Der afghanisch-pakistanische Krieg 2026 ist ein andauernder bewaffneter Konflikt zwischen Afghanistan und Pakistan seit 21. Februar 2026. Die Pakistan Air Force (PAF) führte Luftangriffe über den afghanischen Provinzen Nangarhar, Paktika und Chost durch, wobei angebliche Angriffsziele sieben Lager der Tehrik-i-Taliban Pakistan (TTP) und des Islamischer Staat – Provinz Khorasan (ISIS-K) in den drei Provinzen war. Der Konflikt galt als Vergeltung für Terroranschläge im Februar in Islamabad, Bajaur und Bannu, für die Pakistan die afghanischen Taliban verantwortlich machte.

Afghanische Taliban-Vertreter gaben an, die Luftangriffe hätten zivile Ziele und religiöse Einrichtungen getroffen und 18 zivile Todesopfer in der Provinz Nangarhar gefordert. Pakistanische Beamte bestritten, Zivilisten in Afghanistan angegriffen zu haben, während Militärquellen von 80 getöteten Kämpfern berichteten. Die Unterstützungsmission der Vereinten Nationen in Afghanistan (UNAMA) geht bislang von 13 zivilen Opfern aus. Afghanistan verurteilte die Luftangriffe und kündigte eine gezielte Reaktion auf die Aggression an.

Am 26. Februar 2026 startete Afghanistan eine Vergeltungsoperation gegen Pakistan. Daraufhin begann Pakistan die Operation Ghazab Lil Haq (arabisch غضب للحق, dt. Zorn für die Wahrheit), gegen die Taliban. Diese Operation wurde nach einer Eskalation der Grenzgefechte und des Feuergefechts entlang der Durand-Linie eingeleitet, an denen die afghanischen Taliban und die pakistanischen Sicherheitskräfte beteiligt waren. Am 27. Februar 2026 erklärte Pakistan den „offenen Krieg“ gegenüber Afghanistan.

Hintergrund

Der afghanisch-pakistanische Krieg 2026 ereignet sich aufgrund langjähriger Spannungen zwischen Pakistan und der afghanischen Taliban-Regierung. Die Durand-Linie, die 1893 während der britischen Kolonialherrschaft auf den indischen Subkontinent festgelegt wurde, wurde von aufeinanderfolgenden afghanischen Regierungen nie vollständig anerkannt und bleibt ein Streitpunkt zwischen Afghanistan und Pakistan. Darüber hinaus hat der grenzüberschreitende Militarismus wiederholt Misstrauen geschürt, insbesondere seit der Machtübernahme der Taliban in Afghanistan im Jahr 2021. Dabei standen Pakistans Vorwürfe im Zentrum, afghanisches Territorium werde von der Tehrik-e-Taliban Pakistan (TTP) und anderen militanten Gruppen als Rückzugsgebiet für Angriffe innerhalb Pakistans genutzt. Nach den schwersten Grenzzusammenstößen seit Jahren wurde im Oktober 2025 unter Vermittlung Katars ein Waffenstillstand vereinbart. Die darauffolgenden Gespräche führten jedoch nicht zu einer dauerhaften Einigung und es kam weiterhin zu kleineren Zwischenfällen. Die Operation fand wenige Tage nach der von Saudi-Arabien vermittelten Freilassung dreier pakistanischer Soldaten statt, die während der Zusammenstöße im Oktober 2025 gefangen genommen worden waren.

Am 11. Februar 2026 warnte der pakistanische Verteidigungsminister Khawaja Asif, Pakistan könne noch vor Beginn des Ramadan gegen militante Gruppen in Afghanistan vorgehen, falls die Taliban ihre Aktivitäten auf ihrem Territorium nicht eindämmten. Im Februar ereigneten sich in Pakistan mehrere Terroranschläge, darunter ein Selbstmordattentat auf eine schiitische Moschee in der Hauptstadt Islamabad, bei dem 36 Menschen getötet wurden, und ein Angriff auf einen Kontrollpunkt in Bajaur, bei dem elf Soldaten und ein Kind ums Leben kamen. Als Reaktion auf Letzteren richtete die pakistanische Regierung am 26. Februar eine Kriegserklärung an Afghanistan. Es folgte die Warnung, Pakistan werde nicht zögern, Luftangriffe in Afghanistan zu starten, falls die Taliban-Regierung nicht gegen militante Gruppen vorgehe, die ihr Territorium nutzten.

Verlauf

21.–23. Februar Am späten Abend des 21. Februar 2026 meldete Afghanistan Luftangriffe in Teilen der Provinzen Nangarhar, Paktika und Chost. In Nangarhar wurden die Angriffe in den Distrikten Bihsud und Khogyani gemeldet, in Paktika in den Distrikten Barmal und Urgun. Auch aus Teilen der Provinz Chost wurden lokale Angriffe gemeldet. Laut afghanischen Quellen trafen die Luftangriffe im Distrikt Bihsud der Provinz Nangarhar ein Wohnhaus, wobei 23 Menschen unter den Trümmern begraben wurden.

In einer späten Pressemitteilung wurden Luftangriffe der pakistanischen Luftwaffe in Afghanistan gemeldet. Die Angriffe seien gezielt und auf Geheimdiensterkenntnissen beruhend gewesen und hätten sieben Lager und Verstecke von Kämpfern getroffen, die mit den Tehrik-i-Taliban Pakistan und dem Islamischen Staat – Provinz Khorasan nahe der pakistanisch-afghanischen Grenze in Verbindung stehen. Die pakistanischen Beamten fügten hinzu, dass die Angriffe eine Vergeltungsmaßnahme für die jüngsten Terroranschläge in Islamabad, Bajaur und Bannu seien. Eine pakistanische Zeitung berichtete unter Berufung auf Militärquellen, die sieben Verstecke der Tehrik-e-Taliban Pakistan (TTP) in den Provinzen Nangarhar, Paktika und Khost seien zerstört und mehr als 80 Kämpfer getötet worden. Taliban-Vertreter in Afghanistan erklärten hingegen, es habe Luftangriffe in den Provinzen Nangarhar und Paktika gegeben. Bei einem Luftangriff im Distrikt Bihsud seien 18 Zivilisten, darunter elf Kinder, getötet worden. Auch afghanische Taliban-Vertreter verurteilten die Luftangriffe und kündigten eine gezielte Reaktion zu gegebener Zeit an.

Shayesteh Jan Ahadi, ehemaliger Vorsitzender des Provinzrats von Paktia, erklärte, die pakistanischen Luftangriffe in mehreren Distrikten seien sehr umfangreich und heftig gewesen. Die UN-Unterstützungsmission in Afghanistan (UNAMA) berichtete, Pakistan habe zwischen 23:45 Uhr am 21. Februar und 00:15 Uhr am 22. Februar Luftangriffe durchgeführt. Die UNAMA berichtete außerdem, dass die Luftangriffe in der Provinz Paktia Infrastruktur beschädigt oder zerstört hätten. Am 23. Februar bestätigte UNAMA, dass durch die pakistanischen Luftangriffe über dreizehn Zivilisten getötet und sieben weitere verletzt worden seien.

1. März In der Nacht am 1. März 2026 bombardierten pakistanische Jets zum zweiten Mal innerhalb von drei Tagen Kabul sowie erstmals die Bagram Air Base 47 Kilometer nördlich davon. Auch an mehreren Abschnitten der rund 2600 Kilometer langen Grenze wurde wieder gekämpft. Pakistans Ziele in Kabul waren das Innenministerium nahe dem Flughafen sowie der Stadtteil Schaschdarak, wo sich Einrichtungen des Militärs, des Geheimdienstes GDI und Ministerien befinden. Es wurden heftige Explosionen gemeldet. In Bagram versuchte Pakistan offenbar, die kleine Luftwaffe der Taliban zu treffen. Nach deren Angaben konnten ihre Abwehr das aber verhindern. Die Taliban reagierten ihrerseits mit Drohnenangriffen auf Militärstützpunkte in Pakistan, darunter in Islamabad. Grenznahe pakistanische Stellungen sowie das Hauptquartier eines Armeekorps in Quetta wurden angegriffen. Hier behauptete wiederum Pakistan, den Angriff abgewehrt zu haben.

16. März Um 21:00 soll laut afghanischen Angaben ein pakistanischer Luftangriff eine Klinik für Suchtkranke in Kabul getroffen haben. Dabei sollen über 400 Menschen getötet und 265 Menschen verletzt worden sein. Pakistan weist die Verantwortung für den Angriff von sich.

29. Juni Nach einem Anschlag in Karatschi griff Pakistan Ziele in Afghanistan an.

Zensur Während des Konflikts ordnete der Taliban-Nachrichtendienst afghanische Medien dazu auf, nicht über die von pakistanischen Luftangriffen betroffenen Gebiete zu berichten. Teilweise überwachten Geheimdienstmitarbeiter die Redaktionen und den Betrieb der Nachrichtenredaktionen, um die Anweisung durchzusetzen. Die Medien wurden vor Übertretung dieser Vorgabe gewarnt. Taliban-Nachrichtendienstmitarbeiter warnten die Bevölkerung zudem davor, Bilder oder Details von Orten in Afghanistan zu veröffentlichen, die von pakistanischen Angriffen betroffen waren. Afghanische Quellen berichteten, dass die Taliban den Zugang zu Informationen über ihre eigenen Verluste sowie über zivile Opfer einschränkten. Sie fügten hinzu, dass nur Taliban-Mitglieder Bilder von betroffenen Gebieten und Opfern aufnehmen durften, was eine unabhängige Überprüfung der Opferzahlen und Schäden erschwerte. Am 1. März stellten die Taliban die Ausstrahlung des Radio- und Fernsehsenders Rah-e-Farda in Kabul ein. Eines Senders, der mit Mohammad Mohaqiq verbunden war. Die Einstellung der Ausstrahlung erfolgte im Zusammenhang mit Mohaqiqs Äußerungen, in denen er die jüngsten Vergeltungsangriffe der Taliban gegen Pakistan kritisiert haben soll.

Reaktionen Afghanistan und Pakistan Das afghanische Verteidigungsministerium verurteilte die Luftangriffe und behauptete, Pakistan habe eine Madrasa und Wohnhäuser getroffen. Der pakistanische Verteidigungsminister Khawaja Asif erklärte einen „offenen Krieg“ gegen Afghanistan.

International Die iranische Regierung und der iranische Außenminister Abbas Araghtschi, der intensive Gespräche mit den Vereinigten Staaten geführt hat, um einen Konflikt abzuwenden der sein eigenes Land erfassen könnte, bot sich derweil als Vermittler zwischen den Konfliktparteien an.

Das Außenministerium der Volksrepublik China äußerte sich „zutiefst besorgt“ über den Krieg und rief beide Seiten dazu auf „ruhig zu bleiben und Zurückhaltung zu üben“. Die Regierung der Russischen Föderation rief zu einer Einstellung der Kämpfe auf und bot eine Vermittlung an.

Kaja Kallas, die Hohe Vertreterin der Europäischen Union für Außen- und Sicherheitspolitik, forderte die von den Taliban kontrollierten Behörden in Afghanistan dazu auf, wirksame Maßnahmen gegen Terrorgruppen zu ergreifen. Afghanisches Staatsgebiet dürfe nicht dazu genutzt werden, andere Länder zu bedrohen oder anzugreifen. UN-Generalsekretär António Guterres rief beide Länder zu einer sofortigen Waffenruhe auf.

Siehe auch Afghanisch-pakistanische Beziehungen

Einzelnachweise

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