leben Im Jahr 960 entstand durch den Dogen Petrus IV. Candiano, unter Unterstützung durch Bonus, den Patriarchen von Grado, dazu der ihm kirchenrechtlich unterstellten Bischöfe der Lagune von Venedig, unter diesen Petrus, und der venezianischen „primates“ eine Konstitution, die die Koexistenz mit Byzanz regeln, aber auch die Stellung des Dogen festigen sollte. Das Verhältnis zu Byzanz scheint ungewöhnlich gespannt gewesen zu sein. Ein Anzeichen dafür ist, dass schon der Vater des Dogen auf die übliche Reise des Sohnes nach der Dogenwahl in die byzantinische Hauptstadt Konstantinopel verzichtet hatte. Die Konstitution erneuerte zwar nur das seit Ursus I. bestehende Verbot des Sklavenhandels, doch nun offenbar unter Androhung härterer Strafen. Sie machte den Sklavenhandel praktisch durch die Ausnahmen „pro causa palatii“ zum Staatsmonopol. Dabei spielte dieser Handel, durch den Menschen von Istrien und aus Dalmatien, wie die Konstitution explizit ausweist, in die islamischen Länder verschleppt wurden, eine wichtige Rolle.

In diesem Dokument unterzeichnete Petrus mit „Ego Petrus gratia Dei Episcopus“, jedoch ohne das Bistum zu nennen, wie es die anderen Bischöfe taten, nämlich die Bischöfe von Olivolo und Torcello.„Ego Petrus indignus Episcopus S. Olivolensis Ecclesia“, bzw. „Ego Jo. Torcellensis Ecclesia Episcopus“.

Im April 967 nahm Petrus an einer Synode teil, die Papst Johannes XIII. nach Ravenna einberufen hatte, und auf der auch Kaiser Otto I. erschien. Am 5. April setzte die Versammlung Herold, den bereits 955 geblendeten Erzbischof von Salzburg, endgültig ab und exkommunizierte ihn. Diese Urkunde wurde vom Papst und vom Kaiser, dann von 59 Prälaten unterzeichnet, darunter an 35. Stelle „Petrus Metaumaucensis Episcopus“.Jacques-Paul Migne: Patrologiae cursus completus sive Bibliotheca universalis, integra, uniformis, commoda, oeconomica, omnium ss. Patrum, doctorum scriptorumque ecclesiasticorum qui ab aevo apostolico ad usque Innocentii III tempora fluorerunt, III, 1853, Sp. 954–956 (PL 3, 954–956).

Literatur Girolamo Vianelli: Nuova serie de'vescovi di Malamocco e di Chioggia accresciuta e con documenti in gran parte ora sol pubblicati. Teil 1, Baglioni, Venedig 1790, S. 46 f. (Digitalisat)

Siehe auch Liste der Bischöfe von Chioggia

Anmerkungen

Kategorie:Römisch-katholischer Bischof (10. Jahrhundert) Kategorie:Römisch-katholischer Bischof (11. Jahrhundert) Kategorie:Person des Christentums (Venedig) Kategorie:Person (venezianische Geschichte) Kategorie:Geboren im 10. Jahrhundert Kategorie:Gestorben im 11. Jahrhundert Kategorie:Mann