Die Fischfang-Wolfsmilch (Euphorbia piscatoria), auch Fischer-Wolfsmilch oder Fischfangende Wolfsmilch, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Wolfsmilch (Euphorbia) in der Familie der Wolfsmilchgewächse (Euphorbiaceae). Sie ist eine endemische Charakterpflanze der portugiesischen Insel Madeira. Im Portugiesischen wird sie „Figueira do inferno“ (dt. „Feigenbaum aus der Hölle“) genannt.Rolf Goetz: Madeiras Flora. Rother Bergverlag, München 2022, ISBN 978-3-7633-6103-8.
Merkmale Die Fischfang-Wolfsmilch ist ein stark verzweigter, halbsukkulenter Strauch, der eine Wuchshöhe von bis über 2 m erreichen kann. Die 2,5 bis 7 Zentimeter langen, lanzettlichen, ganzrandigen, spitzen Blätter sitzen, quirlig und stiellos an den Zweigenden, in der sommerlichen Trockenzeit werden sie abgeworfen. Die gelb-grünen, später rot-violetten Scheinblüten, Cyathien, sind in einem doldenförmigen Blütenstand angeordnet.Roberto Jardim: Blumen der Insel Madeira. 4. Auflage, Muchia Publicações, Funchal 2010, ISBN 978-972-8622-07-7. Die kugeligen und gelappten, kleinen Samenkapseln haben, sofern ausgereift, eine rötlich-viloette Farbe. Die Blütezeit erstreckt sich von Januar bis in den August. Wie bei vielen anderen Wolfsmilchgewächsen ist der in allen Pflanzenteilen enthaltene Milchsaft toxisch, er dient der Pflanze als Fraßschutz.
Vorkommen mini|hochkant=1.2|Fischfang-Wolfsmilch über der Westküste von Madeira Das Hauptverbreitungsgebiet der Fischfang-Wolfsmilch ist Madeira, sie siedelt dort auf felsigen Küstenhängen bis in Höhenlagen von 300 Meter. Außerhalb von Madeira kommt das Wolfsmilchgewächs lediglich auf den vorgelagerten Ilhas Desertas und der benachbarten Insel Porto Santo vor.Roberto Jardim, David Francisco: Endemische Flora Madeiras. Muchia Publicações, Funchal 2000, ISBN 972-8622-00-7. Die Pflanze bildet große Populationen aus, der Bestand ist nicht gefährdet.
Name Der Name der Pflanze wird darauf zurückgeführt, dass man früher den giftigen Milchsaft zum Fischen einsetzte. Der Saft wurde in hoher Konzentration in natürlichen Meeresbecken ausgebracht, was die Fische betäubte, sodass sie relativ leicht gefangen werden konnten.Peter Sziemer: Eine kurze Naturgeschichte Madeiras. Ribeiro & Filhos, Funchal 2000, ISBN 972-9177-30-9.
Taxonomie Die Erstveröffentlichung von Euphorbia piscatoria erfolgte 1789 von William Aiton.William Aiton: Hortus kewensis; or, a catalogue of the plants cultivated in the Royal botanic garden at Kew. 3 Bände, George Nicol, London 1789.
Galerie
Einzelnachweise
Weblinks
Euphorbia piscatoria in der Flora-On Madeira (Bilder). Euphorbia piscatoria bei Árvores e Arbustos de Portugal.
Kategorie:Wolfsmilch Kategorie:Endemische Pflanze Madeiras