Friedrich Burger (* 1874 in Warburg-Scherfede; † nach 1928) war ein deutscher Ethnologe, Forschungsreisender und Reiseschriftsteller. Er wurde vor allem durch seine Sammel- und Studienreise in die Südsee im Auftrag des Linden-Museums in Stuttgart sowie durch seine späteren Publikationen über Melanesien und Südamerika bekannt.
Biographie Südsee-Expedition (1911–1912) Friedrich Burger, der einen Doktortitel führte, unternahm in den Jahren 1911 und 1912 eine ausgedehnte ethnologische Forschungsreise in den pazifischen Raum. Der Hauptauftraggeber dieser Expedition war das Linden-Museum in Stuttgart, für das Burger Kulturgüter und ethnografische Objekte sammeln sollte. Ein erklärtes Ziel der Reise war es, mit den bis dahin von Europäern kaum kontaktierten Bergvölkern der melanesischen Inselwelt in Verbindung zu treten.Vorwort des Autors in: Friedrich Burger: Unter den Kannibalen der Südsee. Studienreise durch die Melanesische Inselwelt. Deutsche Buchwerkstätten, Dresden 1923. Seine Reiseroute führte ihn unter anderem über die Molukken in den Bismarck-Archipel. Dort konzentrierte er seine Forschungen insbesondere auf die Insel Neupommern (heute Neubritannien) und die dortige Gazelle-Halbinsel. Weitere Stationen seiner Reise waren die Salomonen. Die wissenschaftlichen Erträge dieser Reise, insbesondere seine Erkenntnisse zur sozialen und rechtlichen Organisation der lokalen Gruppen, veröffentlichte er 1913 in einer ersten monografischen Studie.
Publikationstätigkeit in den 1920er Jahren In den 1920er Jahren verarbeitete Burger seine Aufzeichnungen aus der Südsee für ein breiteres Publikum. Seine Publikationen wie Unter den Kannibalen der Südsee (1923) und Urwald und Urmenschen (1923) erschienen in hohen Auflagen und bedienten das zeitgenössische Interesse an exotischen Reiseberichten. Die Bücher wurden auch in naturwissenschaftlichen Kreisen rezipiert; so empfahl beispielsweise der Internationale Entomologische Verein das Werk 1923 seinen Mitgliedern als wertvolle Beschreibung fremder Länder.Vgl. Buchbesprechung von „P. L.“ in: Entomologische Zeitschrift, Jahrgang 37. 1923/24. S. 27.
Reisen in Südamerika In der zweiten Hälfte der 1920er Jahre verlagerte Burger seinen geografischen Fokus nach Südamerika. Er bereiste den Kontinent und dokumentierte das Leben deutscher Auswanderer. Die Ergebnisse dieser Reise publizierte er 1928 unter dem Titel Im Herzen Südamerikas: Unter deutschen Siedlern, ein Werk, das für die „Gesellschaft Deutsche Erde e.V.“ hergestellt wurde. Über seinen weiteren Lebensweg und sein Sterbedatum nach 1928 ist derzeit nichts bekannt.
Schriften (Auswahl) Land und Leute auf den südöstlichen Molukken, dem Bismarckarchipel und den Salomo-Inseln. Süsserott. Berlin. 1913. Die Küsten- und Bergvölker der Gazellehalbinsel. Ein Beitrag zur Völkerkunde von Neuguinea unter besonderer Hervorhebung rechtlicher und sozialer Einrichtungen. Strecker & Schröder, Stuttgart 1913. Unter den Kannibalen der Südsee. Studienreise durch die Melanesische Inselwelt. Deutsche Buchwerkstätten, Dresden. 1923. Urwald und Urmenschen. Reisen und Abenteuer auf den Melanesischen Inseln. Deutsche Buchwerkstätten, Dresden. 1923. Aus Neupommerns dunklen Wäldern. Erlebnisse auf einer Forschungsreise durch Neu-Guinea. Köhler, Minden. 1925. Im Herzen Südamerikas: Unter deutschen Siedlern. Haus Lhotzky Verlag, München-Grünwald. 1928.
Einzelnachweise
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