Muriel Niederle (* 30. Juli 1971) ist eine Wirtschaftswissenschaftlerin.

Werdegang, Forschung und Lehre Niederle studierte Mathematik und Wirtschaftswissenschaft an der Universität Wien und war nach Graduierung als Magister zeitweise am Institut für Volkswirtschaftslehre der Hochschule tätig. 1997 ging sie an die Harvard University, wo sie bis 2002 unter Anleitung von Alvin E. Roth, Drew Fudenberg und David Laibson mit einem Ph.D. in Wirtschaftswissenschaft promovierte.

Ab 2002 gehörte Niederle als Assistant Professor zum akademischen Personal der Stanford University. 2007 stieg sie zur Associate Professor mit Tenure auf, ehe sie 2012 an der Hochschule zur ordentlichen Professorin berufen wurde.

Niederles Forschungsschwerpunkte liegen einerseits im Bereich der Verhaltensökonomik und andererseits im Bereich des Designs von Märkten. Dabei untersucht sie Fragestellungen zur Funktion und dem Versagen von Märkten und welche Maßnahmen zur Verbesserung getroffen werden können. Dabei liegt ein Fokus auf Märkten, in denen man nicht nur zwischen verschiedenen Optionen wählen kann, sondern auch die Gegenseite die gleiche Wahl trifft. Dies gilt insbesondere auf Arbeitsmärkten. Dort hat sie Anknüpfungspunkte auch zu Themen rund um die Gleichstellung in der Arbeitswelt, hierzu hat sie unter anderem auch zum Gender-Pay-Gap geforscht und publiziert. Niederle nutzt Methoden der Experimentellen Ökonomik. Hierbei ist sie auch in der Grundlagenforschung bei der Weiterentwicklung von Methoden der experimentellen Wirtschaftsforschung in Erscheinung getreten. Insbesondere aufgrund ihrer Themenschwerpunkte einerseits und der Grundlagenforschung andererseits, gehört sie zu den meistzitierten Wirtschaftswissenschaftlern weltweit.repec.org: „Top 10% Authors, as of January 2026“ (abgerufen am 4. März 2026)

Niederle wurde für ihr Werk mehrfach ausgezeichnet, unter anderem erhielt sie 2021 die von der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der Universität Wien ausgelobte Oskar-Morgenstern-Medaille sowie den zu den Staatspreisen der Republik Österreich gehörenden Käthe-Leichter-Preis. 2006 wurde ihr eine Sloan Research Fellowship gewährt, seit 2017 ist sie Fellow der Econometric Society. 2024 wurde sie als Mitglied in die American Academy of Arts and Sciences aufgenommen.

Niederle nimmt respektive nahm verschiedene Rollen in der Herausgeberschaft und Redaktion wirtschaftswissenschaftlicher Periodika wahr. Unter anderem ist bzw. war sie beim Journal of the European Economic Association, Quantitative Economics und dem American Economic Journal als Associate Editor tätig.

Weblinks Website Niederles an der Stanford University Muriel Niederle in der Datenbank von RePEc

Einzelnachweise

Kategorie:Mitglied der American Academy of Arts and Sciences Kategorie:Hochschullehrer (Stanford University) Kategorie:Ökonom (21. Jahrhundert) Kategorie:Absolvent der Universität Wien Kategorie:Geboren 1971 Kategorie:Frau