Paul William Cowan (* 3. September 1939 in Iver, Buckinghamshire; † 6. Oktober 2016) war ein britischer Filmproduzent.
Leben Cowan wurde am 3. September 1939 in Iver geboren. Sein Vater war drei Jahre lang Kriegsgefangener, und als er wieder auftauchte, fragte der junge Paul, ob dieser interessante Fremde zum Tee bleiben würde. Er verließ die Schule frühzeitig. Nach seinem Wehrdienst folgte er seinem Vater in den Holzhandel. Am 16. Dezember 1978 heiratete er Karen O’Brien, mit der er vier Kinder (Lara, Nina, Johnny and Molly) hat. Im Jahr 2010 wurde bei Cowan eine seltene Form von Demenz diagnostiziert, die seine Sprache und sein Gedächtnis beeinträchtigte. Er starb am 6. Oktober 2016 an einer Herzkrankheit. Die Beerdigung fand am 20. Oktober 2016 statt.
Karriere Nach dem Besuch einer Party an der St. Martin’s School of Art war er vom Film fasziniert, wurde Labortechniker bei Technicolor und arbeitete sich in der Gewerkschaft ACTT nach oben. Mit dem 1969 veröffentlichten Film Das total verrückte Campingparadies begann seine Karriere am Filmset. Als dritter Regieassistent wurde ihm die Aufgabe übertragen, Barbara Windsor wiederholt mit einer Angelschnur und einem Haken das Bikini-Oberteil vom Leib zu reißen.
Seinen größten Einfluss entfaltete Cowan jedoch abseits der Leinwand. Als Produktionsleiter und Co-Produzent trug Cowan die tägliche Verantwortung für mehrere dieser Produktionen – was oft bedeutete, konservative Filmteams zu überzeugen, schnellere und kostengünstigere Arbeitsweisen anzuwenden. Zu Cowans frühen Arbeiten zählten Dance with a Stranger, We Think the World of You und Dennis Hoppers Comeback-Film The American Way. Sein bekanntestes Werk ist jedoch The Crying Game, der für sechs Oscars nominiert war und den Oscar für das Beste Originaldrehbuch gewann. Um den Film zu realisieren, mussten Cowan und seine Produzentenkollegen Stephen Woolley und Nik Powell von Palace Productions die Crew überzeugen, auf einen Großteil ihrer Gagen zu verzichten und zu verschweigen, dass für die ersten drei Drehwochen überhaupt keine Finanzierung vorhanden war. Die Rechnungen wurden von Woolleys Privatkonto und den Einnahmen seines Kinos, dem Scala, beglichen.
Cowan war besonders stolz auf seinen Beitrag zur ghanaischen Filmindustrie. Nachdem er das Land als Kulisse für die Yorkshire-Television-Produktion The Dying of the Light über einen britischen Entwicklungshelfer, der in Somalia starb, genutzt hatte, setzte er sich für die ghanaische Filmindustrie ein. Seine Nachbarn im ländlichen Oxfordshire waren ziemlich überrascht, als viele der führenden Köpfe der Branche in traditioneller Stammeskleidung zum Sonntagsessen erschienen.
Cowan war bekannt dafür, unerschütterliche Ruhe mit rigoroser Kostenkontrolle zu verbinden. Am Set des Films Die Krays musste er jedoch eine Niederlage einstecken. Der Bruder der Zwillinge, Charlie, war als technischer Berater engagiert worden und lud seine Kontakte aus der Unterwelt ein, die Catering-Dienste kostenlos zu nutzen. Cowan ärgerte sich über die steigenden Kosten, doch Diskretion siegte, und er ließ die Gangster gewähren.
Paul Cowan und Chris Wheeldon gründeten im Jahr 2000 Territorial Film Investments und später Planet Films und Planet Films Ghana. Cowan und Wheeldon haben die neue britische Produktionsfirma Territorial Film Developments (TFD) gegründet, die jährlich mindestens drei Thriller oder Komödien mit einem Budget von unter 1 Million Pfund finanzieren und produzieren wird. Der erste Film der Firma war Black Water
Filmographie (Auswahl)
Produzent
1979: Golden Lady 1986: The American Way 1989: Black Leather Jacket 1991: Fear in the Dark 1992: The Dying of the Light
Assoziierter Produzent
1983: Zu einer anderen Zeit 1985: Dance with a Stranger 1990: Die Krays 1991: Ein Papst zum Küssen
Weblinks
Einzelnachweise
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