mini|hochkant|Raúl Guillermo Rodríguez Castro (2015) Raúl „Raulito“ Guillermo Rodríguez Castro (* um 1984), auch bekannt als El Cangrejo (spanisch für: die Krabbe), ist ein kubanischer Sicherheitsspezialist und Politikberater. Er war Leiter des Sicherheitsteams rund um seinen Großvater Raúl Castro und dient ihm aktuell als Berater in politischen Fragen. Raúl Guillermo Rodríguez Castro ist Sohn von Déborah Castro Espín, älteste Tochter von Raúl Castro, sowie dem ehemaligen Chef der GAESA-Unternehmensgruppe Luis Alberto Rodríguez López-Calleja.

Sein Kosename „Raulito“ bedeutet soviel wie „kleiner Raúl“.

Leben und Wirken Familie und Privatleben Raúl Guillermo gilt als Lieblingsenkel von Raúl Castro. Im Gegensatz zu seinem Cousin, dem ebenfalls bekannten Influencer Sandro Castro, fällt er weniger durch Eskapaden in den Sozialen Medien auf.

Allerdings ist sein Leben wohl nicht weniger luxuriös wie das der andren bekannten Familienmitglieder. So soll er gemäß Recherchen von Oppositionsmedien Immobilien emigrierter Kubaner billig aufgekauft, sie auf Staatskosten renoviert haben, die er nun an Ausländer, Geschäftsleute oder Diplomaten vermietet. Hinzukommen zahlreiche Reisen im Privatjet, darunter allein dreizehn im Jahr 2024 und zehn 2025 nach Venezuela oder Panama. Laut den Panama-Papers dienten dortige Gesellschaften u. a. dazu, Devisen am offiziellen Staatsbudget vorbeizuwirtschaften.

Politik Raúl Guillermo Rodríguez Castro gilt als politisch einflussreichste Person in der Enkel-Generation der Revolutionäre Fidel und Raúl Castro sowie auch allgemein im engsten Machtzirkel Kubas. Häufig sieht man ihn auf Fotos, seinem Großvater Raúl Castro irgendwas ins Ohr zu flüstern. Laut USA Today war er schon seit Teenagerzeiten auf Initiative seines Großvaters bei allen wichtigen Sitzungen der Staatsführung anwesend. Allerdings hielt er keinerlei offizielle politische Ämter inne.

Im Februar 2026 wurde er mit geheimen Verhandlungen zwischen US-Außenminister Marco Rubio und der kubanischen Regierung zwecks einer Lösung des Konflikts, entstanden aus der kurz zuvor verhängten Ölblockade, in Verbindung gebracht. Am 13. März 2026 erschien er an der Seite von Präsident Díaz-Canel bei dessen Ansprache im kubanischen Fernsehen, wo zuvor geleugnete Verhandlungen mit der US-Regierung offiziell bestätigt wurden. Zwar wird er teilweise sogar als möglicher Nachfolger von Díaz-Canel gehandelt, dies wird jedoch von Analysten als für eher unwahrscheinlich gehalten. Sie sehen in ihm zwar eine Person, die das absolute Vertrauen Raúl Castros besitzt, aber nicht Führungspersönlichkeit in Zeiten einer Transition mit entsprechendem Rückhalt in Politik und Militär.

Im August 2026 veröffentlichte die New York Times Vorwürfe, dass Rodríguez Castro mit einer kubanischen Menschenschmuggelbande, der sogenannten Kubanischen Mafia in Quintana Roo, in Verbindung stehen könnte. Diese hatte über Jahre hinweg mit gestohlenen Schnellbooten zausende Kubaner aus Kuba nach Quintana Roo, ein mexikanischer Bundesstaat, zu dem die Halbinsel Yucatan gehört. Exilanten, die die geforderte Überfahrtssumme von 10.000 US-Dollar nicht zahlen konnten, wurden dort gefoltert, um von deren Familien das Geld zu erpressen. Nach erfolgter Zahlung wurden die Flüchtlinge per Bus zur US-Grenze gebracht. Einige Mafiamitglieder konnten in Mexiko verhaftet werden und wurden danach in die USA ausgeliefert. In den dortigen Gerichtsprozessen haben einige Beteiligte ausgesagt, Rodríguez Castro hätte dabei geholfen, mit gestohlenen Kreditkarten gekauften Luxusgüter nach Kuba zu schaffen und in dortigen Regierungsläden zu verkaufen. Außerdem hätte er es ihnen ermöglicht, sich ungehindert in Kuba zu bewegen. Dafür soll Rodríguez Castro u. a. ein Schnellboot geschenkt bekommen haben. Text- und Voice-Messages, welche vom FBI aus den beschlagnahmten Handys extrahiert wurden, würden die Einlassungen der Beschuldigten stützen. Die kubanische Regierung wies die Vorwürfe jedoch als verleumderisch zurück.

Trivia Zur Bedeutung seines Spitznamens, „die Krabbe“, wird gesagt: »Eine Krabbe geht seitwärts. Mal links, mal rechts. Aber nie geradeaus.« Tatsächlich entstand er wohl aufgrund einer kleinen Missbildung in Form eines sechsten Fingers an einer Hand.

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