Dorothy Layton, Lady Layton geboren als Eleanor Dorothea Osmaston (* 4. Oktober 1887 in Hampstead, London; † 18. März 1959 in Putney Heath, London Borough of Wandsworth, London) war eine englisch-britische Frauenrechtlerin und Politikerin. Sie war in der Liberal Party aktiv, nachdem mit dem Representation of the People Act 1918 Teile der Frauen das Wahlrecht erhalten hatten.Sofern nicht explizit anders angegeben folgt die Darstellung
Leben Layton war das erste von drei Kindern von Francis Plumptre Beresford Wright Osmaston (1857–1925), einem Barrister, und Eleanor Margaret Osmaston, geborene Field (1860–1932). Ihre Eltern organisierten ihre Ausbildung an verschiedenen Orten, bis ein Vermächtnis es ihr ermöglichte, die Prior’s Field School von Julia Huxley zu besuchen, wo sie Freundschaften mit Julian und Aldous Huxley schloss.
1906 begann sie ein Studium am Newnham College, Cambridge. Dort engagierte sie sich für das Frauenwahlrecht und trat der nicht‑militanten National Union of Women’s Suffrage Societies (NUWSS) bei. Ihre Mutter war ebenfalls Suffragistin, und während der Parlamentswahl von 1906 waren Mutter und Tochter an ihrem Wohnort in Limpsfield, Surrey, damit beschäftigt, Wähler dazu zu bewegen, eine Petition für das Frauenwahlrecht zu unterzeichnen. Layton trat in Cambridge außerdem der Fabian Society bei, war Kapitänin der Cricketmannschaft, spielte Klavier. Sie war Mitglied eines der Freundeskreise von Cambridge-Intellektuellen, die Virginia Woolf um sich versammelte und den sie „Neo‑Pagans“ nannte. 1909 schloss sie ihr Studium der Geschichte und Volkswirtschaftslehre ab, bekam aber keinen Abschluss, da die Universität Cambridge zu diesem Zeitpunkt noch keine Abschlüsse an Frauen verlieh.
1910 heiratete sie Walter Layton, Volkswirt und Fellow am Gonville and Caius College und einer ihrer Dozenten. Sie bekamen sieben Kinder Margaret Dorothea (1911–1962), Michael (1912–1989), David (1914–2009), Jean Mary (1916–2017), Olive Shirley (1918–2009), Elizabeth Ruth Frances (1923–2016) und Christopher Walter (1929 – 2023). Walter Layton wurde 1947 zum Baron Layton erhoben und Layton wurde „Lady Layton“.
Layton übernahm während der Zeit, in der sie jedes Jahr ein Kind bekam, den Verkauf der wöchentlich erscheinenden NUWSS‑Zeitung Common Cause in Cambridge. 1913 begann sie mit öffentlichen Reden während der Great Pilgrimage, als Unterstützerinnen und Unterstützer des Frauenwahlrechts aus dem gesamten Vereinigten Königreich nach London reisten, um sich am 26. Juli im Hyde Park zu versammeln. Layton sprach in den Orten, an denen eine der acht NUWSS‑Routen vorbei führte.
Ihr Ehemann war ein aktives Mitglied der Liberal Party, doch Layton weigerte sich beizutreten, da diese das Frauenwahlrecht nur unzureichend unterstützte. Nachdem mit dem Representation of the People Act 1918 Teile der Frauen das Wahlrecht erhalten hatten, wurde sie eine begeisterte Unterstützerin der Partei. David Lloyd George betrachtete sie als das radikalere Mitglied der beiden Eheleute. In Laytons Haus gab es zum Beispiel aufgrund ihrer Ablehnung keine alkoholischen Getränke. 1925 wurde sie in den Vorstand der League of Nations Union gewählt. 1929 reiste sie nach Indien, und unterstützte danach sowohl das Land wie das Anliegen einer Familienplanung mit Nachdruck.
Im Februar 1937 nahm sie gemeinsam mit Eleanor Rathbone und Katharine Stewart‑Murray an einer Reise nach Rumänien, in die Tschechoslowakei und nach Jugoslawien teil. Dies wurde in den Medien aufgegriffen, obwohl der Besuch der drei Frauen keinen offiziellen Charakter hatte. Sie beobachteten die dortigen Verhältnisse und wurden in Prag von der tschechischen Abgeordneten Fráňa Zemínová empfangen. Zeminová nutzte die Gelegenheit, um die Unterstützung Großbritanniens in der sich anbahnenden Sudetenkrise und den Folgeereignissen zu adressieren.
1937 war das Jahr von Laytons größtem politischen Einfluss, als sie die Women’s Liberal Federation davon überzeugen konnte, die Idee von Familienzulagen zu unterstützen. Die daraus folgende Unterstützung der Maßnahme durch die ganze Liberal Party führte schließlich zum Family Allowances Act 1945.
Layton starb 1959 an Krebs. Ihr Ehemann verfasste unter dem schlichten Titel Dorothy einen Bericht über ihr Leben.
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