mini|Das Sachsenzeichen von 1937 (hier die Schwerter schwarz statt im Original grün auf silbernem Grund) Das Sachsenzeichen ist eine im Auftrag des Reichsstatthalters von Sachsen Martin Mutschmann Anfang 1937 durch Fritz Müller aus Dresden geschaffenes Werbeemblem, das der nationalsozialistischen Verkehrs- und Wirtschaftspropaganda des Freistaates Sachsen ein einprägsamen Symbol geben sollte. Es hat die Form eines Rechtecks. Auf silbernem Grund liegen die gekreuzten Kurschwerter, die in grüner Farbe gehalten sind. Unter deren Griffen der beiden Schwerter steht in Frakturschrift das Wort „Sachsen“.
Die Wahl der Kurschwerter für das Sachsenzeichen wurde 1937 damit erklärt, dass diese in den vorangegangenen 200 Jahren als Kennzeichen eines edlen sächsischen Erzeugnisses, des Meißner Porzellans, weltberühmt geworden sind. Dieser gute Ruf sollte sich auf alle Werterzeugnisse aus Sachsen erstrecken und den Bewohner des Landes zugleich Verpflichtung zu Höchstleistungen sein. Der Leiter der Nachrichtenstelle der sächsischen Staatskanzlei und Geschäftsführer des Heimatwerks Sachsen, Arthur Graefe, bestätigte, dass die Kurschwerter ein „Symbol des wehrhaften, werteschaffenden Grenzlandes“ sowie von „Kultur und Wertarbeit“ wären.
Mutschmann erklärte durch Verordnung das Sachsenzeichen mit den grünen Kurschwertern auf silbernen Grund zum allgemeinen Wert- und Werbezeichen für Sachsen und übertrug das alleinige Verfügungsrecht darüber dem Heimatwerk Sachsen.
Speziell für Autos wurden ab 1937 Plaketten aus Metall mit dem Sachsenzeichen gefertigt, die an der Kühlerfront oder an der Stoßstange an allen in Sachsen beheimateten Kraftfahrzeugen angebracht werden sollten. Abziehbilder mit dem Sachsenzeichen sollten an den Seitenfenstern oder der Rückfront der Kraftfahrzeuge angebracht werden. Koffermarken mit dem Zeichen sollten ebenfalls für Sachsen werben.
Nachdem die Nationalsozialisten die Verwendung gebrochener Schriften durch Behörden und im Schulunterricht 1941 verboten hatten, fiel meist der Schriftzug Sachsen unter den Kurschwertern weg. Mit dem Ende der nationalsozialistischen Herrschaft im Mai 1945 wurde das Sachsenzeichen endgültig nicht mehr verwendet.
Literatur Ein Sachsenzeichen. In: Zwönitztaler Anzeiger vom 1. März 1937, S. 2. Das neue Sachsenzeichen wirbt. In: Weißeritz-Zeitung vom 26. Mai 1937, S. 3. Thomas Schaarschmidt: Regionalkultur und Diktatur. 2004, S. 178 ff.
Einzelnachweise
Kategorie:Sachsen in der Zeit des Nationalsozialismus Kategorie:Politisches Symbol Kategorie:Waffe (Heraldik) Kategorie:Abzeichen