mini|Wappen derer von Kripp zu Prunberg und Freidenegg in der Fischnaler WappenkarteiDie Fischnaler Wappenkartei, Tiroler Landesmuseen Kripp zu Prunberg und Krippach bzw. auch Kripp von Freudenegg ist der Name eines landständischen, tirolischen, sodann österreichischen, schwäbischen und bayerischen Adelsgeschlechts. Erstmals 1303 in Hall nachweisbar, gehörte es dort zu den ältesten und angesehensten Familien, die über Jahrhunderte in enger Beziehung zum Salzhandel stand und als Unternehmer und Amtsleute im Holzwerk und Pfannhaus tätig waren. Während die Linie Kripp zu Prunsberg und Krippach noch heute in Tirol blüht, ist die Linie Kripp von Freudenegg 1795 in Oberschwaben im Mannesstamm erloschen. 1919 war die Familie vom österreichischen Adelsaufhebungsgesetz betroffen.
Herkunft mini|Schwaighof Creppa bei St. Christina Überliefert ist eine Herkunft aus dem Grödental.GTdaHÖ (1905), S. 377 Gegen Ende des 13. Jahrhunderts treten die Kripp in Hall im Inntal auf. Die Familienchronik aus dem 18. Jahrhundert berichtet, dass die Kripp im Gefolge eines Ritter von Gufidaun vom Grödental ins Inntal gezogen waren, wo letzterer als Gerichtsverwalter der Grafen von Hall und Wasserburg auf Schloss Melans fungierte und sein Gefolgsmann als Gerichtsschreiber im darunter liegendem Dorf Absam, welcher um 1270 den Ansitz Krippach errichtete.Jb. Adler (1910), S. 149 Weder gelten die Kripp als Erbauer von Krippach noch war Melans Gerichtssitz eines Grafen von Hall und Wasserburg oder eines Herren von Gufidaun. Das Feste Haus in Absam war von Anbeginn im Eigentum des Hochstiftes Augsburg und Hauptsitz deren Güter in Nordtirol, der erst 1454 vom Augsburger Bischof an Hans Kripp den Jüngeren als Lehen verliehen wurde und Ende des 16. Jahrhunderts den Namen Krippach erhielt. Wahrscheinlicher ist die Herkunft aus dem Grödental. In der Nähe von St. Christina in Gröden steht auf einer Felskuppe der Hof Kripp (ladinisch Crepa), als ältester der Gegend. 1305 erscheint der Hof erstmals in einer Schenkungsurkunde von Ebele von Peltsch an die Frauenkapelle von Millan als Schwaighof "ze Grippe". Der am Hof vorbeiführende alte Saumpfad wurde bis in das 16. Jahrhundert für den Transport von Waren, darunter auch Salz aus Hall nach Italien genutzt. Unter den Lehen des Klosters Sonnenburg ist im Urbar eine weitere "Curia Chrippe" im Pustertal oder Enneberg verzeichnet.Jb. Adler (1910), S. 150 Noch 1437 nennt eine Stiftungsurkunde in Gröden St. Christein-Malgrei, Ulrich von Kripp seine Frau Margreth, seinen Sohn Nikolaus, sowie seinen Vetter Hans von Metz und dessen Frau Luzia.Jb. Adler (1910), S. 151
Geschichte mini|Salvatorkirche in Hall mini|Brunnenburg in Dorf Tirol mini|Schloss Krippach in Absam mini|Ansitz Grießenstein in Lana Als erste beurkundet sind die Vettern Heinrich und Christian "Chripp" oder "Chrippe". Von ihnen war Heinrich der Stammvater der Linie Prunberg und Krippach und Christian der Linie Freudeneck, die bis 1590 in Hall ansässig war, darauf nach Vorderösterreich und Bayern zog, 1660 die schwäbische Reichsritterschaft Kanton Hegau erlangte und 1795Jb. Adler (1910), S. 192 mit dem Major Josef von Kripp zu Freudeneck in Meßkirch im Mannesstamm erloschen ist. Urkundlich nachgewiesen ist für Christian und seine Nachkommen das Amt des Holzmeisters. Die Wasserbauten und dazu verwendete Krippen könnten als redendes Wappen namensgebend für das gesamte Geschlecht geworden sein. Der Sohn von Christian, Andreas, siegelte 1370 mit einem rechten Schrägfluss. Dabei soll es sich ausdrücklich um den Bach „Küntsach“ handeln, der Absam und den Haller Burgfrieden von Thaur scheidet. In der Genealogie von Getzner von 1492 steht darüber:Jb. Adler (1910), S. 155
Heinrich Chripp der Ältere († um 1320) agierte seit 1303 als Baumeister und Unternehmer der Saline zu Hall. Möglicherweise war er auch Bauleiter der Stadtmauer von Hall.Jb. Adler (1910), S. 151 Dessen Sohn Heinrich Chripp der Jüngere († um 1368) pachtete laut landesfürstlicher Genehmigung vom 22. September 1453 auf Schloss Tirol für zwei Jahre die ganze Saline zu Hall und fungierte nach Ablauf der Pacht bis 1353 als städtischer Salzmayr. Von seinen Kindern war Simon 1384 Bürgermeister von Hall und Hans der Ältere Kripp (* um 1333; † 27. Dezember 1428) Ratsherr und Hingeber im Pfannhaus. Letzterer stiftete die 1406 geweihte Salvatorkirche in Hall, dessen Patronatsrecht der Familie gehörte und die den Kripp bis in das 18. Jahrhundert auch als Begräbnisstätte diente.GTdaHÖ (1905), S. 378 1423 wirkte Clemens Kripp bei der Belagerung der Burg Starkenberg mit. Am 21. März 1453 erhielt Hans Kripp der Jüngere in Innsbruck von Herzog Siegmund von Österreich-Tirol die Adelsfreiheit. Darauf wurde ihm am 5. Oktober 1454 in Wiener Neustadt ein kaiserlicher Wappenbrief verliehen; des weiteren am 22. Januar 1455 ausführlicher für "Hans Crippe".
Am 24. Juli 1454 belehnte der Augsburger Bischof Peter, Hans "den Krippen", mit den "Obristmayrhof" in Absam, später "Krippach" genannt, inkl. drei Hufen in Melans. Der Küchenmeister und Rat Erzherzog Siegmund von Österreich-Tirol, Hans Kripp der Jüngere († 1464), starb in Salzburg. Der zweiten Ehe des jüngeren Hans Kripp entstammte Siegmund (* 1462; † 1537), Advokat und Bürgermeister von Hall, welcher 1520 ein Augustinerkloster gründete. Wolfgang und Sigmund "die Krippen" erlangten am 22. April 1498 in Füssen den rittermäßigen Reichsadel und eine Wappenbesserung des von ihren Eltern und ihrem Vetter Pankraz Kripp von Freidenegk geführten Wappens. Zudem bewilligte Ferdinand I. am 5. Juni 1529 in Linz Sigmund und Christoff eine weitere Wappenbesserung und das Recht, sich nach ihren Schlössern und Ansitzen nennen zu dürfen. Der Pfannhaus-Amtsrat und Bürgermeister von Hall Paul Kripp der Ältere (* 1506; † 21. März 1574) kaufte 1552 den Ansitz Aicham bei Hall, den er umgestaltete und erweiterte.GTdaHÖ (1905), S. 379 Am 20. September 1555 befreite der Kaiser in Brüssel Paul Kripp zu Brunberg und seine Söhne Bernhard und Simgundt Anthoni von bürgerlichen Gerichten und Steuern, von Zünften und Zwängen in Städten und Märkten, außerdem erhielten sie die Rotwachsfreiheit und kaiserlichen Schutz und Schirm. Der Pfannhaus-Amtsrat von Hall Paul der Jüngere Kripp (* 13. August 1560; † 13. Juli 1627) erwarb 1591 einen Ansitz in Mils bei Hall und 1593 den Ansitz Grießenstein in Oberlana Nahe Tscherms. Zusätzlich übernahm er 1603 von der Familie Hochstetter die Haller Glashütte.GTdaHÖ (1905), S. 380
Wappen Laut Mayerhofer haben ursprünglich zwei Geschlechter dieses Namens existiert, davon führte das eine als Wappen eine (mit Steinen gefüllte) Krippe oder Korb und das andere einen Bach. Ersteres Wappen wurde nach Aussterben von dem anderen Stamm 1498 übernommen.Hefner (1857), S. 10 Blasonierung nach Otto Titan von Hefner: Stammwappen: In Rot ein silberner Steinkorb. Auf dem Helm derselbe. Decken: rot und gold. Vermehrtes Wappen (1498): Geviert von Rot und Silber, 1. und 4. der Korb, 2. und 3. ein schwarzer Schrägfluss. Zwei Helme: I. der Korb, II. ein Flug in Farben und Figuren von Feldern 2. und 3. Decken: rechts rot-silbern, links schwarz-silbern.
Genealogie
Persönlichkeiten Bernhard Joseph Kripp (1896–1980), österreichischer Diplomat Sigmund Kripp (* 1928), österreichischer Sozialpädagoge
Literatur
Einzelnachweise
Kategorie:Tiroler Adelsgeschlecht Kategorie:Österreichisches Adelsgeschlecht Kategorie:Bayerisches Adelsgeschlecht Kategorie:Schwäbisches Adelsgeschlecht Kategorie:Hall in Tirol