mini| Jan Gadomski (1933) mini|Observatorium auf dem Pip Iwan mini|Jan Gadomski (zirka 1960) Jan Gadomski (* 24. Juni 1889 in Czatkowice (Krzeszowice); † 2. Januar 1966 in Warschau) war ein polnischer Astronom.

Leben Jan Gadomski wurde am 24. Juni 1889 in Czatkowice, heute ein Wohngebiet in Krzeszowice, als Sohn von Kazimierz und Maria Gadomski geboren. Nach dem Besuch eines Gymnasiums in Krakau studierte er ab 1908 an der Jagiellonen-Universität. 1919 wurde er Assistent an der Krakauer Sternwarte. Er gründete eine Beobachtungsstation auf dem Gipfel Lubimir im Beskid-Makowski-Gebirge, zirka 40 km südlich von Krakau, wo er von 1922 bis 1924 arbeitete. Während dieser Zeit war er auch Mitbegründer des Astronomisches und Meteorologisches Observatorium auf dem Gipfel des Pip Iwan (damals in Polen, heute in der Ukraine), das erst 1938 fertiggestellt wurde und nach der sowjetischen Übernahme als Folge des Zweiten Weltkriegs zu einer Ruine verfiel. Gadomski wurde 1925 unter Tadeusz Banachiewicz an der Jagiellonen-Universität promoviert. 1927 wechselte er als Assistent an das Warschauer Observatorium. Ab 1929 hatte er einen Auslandsaufenthalt an der Universitätssternwarte Wien, um bei Kasimir Graff die Technik der Fotometrie zu erlernen.

Während des Zweiten Weltkriegs war er Mitorganisator des meteorologischen Luftfahrtdienstes. Nach Kriegsende gründete und leitete Gadomski in Krakau die Arbeitsstellen des Warschauer Observatoriums, das nach dem Warschauer Aufstand vollständig niedergebrannt worden war. Einige aus Warschau gerettete Instrumente wurden wieder instand gesetzt und die wissenschaftliche Bibliothek neu zusammengetragen. Zu Beobachtungszwecken gründete er eine Außenstelle in Ostrowik, zirka 10 km östlich von Otwock. Von 1946 bis 1950 war er Redakteur der populärwissenschaftlichen Zeitschrift Urania–Postępy Astronomii (Urania–Fortschritte der Astronomie) und von 1948 bis 1949 erster Nachkriegspräsident der Polnischen Gesellschaft der Amateurastronomen (Polskie Towarzystwo Miłośników Astronomii), wofür er 1949 mit einer Ehrenmitgliedschaft dieser Gesellschaft ausgezeichnet wurde.

Direkt nach Kriegsende war Gadomski bemüht, Direktor des Warschauer Observatoriums zu werden, eine Stelle, die bislang Michał Kamieński innehatte und die aus Altergründen bald frei werden würde. Gleichzeitig gab es Untersuchungen gegen Kamieński (und auch gegen einen weiteren Astronomen Maciej Bielicki) wegen ihres Verhaltens während der deutschen Besetzung, in denen Gadomski belastende Aussagen gegen Kamieński vorbrachte. Zu einer Ernennung zum Direktor des Observatoriums hätte Gadomski eine Habilitation vorweisen müssen. Diese beantragte er am 10. November 1946, was am 16. Dezember desselben Jahres von der Fakultätsleitung bestätigt wurde, doch Wacław Sierpiński äußerte Bedenken, da Gadomski mit der Habilitation direkt von seinen Anschuldigungen gegen Kamieński profitieren würde. Der Astronom Radosław Poleski kam 2025 in einer erneuten Analyse der Vorfälle sogar zu dem Schluss, dass Gadomski (möglicher Weise zusammen mit Felicjan Kępiński) die Gerüchte über das Fehlverhalten selbst gestreut hatte. Kamieński wurde schuldig gesprochen und in den Ruhestand versetzt, allerdings später am astronomischen Institut der Polnischen Akademie der Wissenschaften wieder angestellt, was zeigt, dass nicht alle Astronomen von seinem Fehlverhalten überzeugt waren. Gadomski wurde nicht habilitiert, sondern nur mit den Aufgaben des Direktors betraut, und das nur unter der Leitung des Mathematikers Kazimierz Kuratowski, neuer Direktor wurde 1950 Włodzimierz Zonn. Bielicki wurde vollständig entlastet, doch sein Vorschlag, eine Untersuchung gegen Gadomski einzuleiten, wurde vom Senat der Universität abgelehnt.

Gadomski hat als Astronom veränderliche Sterne beobachtet und Helligkeitsmessungen an Kometen vorgenommen. Darunter befanden sich auch umfangreichere Beobachtungen wie des Algolsterns U Coronae Borealis und auch des Sterns Algol im Perseus. Ferner befasste er sich mit der Geschichte der Astronomie und verfasste Texte über Das Schicksal polnischer Observatorien in der Kriegszeit und über den Wiederaufbau des Hauptstadtobservatoriums sowie über Johannes Hevelius und besonders über Nikolaus Kopernikus. Für die Urania verfasste er einen Bericht über die von ihm organisierte und erfolgreiche Expedition der Gesellschaft der Amateurastronomen zur Sonnenfinsternis vom 30. Juni 1954 nach Sejny.

Vor allem nach seiner Pensionierung beschäftigte er sich mit der Popularisierung der Astronomie und verfasste mehrere Bücher über astronomische Themen, siehe nachfolgende Liste. Er war seit dem 21. Oktober 1922 mit Maria Skalecka verheiratet. Jan Gadomski starb am 2. Januar 1966 und wurde auf dem Powązki-Friedhof beerdigt.

Bücher

Ehrungen Gadomski wurde mit dem Orden Polonia Restituta ausgezeichnet. Gadomski wurde das Verdienstkreuz der Republik Polen verliehen. Im Jahre 1970 benannte die IAU den Mondkrater Gadomski offiziell nach Jan Gadomski.

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Astronom (20. Jahrhundert) Kategorie:Pole Kategorie:Person als Namensgeber für einen Mondkrater Kategorie:Träger des Verdienstkreuzes der Republik Polen Kategorie:Träger des Ordens Polonia Restituta (Ausprägung unbekannt) Kategorie:Mann Kategorie:Geboren 1889 Kategorie:Gestorben 1966