Die Wüstentaschenratte (Geomys arenarius) ist ein mit mehreren disjunkten Populationen im Grenzgebiet zwischen den Vereinigten Staaten und Mexiko verbreitetes Nagetier in der Gattung der Flachland-Taschenratten. Sie galt noch bis zum Jahr 2000 als Unterart der Flachland-Taschenratte (Geomys bursarius). Das Typusexemplar wurde in Texas bei El Paso gefunden.

Unterarten und Verbreitung Es werden zwei Unterarten unterschieden: G. a. arenarius, im Tal des Rio Grande in Texas, New Mexico und im mexikanischen Bundesstaat Chihuahua. G. a. brevirostris, im Tularosabecken in New Mexico.

Eine Population in der Region Llano Estacado im Osten von New Mexico ähnelt eher der erstgenannten Unterart.

Merkmale Dieses Nagetier hat die für die Gattung typische Größe und Männchen sind etwas größer als Weibchen. Bekannt sind eine Kopf-Rumpf-Länge von 130 bis 220 mm, eine Schwanzlänge von 50 bis 105 mm und ein Gewicht von 165 bis 255 g (Weibchen nur bis 205 g). Wie bei allen Taschenratten sind ein gedrungener Körper und Backentaschen vorhanden. Die Oberseite ist von hellbraunem Fell bedeckt, wobei die Unterseite noch etwas heller ist. Die Unterart G. a. brevirostris hat am Rücken leicht dunklere Haare als die Unterart am Rio Grande. Im Zentrum der oberen Schneidezähne befinden sich eine große Rinne sowie eine kleinere Rinne daneben. Laut genetischen Untersuchungen ist die Jones-Taschenratte (Geomys knoxjonesi) der nächste Verwandte der Art. Der diploide Chromosomensatz enthält 70 Chromosomen (2n=70).

Lebensweise Das Tier hält sich in Wüsten im Sand oder in anderer lockerer Erde auf. Die Nominatform wird häufig in der Nähe von Wasserläufen, Kanälen und Teichen gefunden, während die Unterart brevirostris Sanddünen bevorzugt. Vermutlich kann die Art zu allen Tageszeiten aktiv sein mit intensiverer Nahrungssuche zur Abend- und Morgendämmerung. Sie hält keinen Winterschlaf oder andere längere Pausen. Der Bau besteht aus einem Tunnelnetz dicht unter der Oberfläche und einem weiteren tiefer im Erdreich mit Nestkammern, Vorratskammern und Latrinen. Er hat meist 20 bis 30 Ausgänge, die nach Benutzung wieder verschlossen werden. Wie bei Maulwürfen entstehen an den Ausgängen Haufen. Als Nahrung werden Wurzeln und Knollen sowie andere Pflanzenteile in Baunähe angenommen. Die Wüstentaschenratte kann in Landwirtschaftsflächen großen wirtschaftlichen Schaden verursachen.

Die Fortpflanzung finden vorwiegend zwischen Mai und September statt. Pro Jahr können ein oder zwei Würfe vorkommen mit 4 bis 6 Neugeborenen pro Wurf.

Gefährdung Durch intensive Weidenutzung haben sich Teile der bewohnten Landschaft verändert. Es sind reine Trockenwüsten und Buschflächen entstanden. Einige Populationen wurden so voneinander getrennt. In Bereichen des Verbreitungsgebiets liegen Truppenübungsplätze und Wasserläufe wurden kanalisiert. Die Gelbgesicht-Taschenratte (Cratogeomys castanops) hat die Art in manchen Gebieten verdrängt. Gewissen Schutz ermöglicht der White-Sands-Nationalpark. Die IUCN listet die Art in der Vorwarnliste (near threatened).

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Einzelnachweise

Kategorie:Taschenratten