Georg Augustin Stöcklin (* 1591 oder 1595Stöckle, Georg Augustin. In: Oberdeutsche Personendatenbank. Abgerufen am 26. Februar 2026.Augustin Stöcklin. In: muri-gries.ch. Abgerufen am 26. Februar 2026. in Muri; † 30. September 1641 in Disentis) war ein Bündner Benediktiner und Abt des Klosters Disentis. Er gilt als «vielseitiger» Historiker, dessen Arbeiten für die Geschichtsschreibung zu den Abteien Disentis, Muri und Pfäfers bedeutend sind.
Leben und Wirken Augustin Stöcklin war Sohn des Klosterammanns und Gastwirts Johannes Stöcklin und der Elisabeth Stierlin. Sein Bruder Johann Jakob war Kaplan von St. Stephan in Konstanz. Ab 1606 studierte Stöcklin Theologie und Philosophie zuerst bei den Jesuiten in Luzern und ab 1610 an der Universität Dillingen, wo er 1613 den Magistertitel erwarb. Im folgenden Jahr trat er in das Kloster Muri ein. Nach der Priesterweihe kehrte Stöcklin 1618 nach Dillingen zurück, wo er 1619 das Bakkalaureat der Rechte und der Theologie erwarb.
Stöcklin unterrichtete von 1619 bis 1623 und von 1626 bis 1629 als Lehrer an der Klosterschule Muri. Zudem war er Archivar und gab dem Archiv mit Dominikus Tschudi eine neue Ordnung. Anschliessend war Stöcklin bis 1631 Pfarrer in Muri. Von 1623 bis 1626 war er Administrator «in spiritualibus» der Benediktinerabtei Pfäfers.
Als Administrator kam Stöcklin fünf Jahre später nach Disentis, wo er mit zwei Mitbrüdern aus Muri die tridentinische Reform durchführte. Nuntius Ranuccio Scotti bestimmte Stöcklin 1634 zum Abt von Disentis. Er war der erste nicht mehr von der weltlichen Gewalt ernannte Abt. Der sich dagegen formierende Widerstand konnte durch die Vermittlung der katholischen Orte und des Grauen Bundes überwunden werden. Stöcklin erneuerte alte Herrschaftsrechte und machte so die Abtei gegenüber der Cadi und dem Bistum Chur selbstständig. Als Reformer und Humanist brachte er das Kloster wieder zu hohem Ansehen.
Schriften (Auswahl) Antiquitates liberi & imperialis monasterii Fabariensis Ord. S. Benedicti in Rhucantia finibus Helvetiae. Handschrift. Comoedia de ingrediunda religione.1614. Comedia de Sancti Benedicti. 1660. Comoedia von Sankt Ermengildo. 1662. Vita B. Hermanni de Schönstein, Monachi Fabariensis et Abbatis Mariae Montani Martyris. Nicolai Rusca vita. Vita S. Fintani Confessoris et Monachi Monasterii Rhenoviensis. De B. Burchardo Presbytero Beinwilae. ita S. Placidi M. et Sigisberti, Abbastis Disertinae Fundatorum, una cum Notis criticis. Nymphaeum Beatissimae Virginis Mariae Fabariensis. Lochner, Dillingen 1631. Breve chronologium (Abbatis Disertinensis) Augustini Stöcklin quorundam Abbatum Mon. Dis. Syllabus Abbatis Aug. Stöcklin. De Religiosorum Eccl. christ. Ordinum status natura, dignitate, obligationibus etc. Dillingen 1619. Catalogus Abbatum Monasterii Disertinensis Notis historicis et chronologicis aliisque Instrumentis antiquis illustratus. Miscella historica Monasterii Murensis. Handschrift 1630.
Literatur Iso Müller: Geschichte der Abtei Disentis von den Anfängen bis zur Gegenwart. 1971. S. 97–105, 245. Helvetia Sacra. Band III/1, 1986. S. 502, 909, 1024–1025.
Einzelnachweise
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