Geiselwind ist eine Wüstung auf dem Gemeindegebiet von Rugendorf im oberfränkischen Landkreis Kulmbach in Bayern.

Lage Der Ort lag wohl zwischen Rugendorf und Zettlitz.J. Andraschke: Siedlungsgeschichte im Spiegel der Ortsnamen. S. 13. Eine genaue Lokalisierung der Wüstung ist nach dem jetzigen Stand der Forschung nicht möglich.

Geschichte Nach Ausweis des Belegs Geyselwinde der Hof muss es sich um eine Einzelhofsiedlung gehandelt haben. Der Ort wird in einer Urkunde des Jahres 1422 zusammen mit Frankenreuth erwähnt. Im Allgemeinen tritt bei diesem Ortsnamen-Typ, zu dem Geiselwind gehört, der Name des Grundherren im Bestimmungswort auf. Namen mit -winden sind im Rahmen des deutschen Landesausbaus entstanden, zu dem auch Slawen hinzugezogen wurden.E. Schwarz: Sprache und Siedlung, S. 336–356.

Name Der Ort ist 1422 als Geyselwinde der Hof (StABa, A 205 Lade 860 Nr. 13572) urkundlich überliefert. Nach Joachim Andraschke handelt es sich hier neben Eisenwind um einen weiteren Vertreter der Namen auf -winden (vgl. mittelhochdeutscher Volksname Wint ‚Slawe‘ im Dativ Plural Winden).M. Lexer: Mittelhochdeutsches Handwörterbuch. III, Sp. 915. Als Grundform ist *Gisilenwinden ‚bei den Winden (Slawen) des Gisilo‘ zu erschließen.J. Andraschke: Siedlungsgeschichte im Spiegel der Ortsnamen. S. 13. Vgl. auch die Ausführungen von Wolf-Armin Frhr. v. Reitzenstein zum Siedlungsnamen Geiselwind (Landkreis Kitzingen, Unterfranken), Annalen des 13. Jh. [zu 1199] Gisenwinden.W.-A. v. Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen. S. 79

Literatur Joachim Andraschke: Siedlungsgeschichte im Spiegel der Ortsnamen. S. 7–16. In: Klaus Rupprecht: 850 Jahre Stadtsteinach. Eine Amtsstadt im Spiegel der Geschichte. Neustadt/Aisch 2001. S. 13. Wolf-Armin von Reitzenstein: Ortsnamen mit Windisch/Winden in Bayern. In: Blätter für oberdeutsche Namenforschung. 28/29, 1991/92, S. 3–76. (Noch ohne Geiselwind bei Stadtsteinach).

Einzelnachweise

Kategorie:Wüstung im Landkreis Kulmbach Kategorie:Ersterwähnung 1422 Kategorie:Geographie (Rugendorf)