Karl Ludwig Philipp Freiherr von KeßlingAnmerkung: weitere Schreibweise Kesling (* 26. August 1763 in Saarwerden im Elsass; † 4. Januar 1843 in München) war königlich-bayerischer Oberststallmeister, Diplomat und Mitglied der Bayerischen Ständeversammlung.

mini|Freiherr Karl Ludwig von Kesling (1763–1843)

Leben Karl Ludwig von Keßling wurde als Sohn des Friedrich Karl Freiherr von Kesling (* 1728, Kavallerieoffizier in der französischen Armee) und dessen Ehefrau Christiane Luise Caroline Freiin von Bettendorff geboren. Als Günstling des bayerischen Königs Maximilian I. besetzte er wichtige Ämter und war als Obersthofstallmeister einer der höchsten Beamten des Hofstaats. Ebenso war er Leiter der 1810 vom König geschaffenen Central-Veterinär-Schule. In dieser Funktion war er auch als Tierarzt tätig. Keßling wurde königlicher Gesandter und war am 13. Januar 1806 neben Minister Maximilian von Montgelas bei der Unterzeichnung des Heiratsvertrages zwischen Prinz Eugène de Beauharnais (Stiefsohn Napoleons) und der Prinzessin Augusta Amélie von Bayern, älteste Königstochter, anwesend.

1810 wurde er nach Hildburghausen geschickt, um dort für den ältesten Königssohn Ludwig I. die feierliche Anwerbung der Prinzessin Therese von Sachsen-Hildburghausen vorzunehmen. Am 23. Juni 1810 wurde offiziell das Brautgeschenk, ein mit Brillanten besetztes Porträt des Bräutigams, überreicht.Traunsteiner Tagblatt vom 8. Juli 2017: Vor 225 Jahren kam Therese von Bayern zur Welt Digitalisat

1814 und 1815 war er Mitglied der bayerischen Delegation auf dem Wiener Kongress.

Keßling war Lebenslänglicher Reichsrat der Krone Bayerns und hatte zwischen 1819 und 1836 einen Sitz in der Kammer der Reichsräte, die neben der Kammer der Abgeordneten den bayerischen Landtag bildete. Er engagierte sich besonders in der Berufungskammer zwischen 1819 und 1822, dann in der Berufungskommission im Jahr 1825 und zwischen 1825 und 1834 im Steuerausschuss. mini|Schloss Wildenberg, bis 1945 Familienbesitz der Freiherren von Keßling Bibliothek im Schloss Wildenberg Fürst Franz Joseph von Thurn und Taxis kaufte 1967 von Alix von Kesling die nahezu 500 Titel umfassende Bibliothek mit überwiegend hippologischer Literatur, die Keßling zusammengetragen hatte. Die Nachfahren seines Bruders Ludwig Karl Friedrich (1788–1868), dessen Urenkelin Alix von Kesling (1889–1967), Tochter des Alfred von Kesling, war im Besitz der kostbaren SammlungBayerische Staatszeitung vom 24. Juli 2015 Digitalisat, die sich heute im Schloss Wildenberg befindet. Alix von Kesling vermachte 1945 das Schloss, das sich über lange Zeit im Familienbesitz befand, dem Freistaat Bayern.

Auszeichnungen 1823 Ehrenbürger der Stadt Nürnberg Großkreuz des Hubertusordens Ritter des Königlich Preußischen St. Johanniter-Ordens in der Ordensballei Brandenburg Ritter des Sächsischen Kronenordens Ludwigsorden

Familie Im Jahre 1801 heiratete er Luise Dorothea von Wangenheim († 1830), die in erster Ehe mit Johann Baptist Willibald von Freyberg (1757–1796) verheiratet war. Nach dessen Tod brachte sie ihre Kinder Karl Theodor (1787–1839), Maximilian (1789–1851, ∞ Caroline von Montgelas (1804–1860), Tochter des Ministers Maximilian von Montgelas) und Wilhelm (1793–1847) mit in die Ehe.Genealogische Geschichte der Freiherren von Freyberg, S. 108 Digitalisat

Siehe auch Liste der Mitglieder des Bayerischen Landtages (Königreich, 1. Wahlperiode)

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Mitglied des Bayerischen Reichsrates Kategorie:Gesandter in Bayern Kategorie:Ehrenbürger von Nürnberg Kategorie:Träger des Ludwigsordens (Bayern) Kategorie:Ritter des Hausordens der Rautenkrone Kategorie:Träger des Hubertusordens Kategorie:Träger des Königlich Preußischen St. Johanniterordens Kategorie:Freiherr Kategorie:Bayer Kategorie:Geboren 1763 Kategorie:Gestorben 1843 Kategorie:Mann