Helmut Meier (* 28. Juli 1934 in Bad Reinerz; † 22. Februar 2024 in Leipzig) war ein deutscher Historiker.

Leben An der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg studierte er von 1953 bis 1958 Geschichte und Germanistik. Dann war er am Institut für Deutsche Geschichte Halle wissenschaftlicher Assistent und Oberassistent. Bei Leo Stern promovierte er 1966.

Ab 1967 lehrte er am Institut für Gesellschaftswissenschaften beim ZK der SED und war dort bis 1990 Leiter des Forschungsbereichs Sozialistisches Geschichtsbewusstsein. Daneben war Meier von 1975 bis 1977 Sekretär der SED-Grundorganisation des Instituts bzw. der Akademie für Gesellschaftswissenschaften beim ZK der SED. Die Promotion B erwarb er 1976. Von 1977 bis 1990 war er zudem stellvertretender Direktor für Forschung des Instituts für Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung an der Akademie. 1981 wurde er ordentlicher Professor. Dem Präsidium des Kulturbundes der DDR gehörte er von 1977 bis 1990 an. Im Jahr 1979 erhielt Meier den Nationalpreis der DDR III. Klasse für Kunst und Literatur.

Ab 1991 war er Mitherausgeber der Hefte zur DDR-Geschichte. Die Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin wählte ihn 1998 zu ihrem Mitglied.

Schriften (Auswahl) Constantin Frantz und die imperialistische deutsche Ideologie. Ein Beitrag zum Rückgriff der westdeutschen Geschichtsschreibung auf Constantin Frantz. 1966 (Dissertation A), . mit Gerhard Lozek, Walter Schmidt und Werner Berthold: Unbewältigte Vergangenheit. Kritik der bürgerlichen Geschichtsschreibung in der BRD. Akademie-Verlag, Berlin 1970, . mit Rolf Döhring: Ergebnisse, methodologische und methodische Probleme der Erforschung des sozialistischen Geschichtsbewutseins. 1976 (Dissertation B). mit Rolf Döhring: Die Geschichte und die Gegenwart (= ABC des Marxismus-Leninismus). Dietz Verlag, Berlin 1977, . mit Werner Berthold und Gerhard Lozek: Geschichte der Geschichtswissenschaft. Grundlinien und Entwicklungstendenzen in der Geschichtsschreibung der BRD (1945–1975). 1977, . mit Jürgen Hofmann und Alfred Loesdau: Die marxistisch-leninistische Theorie von der Nation und ihre Anwendung in der DDR. 1979. mit Walter Schmidt: Was du ererbt von deinen Vätern hast. 1980, . mit Walter Schmidt (Hrsg.): Erbe und Tradition in der DDR. Die Diskussion der Historiker. Akademie-Verlag, Berlin 1988, ISBN 3-05-000610-2. mit Karl-Heinz Noack und Walter Schmidt (Hrsg.): Wegbereiter der DDR-Geschichtswissenschaft. Dietz Verlag, Berlin 1989, ISBN 3-320-01055-7. mit Jürgen Hofmann und Detlef Eckert: Identitätskonflikte und Identitätssuche der Ostdeutschen auf dem Weg zum Bundesbürger. 1992, . mit Bodo Reblin und Erhard Weckesser: Die Schwierigkeiten der Ostdeutschen, Bundesbürger zu werden. [Dresden] 1995, .

Literatur Alfred Loesdau (Hrsg.): Erinnerungskultur in unserer Zeit – zur Verantwortung des Historikers. Beiträge eines Kolloquiums zum 70. Geburtstag von Helmut Meier. Berlin 2005, ISBN 3-89626-525-3. Bibliographie der von Helmut Meier verfassten und herausgegebenen Veröffentlichungen

Einzelnachweise

Kategorie:Neuzeithistoriker Kategorie:Hochschullehrer (Akademie für Gesellschaftswissenschaften beim ZK der SED) Kategorie:Träger des Nationalpreises der DDR III. Klasse für Kunst und Literatur Kategorie:Funktionär des Kulturbundes der DDR Kategorie:Mitglied der Leibniz-Sozietät Kategorie:DDR-Bürger Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1934 Kategorie:Gestorben 2024 Kategorie:Mann