mini|hochkant|Marte Röling, 1989 Marte Röling (* 16. Dezember 1939 in Laren (NH)) ist eine niederländische Künstlerin.

Leben Röling wurde als zweites Kind von Gé Röling und Martine Antonie (eigentlich: Tonny Grolle) geboren. Ihre Eltern waren beide Künstler. Röling ist die Nichte des Künstlers Matthijs Röling und die Nichte des Polemologen Bert Röling.

Ab 1955 absolvierte sie eine Ausbildung in Zeichnen und Malerei an der Rijksakademie van beeldende kunsten (Königliche Akademie der Bildenden Künste) in Amsterdam, wo sie unter anderem von ihrem Vater unterrichtet wurde. Ab 1959 stellte sie in Europa und den Vereinigten Staaten aus. Sie ist bekannt für ihre großformatigen Gemälde und Skulpturen. In den 1960er Jahren wurde sie von Jeanne Roos, Moderedakteurin bei Het Parool, gebeten, Modeskizzen anzufertigen.Bibeb Bibeb & de kunst, Seite 51 Nach eigenen Angaben habe sie erst damals richtig zeichnen gelernt.

Röling lebte zusammen mit Hans Koetsier im Amsterdamer Stadtteil Jordaan, bis sie 1969 Henk Jurriaans kennenlernte. Röling zog zu Jurriaans und blieb bis zu seinem Tod 2005 bei ihm. Jurriaans lebte auf einem Bauernhof in Uithuizen in der Provinz Groningen mit ihr und drei weiteren Frauen zusammen: Adriënne Morriën, Alissa Morriën und Wanda Werner. Auch Rölings Mutter lebte zwölf Jahre lang in diesem Bauernhof.

Werk und Wirken 1965 gewann Röling den Kulturpreis der Gemeinde Hilversum. Später schuf sie auch andere Kunstwerke, wie das Vlaggenmonument für das Akademische Medizinische Zentrum (1984) in Amsterdam, Schrijvende hand (1975) an der Spitze der Fassade des ING-Gebäudes (Het Verlaat) in Leeuwarden, Porträts von Königin Beatrix und Prinz Claus in den 1980er Jahren und die Skulptur Non scholae, sed vitae für die Rijksuniversiteit Groningen. Röling entwarf auch Plattencover, Briefmarken, Theaterkulissen, Wandmalereien, Plakate, Kostüme, Reliefs, Filme und bemalte eine Straßenbahn. Marte Röling arbeitet unter anderem mit Glas, Metall, Stein, Farbe oder Kunststoff.

Ehrungen mini|Marte Röling mit Starfighter in ihrem Garten, 1989 Am 17. Januar 2010 wurde Röling zum Ritter des Ordens vom Niederländischen Löwen ernannt. Bis 2012 stand im Garten des Bauernhofs in Uithuizen ein Starfighter, der 1989 vom Verteidigungsministerium leihweise als Kunstobjekt zur Verfügung gestellt worden war. Röling sagte dazu: „Wenn ich am Fenster stehe und Kaffee trinke mit dem Blick auf den schlanken Silbervogel, dann erhält mein Leben eine neue Dimension.“ 2014 erhielt sie von König Willem-Alexander die Ehrenmedaille für Kunst und Wissenschaft in Verbindung mit dem Hausorden von Oranien.

Werke in öffentlichen Sammlungen (Auswahl) Staatliche Sammlung, verwaltet vom Rijksdienst voor het Cultureel Erfgoed Draperie Auping, 1989, Deventer Ratssaal Tynaarlo, 2003–2004, Tynaarlo De duivenwagen, 2006, Alkmaar Vlissingen, Boulevard Evertsen, Skulptur Levensboom (Baum des Lebens), 2006 Koninginnepoort, 2009, Eemshaven Spiegel Fluss Waternet, 2005, Amsterdam Non scholae, sed vitae, Groningen Museum de Fundatie, Zwolle

Literatur

Weblinks

Anmerkungen In den 1980er Jahren wurde der Starfighter auch bei den Königlichen Luftstreitkräften der Niederlande ausgemustert, der letzte Flug fand am 21. November 1984 statt. Der Kalte Krieg neigte sich zu der Zeit auch dem Ende zu. Unter diesem Aspekt wollte sie Militärtechnik in einem zivilen Kontext zeigen und anregen, kritisch über Krieg und Rüstung nachzudenken. Sie hatte auf einem Regimentsfest holländischer Flieger beiläufig ihren Wunsch nach Besitz des Düsenjägers geäußert, den ihr Verteidigungsminister Frits Bolkestein erfüllte.

Einzelnachweise

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