Helena Gertrude Jones (* 14. Juli 1870 in Conwy, Caernarfonshire; † 4. September 1946 in Treorchy, Glamorgan) war eine walisisch-britische Medizinerin und Suffragette.
Leben Jones war die zweite Tochter von Mary Elizabeth (1849–?) und John Griffith Jones (1838–1873), einem Rechtsanwalt. Sie trat im Alter von 18 Jahren in eine Schwesternschaft der Church of England ein. Zunächst arbeitete sie in einem Heim in Surrey für die weiblichen Kinder verurteilter Eltern, verließ dieses jedoch, um ab 1895 an der University of London Medizin zu studieren, und graduierte 1901. Sie übernahm eine Stelle als Medizinerin in einem Sanatorium, bevor sie eine Position am Greenwich Infirmary annahm. Später wurde sie Medical Officer im Kings Norton Education Board in Birmingham. Um 1909 zog sie nach Halifax. Bis 1916 hatte sie die Rolle der der Medical Officer für das Gesundheitswesen in den Rhondda‑Tälern übernommen, wo sie bis zu ihrem Ruhestand 1935 blieb.
Jones trat 1908 in der Kampagne zur Erlangung des Frauenwahlrechts in Erscheinung, als sie bei einer Kundgebung in den Baths Assembly Rooms in Wolverhampton gemeinsam mit Emmeline Pankhurst für die Women’s Social and Political Union (WSPU) auf der Bühne stand. 1910 unterstützte sie Pankhurst bei einer Reihe von Vorträgen und sprach bei organisierten Kundgebungen in ganz Wales zur Öffentlichkeit. Jones übernahm bei diesen Treffen meist die Rolle der Moderatorin, trat jedoch mitunter auch selbst als Rednerin auf. Anfang August 1910 leitete Jones eine Versammlung in Caernarfon. Am 20. August war Pankhurst bei einer weiteren Versammlung in Caernarfon wieder dabei. Obwohl die Veranstaltung gut aufgenommen wurde, griff Jones als Moderatoin konsequent durch, indem sie jene im Publikum scharf zurechtwies, die versuchten, der Veranstaltung eine eigene politische Richtung zu geben.
Jones und ihre walisische Landsfrau Rachel Barrett waren bei der WSPU-Demonstration am 23. Juli 1910 im Hyde Park, bei der sich 20 Wahlrechtsgesellschaften zur Unterstützung der sogenannten Conciliation Bill versammelten, und an der 10.000 Frauen teilnahmen, zwei der 150 Rednerinnen auf einer der 40 Bühnen. Ende 1910 übernahm Jones eine administrative Rolle in der WSPU, als sie die Aufgaben der ehrenamtlichen Organisatorin des Halifax‑Zweigs annahm, nachdem die bisherige Leiterin Annie Williams nach Wales gezogen war. Im folgenden Jahr beteiligte sich am Boykott der Volkszählung 1911. An ihrem Wohnsitz in Halifax vermerkte ihre Haushälterin, dass Jones, obwohl Haushaltsvorstand, am Zensustag „nicht anwesend“ gewesen sei.
Zu Beginn des Ersten Weltkriegs stellte die WSPU unter Pankhurts Führung in einer Vereinbarung ihre militante Kampagne für das Frauenwahlrecht gegene eine Generalamnestie ein und unterstützte stattdessen die Regierung im Krieg. Jones gehörte zu der Gruppe, die das nicht mittragen wollten und sich als Suffragettes of the WSPU (SWSPU) abspalteten. Jones stelte Pankhursts Haltung in den Leserbriefspalten der Suffragists News Sheet öffentlich in Frage. In einem Beitrag vom September 1916 erklärte sie:
Ohne selbst jemals in ihren Ansichten nachzulassen, erklärte Jones später, Pankhurst habe sich „von ihrer ersten Liebe entfernt und sei zum Feind übergegangen“.
Jones starb 1946 in Gilnockie, Treorchy, Rhondda.Eintrag „Helena Gertrude Jones“ in: England & Wales, National Probate Calendar (Index of Wills and Administrations), 1858–1995.
Weitere Literatur
Einzelnachweise
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