mini|Ali Chamenei am 12. Februar 2026, 16 Tage vor seiner Tötung Die Tötung des iranischen Obersten Führers Ali Chamenei war das Ableben des iranischen Staatsoberhaupts während eines israelisch-US-amerikanischen Luftangriffs während des Irankrieges am 28. Februar 2026.

Chamenei kam bei dem Angriff auf seine Residenz in Teheran, der zu Beginn des Irankriegs am 28. Februar 2026 durchgeführt wurde, ums Leben. Die Tötung wurde am 1. März 2026 von iranischen Staatsmedien offiziell bestätigt. Mehrere iranische Medien berichteten zugleich vom Tod naher Familienangehöriger Chameneis infolge desselben Angriffs.

Hintergrund Politische Amtszeit und zentrale Entwicklungen mini|Porträtplakat von Ali Chamenei, Iran, 2011; Slogan «پیروزی از آنِ ماست» — Piroozi az ân-e mâst — „Der Sieg gehört uns“, kalligraphisch in Nastaʿlīq-Schrift mini|Demonstranten in Teheran im Juni 2009 während der Proteste nach der Präsidentschaftswahl

Nach dem Tod des ersten obersten Führers der Islamischen Republik, Ruhollah Chomeini, wurde Ali Chamenei 1989 zum neuen obersten Führer Irans ernannt. Bis zu seinem Tod gehörte er zu den weltweit am längsten amtierenden Staatsoberhäuptern. Am 27. Juni 1981 wurde Chamenei in der Abuzar Moschee in Teheran, der Hauptstadt Irans, durch eine Bombenexplosion verletzt. Der Sprengsatz war in einem Tonbandgerät verborgen, das vor ihm lag, während er eine Ansprache hielt, und verursachte Verletzungen an seinem Arm, den Stimmbändern und der Lunge.Karim Sadjadpour: Reading Khamenei. (PDF; 2,2 MB) Carnegie Endowment for International Peace, 2008. Während seiner Amtszeit war Chameneis Porträt in vielen staatlichen Einrichtungen präsent, darunter Behörden, Universitäten, Krankenhäuser und Gerichte. Diese symbolische Präsenz spiegelte die zentrale Rolle des Obersten Führers im politischen System der Islamischen Republik wider. Mehrere politische Krisen und Protestbewegungen fanden während seiner Amtszeit statt. Dazu gehörten die Studentenproteste von 1999 an der Teheraner Universität, die nach der Schließung einer reformorientierten Zeitung ausbrachen. Sicherheitskräfte gingen gegen Demonstranten vor; dabei kam es zu Toten, Verletzten und zahlreichen Festnahmen. Auch die Proteste nach der Präsidentschaftswahl 2009 führten zu einer schweren innenpolitischen Krise. Viele Demonstrierende stellten das Wahlergebnis infrage. In diesem Zusammenhang wurden Berichte über Misshandlungen von Gefangenen im Haftzentrum Kahrizak bekannt. Der damalige Politiker Ali Akbar Hashemi Rafsanjani warnte in dieser Zeit vor einer weiteren Eskalation gesellschaftlicher Spannungen. Während der COVID-19-Pandemie geriet Chamenei ebenfalls in die Kritik, nachdem er Anfang 2021 die Einfuhr von Impfstoffen aus den Vereinigten Staaten und dem Vereinigten Königreich untersagt hatte. Später wurden dennoch internationale Impfstoffe importiert, insbesondere für ältere Bevölkerungsgruppen. Im September 2025 warnte der Sohn eines militärischen Beraters öffentlich davor, dass der Oberste Führer ermordet werden könnte. Im November 2025 warnte der iranische Geheimdienstminister, es gebe aus Sicht der Islamischen Republik angebliche Bemühungen aus den Vereinigten Staaten und Israel, den Obersten ins Visier zu nehmen oder interne Unruhen zu provozieren, wie in Berichten lokaler Medien wiedergegeben wurde. Von Ende Dezember 2025 bis Januar 2026 kam es in Iran zu landesweiten Protesten wegen der Wirtschaftskrise, die von Sicherheitskräften mit großer Härte unterdrückt wurden, wobei zahlreiche Menschen starben. Im Januar 2026 bezeichnete US-Präsident Donald Trump in einem Interview mit Politico Chamenei als „kranken Mann“ und forderte eine Erneuerung der politischen Führung im Iran. Chamenei machte Trump seinerseits für die Protesttoten verantwortlich, ohne die Taktiken der Sicherheitskräfte bei der Niederschlagung der Proteste zu erwähnen, und warf ihm vor, die Demonstrierenden ermutigt zu haben. Die iranische Regierung kündigte an, im Falle Chameneis Todes einen Dschihad gegen die westliche Welt auszurufen. Außenpolitisch verfolgte der Iran unter seiner Führung eine Strategie zur Ausweitung seines regionalen Einflusses, unter anderem durch Unterstützung verbündeter Gruppen im Nahen Osten. Ein zentraler Konfliktpunkt der internationalen Politik blieb das iranische Atomprogramm, das zu Sanktionen und diplomatischen Auseinandersetzungen mit westlichen Staaten führte.

Ideologische Grundlagen und Rolle des Obersten Führers mini|Flagge der Islamischen Republik Iran – Symbol des Staates

Die ideologische Grundlage der iranischen Hardliner beruht auf einem radikal ausgelegten schiitischen Weltbild, das absoluten Gehorsam gegenüber dem Obersten Führer, die Islamisierung der Gesellschaft und die strikte Durchsetzung des obligatorischen Hidschab einschließt. Außenpolitisch umfasst dies die Unterstützung der Milizen der sogenannten „Achse des Widerstands“, ausgeprägten Antiamerikanismus und eine fundamental feindliche Haltung gegenüber Israel, die häufig mit antisemitischen Motiven verknüpft ist. Zentrales Element ist eine apokalyptisch interpretierte Mahdi-Doktrin, der zufolge die Islamische Republik und ihre Politik als Mittel zur Vorbereitung der Rückkehr des „verborgenen“ zwölften Imams dienen. Die Verfassung verankert den Obersten Führer ausdrücklich als dessen Stellvertreter, was ihm eine zentrale ideologische und religiöse Legitimation verleiht. Seit den 2000er-Jahren wurde diese Doktrin besonders im Korps der Islamischen Revolutionsgarden (IRGC) intensiviert, wo sie einen großen Teil der Ausbildung ausmacht und das IRGC als Instrument zur Beseitigung angeblicher Hindernisse für die Wiederkehr des Imams darstellt. Dabei gilt die Existenz Israels in Teilen dieser Ideologie als zentrales Hindernis. Die harte Basis, deren Größe interne Quellen auf etwa zehn Prozent der Bevölkerung schätzen, dient dem Regime zugleich zur innenpolitischen Machtsicherung. Während landesweiter Proteste wurde sie häufig mobilisiert, um oppositionelle Demonstrationen gewaltsam zu unterdrücken. In Kriegs- oder Krisensituationen setzt das Regime sie zudem ein, um den öffentlichen Raum zu kontrollieren und regierungskritischen Gruppen keinen Handlungsspielraum zu lassen. Beobachter werten diese Mobilisierung eher als Hinweis auf die politische Verwundbarkeit des Regimes denn als Ausdruck breiter gesellschaftlicher Unterstützung. Einige außen- und sicherheitspolitische Analysen betonten, dass die Feindschaft des iranischen Regimes gegenüber Israel nicht nur ideologisch motiviert ist, sondern auch strategisch genutzt wird, um innenpolitische Legitimität zu stärken, regionalen Einfluss zu behaupten und das Regime als Führungsfigur im islamischen Nahen Osten zu positionieren.

Angriffsplanungen und Tod mini|Donald Trump (links) und Mohammed bin Salman (rechts), 13. Mai 2025

Im Juni 2025 stand der iranische Oberste Führer Ali Chamenei während des Zwölftagekriegs zwischen dem Iran und Israel im Zentrum möglicher israelischer Angriffsplanungen. Nach späteren Berichten habe es aus israelischer Sicht zeitweise die Option eines gezielten Angriffs auf Chamenei gegeben. Ein solcher Schritt sei jedoch auf Intervention Trumps nicht erfolgt, der auf eine Deeskalation gedrängt habe. In der Folge kam es zu einem zunächst fragilen Waffenstillstand. Acht Monate später, nachdem Verhandlungen über eine Begrenzung der iranischen Nuklear- und Raketenprogramme ohne Ergebnis geblieben waren, eskalierte die Lage erneut. Im Zusammenhang mit koordinierten Angriffen der Vereinigten Staaten und Israel wurde Chamenei getötet. Laut der Washington Post führte Kronprinz Mohammed bin Salman mehrere vertrauliche Gespräche mit Trump, in denen er ein rasches militärisches Vorgehen gegen den Iran befürwortet haben soll. Öffentlich trat er zwar weiterhin für diplomatische Lösungen ein, warnte jedoch nach Medienangaben intern vor einem wachsenden Gefährdungspotenzial. Innerhalb der US-Regierung wurde behauptet, der Iran habe einen Präventivschlag vorbereitet; einzelne Geheimdienstquellen widersprachen dem jedoch. Die Central Intelligence Agency hatte den iranischen Revolutionsführer bereits seit Monaten beobachtet und erhielt am betreffenden Tag Hinweise auf ein Treffen, an dem auch Ali Chamenei teilnehmen würde. Diese Informationen wurden an Israel weitergegeben.

Am 28. Februar 2026 griffen die Vereinigten Staaten und Israel mehrere Ziele im Iran an. Dabei wurde auch das „Beit-e Rahbari“ („Haus des Obersten Führers“), d. h. Chameneis Residenz und Arbeitsstätte, in Teheran getroffen. Satellitenaufnahmen zeigten erhebliche Zerstörungen an der Anlage. Zum Zeitpunkt seines Todes befand sich Chamenei laut der New York Times oberirdisch auf seinem Anwesen und nicht in dem unter dem Gelände befindlichen Bunker, der als Notfall-Kommandozentrum konzipiert war. Nach dem Angriff blieb der Bunker weiterhin in Nutzung durch hochrangige iranische Funktionsträger. Die unterirdische Anlage erstreckte sich nach militärischen Angaben über mehrere Straßenblöcke und beinhaltete diverse Eingänge sowie Besprechungsräume. Die israelische Armee veröffentlichte sowohl Videomaterial, das den Angriff dokumentieren soll, als auch schematische Darstellungen, die den Aufbau der Einrichtung illustrieren. Nach Angaben der Stuttgarter Nachrichten soll Israel bereits vor Jahren große Teile des Teheraner Verkehrsüberwachungssystems gehackt haben; die Zeitung beruft sich dabei auf einen Bericht der Financial Times. US-amerikanischen Medien zufolge nutzte der israelische Geheimdienst für die Lokalisierung des Aufenthaltsortes von Chamenei ein breites Spektrum technischer Aufklärungsinstrumente. Demnach bestand bereits seit mehreren Jahren ein verdeckter Zugriff auf einen erheblichen Teil des städtischen Netzwerks von Verkehrs- und Überwachungskameras in Teheran. Laut Berichten der Financial Times wurden die übertragenen Daten kontinuierlich auf israelische Server umgeleitet und dort im Rahmen langwieriger Auswertungsprozesse analysiert, um Routinen und Bewegungsprofile von Angehörigen der iranischen Sicherheitsstrukturen zu rekonstruieren. Eine besonders günstig platzierte Kamera soll direkten Einblick in den stark gesicherten Wohnkomplex Chameneis ermöglicht haben, was nach diesen Angaben die Identifikation von Personalbewegungen und organisatorischen Abläufen im Umfeld des Oberhauptes erleichterte. Weiterhin wird berichtet, dass unmittelbar vor dem Angriff gezielte Störungen zahlreicher Mobilfunkmasten in der betroffenen Region festgestellt wurden, die eine temporäre Einschränkung der Kommunikationsinfrastruktur zur Folge gehabt hätten. Ergänzend verweisen die Medienberichte auf eine nicht näher charakterisierte menschliche Quelle, die über den Ablauf eines für diesen Morgen vorgesehenen Treffens informiert gewesen sein soll. Die Signal-Einheit 8200 des israelischen Militärgeheimdienstes Aman spielte Berichten zufolge eine zentrale Rolle in den Operationen. Die Einheit wird gelegentlich mit dem US-Geheimdienst NSA verglichen und rekrutiert vor allem junge, schnell lernfähige Mitarbeiter. Chamenei hielt sich nicht dauerhaft in unterirdischen Schutzanlagen auf, nutzte diese jedoch in Kriegszeiten. Die iranische Führung beobachtete, dass es der israelischen und US-Luftwaffe während des zwölf Tage dauernden Konflikts im Juni 2025 gelungen war, mehrere hochrangige Militärs und Atomwissenschaftler zu töten. Am 28. Februar 2026 versammelte Chamenei zahlreiche Mitglieder der militärischen und politischen Führung in seinem Amtssitz an der Pasteur-Straße in Teheran. Ein Insider berichtete gegenüber der Financial Times, dass ein Aufenthalt in einem Bunker die Gefahr durch Angriffe reduziert hätte. Der israelische Journalist Ben Caspit stellte in der Jerusalem Post fest, dass Chamenei Israels Vorgehensweise möglicherweise unterschätzt habe. Der Angriff auf Chameneis Anwesen war insofern bemerkenswert, da er am helllichten Tag durchgeführt wurde.

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