mini|Ida Pierson Oyens Ida Pierson-Oyens (geboren 9. Januar 1808 in Amsterdam; gestorben 26. Dezember 1860 in Utrecht) war eine niederländische Schriftstellerin und Aktivistin der Réveil-Bewegung.
Leben Ida Oyens wurde am 9. Januar 1808 in Amsterdam geboren. Ihr Vater war der Bankier Hendrik Oyens (1778–1851), ihre Mutter Petronella Adriana de Marez van Zuylen (1784–1826). Als sie 18 Jahre alt war, starb ihre Mutter und Ida Oyens führte als älteste Tochter den Haushalt, bis zu ihrer Heirat mit dem erfolgreichen Kaufmann Jan Lodewijk Gregory Pierson, den sie drei Jahre später, am 20. Mai 1829 heiratete. Sie lebten am Singel-Kanal und verbrachten die Sommer auf dem Land bei Haarlem. Das Paar hatte sieben Kinder, Johanna Elisabeth (1830–1913), Allard (1831–1896), Petronella Adriana (1832–1923), Hendrik (1834–1914), Carolina Henriëtte Constantia (1836–1895), Nicolaas Gerard (1839–1909) und Gerrit Hendrik (1846–1850), der im Alter von vier Jahren starb.
Réveil-Bewegung Die Réveil-Bewegung lernte das Ehepaar um 1840 kennen. Dabei handelte es sich um Menschen, denen die Niederländisch-Reformierte Kirche nicht genügte, da ihrer Meinung nach dort nicht ausreichend zum Ausdruck gebracht wurde, dass der Mensch sein Heil nur in Gott finden und sich innerlich bekehren müsse. Ida Pierson besuchte regelmäßig die emotionalen Hausübungen des Dichters Isaäc da Costa und in den Sommermonaten besuchte die Familie die Gottesdienste von Nicolaas Beets. Ab 1845 machten die Piersons ihr Haus zu einem Treffpunkt der Réveil-Bewegung. Dort traf sich die Gesellschaft der Christlichen Freunde, die von Jan Lodewijk Pierson mitbegründet worden war. Auch wurden Gottesdienste abgehalten, die für beide Geschlechter offen waren. Ida Pierson sprach mit ihren Kindern und Freunden oft über die Notwendigkeit eines tief empfundenen Glaubens und über ihre Ablehnung einer übermäßig rationale Herangehensweise an religiöse Fragen.
Ein Schwerpunkt der Erweckungsbewegung war die philanthropische Missionsarbeit und Ida Pierson engagierte sich bei dieser Arbeit unter der Bevölkerung. Mit weiteren Frauen der Bewegung gründete sie 1847 im Stadtteil Plantage einen Kindergarten. Dieser wurde später um eine Sonntagsschule und eine Strickschule erweitert. Die Frauen unterstützten ab 1850 die Arbeit von Reverend C. Schwartz, der unter den Juden von Amsterdam missionierte. Mit den jüdischen Frauen nahmen sie Kontakt auf und brachten den Kindern Stricken, Nähen und Bibellesen bei. Im Jahr 1851 gründete Ida Pierson die „Vereinigung der Büßerinnen“. Mit dieser Organisation unterstützte sie die Arbeit des Erweckungspredigers Ottho Gerhard Heldring. Heldring hatte 1847 in der Region Betuwe die erste Organisation gegründet, die Prostituierten ein Heim gab. Das Asyl Steenbeek wurde von Petronella Voûte geführt. Die Frauen in Amsterdam suchten nach Stellen für die Frauen, die der Prostitution entkommen wollten, wenn dies nicht ging, vermittelten sie die Frauen an das Asyl Steenbeek.
Schriftstellerin In den Archiven der Réveil-Bewegung findet sich eine große Anzahl unveröffentlichter Manuskripte von Ida Pierson. Im Alter von 45 Jahren begann sie zu publizieren. Ihr Werke veröffentlichte sie anonym in evangelisierenden Broschüren. Sie zeugen von ihrem tiefen Glauben, ihren pädagogischen Interessen und ihrer praktischen Art. Ihr „Bibeltagebuch für Kinder“ erschien 1853. Es ist eine Einführung in die Bibel die für jeden Tag des Jahres ausgelegt ist und es wurden zwei Auflagen gedruckt. Auch „Die Bibel im Leben“ richtete sich an Kinder. Dies war eine Sammlung von Geschichten über die Rolle des Glaubens im Alltag. Eine abenteuerliche und streng moralisierende Geschichte über zwei französische Waisen veröffentlichte sie 1856 unter dem Titel „Guido und Thérèse, die Savoyer Kinder“. Die Geschichte „Onkel Karel“ (1857–1858) war ein Werk „zum Vorlesen im gemütlichen Zuhause, beim Tee“. In dieser Geschichte erzählt Onkel Karel seinen Neffen und Nichten von seiner Mission in Afrika. Zu ihren Werken für Erwachsene zählen „See Around You“ (1855), die dramatische Konversionsgeschichte einer jüdischen Familie aus Amsterdam; „Maria“ (1856), eine moralische Skizze über das religiöse Leben junger Menschen; und „A Word to Mothers on the Education of Children“ (1896), eine Sammlung pädagogischer Ratschläge für Arbeiterinnen.
Ida Pierson-Oyens starb am 26. Dezember 1860 in Utrecht. Sie war zuvor krank, litt vermutlich an einer tuberkulösen Erkrankung und war zur Kur in Bad Soden. Nach ihrer Rückkehr wurde sie in Utrecht gepflegt, ihr Mann und ihre Kinder besuchten sie dort. Beigesetzt wurde Ida Pierson-Oyens in der Oude Kerk in Amsterdam.
Weblinks
Ida Oyens Huygens Instituut Ida Oyens Biografischportaal Ida Oyens DBNL
Einzelnachweise
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