Alten Daltzow (auch Alden Daltzow) ist eine im Spätmittelalter wüst gefallene Siedlung im Gebiet der heutigen Stadt Jüterbog im Landkreis Teltow-Fläming in Brandenburg. Die Wüstung lag vermutlich in unmittelbarer Nähe des heutigen Ortsteils Körbitz der Gemeinde Niederer Fläming. Die genaue Lage ist unbekannt.Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg Teil X Jüterbog-Luckenwalde. Erstauflage erschienen im Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992, Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam, 2011, ISBN 978-3-941919-87-7, S. 98.
Etymologie und Geschichte Die Namensform Alden Daltzow deutet nach Einschätzung von Gerhard Schlimpert auf einen Zusammenhang mit dem nahegelegenen Neudelitz hin. Für Neudelitz existieren jedoch überwiegend erst aus dem 17. und 18. Jahrhundert stammende und teils stark variierende Belege. Ein möglicher früher Hinweis findet sich bereits 1389 in einer Urkunde des Magdeburger Erzbischofs Albrecht, in der zwischen Langenlipsdorf und Gräfendorf eine Abgabe uff der nuwen marke erwähnt wird, die möglicherweise mit der später so genannten Haidemark Neudelitz identisch ist. Die Quellenlage ist jedoch unsicher, da die überlieferte Quelle verloren ist und die Gleichsetzung nicht eindeutig belegt werden kann.Peter P. Rohrlach: Ältere Ortsnamenbelege und das Problem ihrer Zuordnung im alten Kreis Jüterbog-Luckenwalde In: Friedrich Beck, Klaus Neitmann (Hrsg.): Brandenburgische Landesgeschichte und Archivwissenschaft. Festschrift für Lieselott Enders zum 70. Geburtstag, 1997, S. 12–15. Die Siedlung Alten Daltzow wird in den Quellen ausschließlich in dieser Form überliefert. Der Name ist slawischen Ursprungs und könnte „Siedlung eines Mannes namens Dalesch“Reinhard E. Fischer: Die Ortsnamen der Länder Brandenburg und Berlin, Band 13 der Brandenburgischen Historischen Studien im Auftrag der Brandenburgischen Historischen Kommission, be.bra wissenschaft verlag, Berlin-Brandenburg 2005, S. 42 ISBN 3-937233-17-2. bedeuten.
Der Ort ist nur durch einen einzigen mittelalterlichen Beleg überliefert: Im Jahr 1414 belehnte der Magdeburger Erzbischof Günther die Jüterboger Bürger Peter und Andreas Römer mit Abgaben in mehreren Orten des Jüterboger Landes; in diesem Zusammenhang wird am Ende des Eintrags ein Alden Daltzow genannt. Dies stellt den einzigen urkundlichen Nachweis für die Siedlung dar und gilt aus Hinweis, dass es sich zu diesem Zeitpunkt bereits um eine Wüstung handelte. Die Familie Römer besaß vor 1414 die Abgaben, die einmal drei Scheffel, drei Scheffel Hafer und Geld sowie einmal drei Scheffel Hafer, ein Scheffel Gerste und Geld (1414) betrugen.
Die Nennung im Zusammenhang mit Körbitz spricht dafür, dass die Feldmark von Alten Daltzow bereits damals mit derjenigen von Körbitz vereinigt war. Die Siedlung wurde vermutlich früh aufgegeben und vollständig in die Feldmark von Körbitz integriert. Eine Wiederbesiedlung fand nicht statt. Die Feldmark gehörte bis 1817 dem Amt Jüterbog, anschließend von 1817 bis 1872 dem Amt Zinna mit allem Recht.
Literatur Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg Teil X Jüterbog-Luckenwalde. Erstauflage erschienen im Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992, Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam, 2011, ISBN 978-3-941919-87-7, S. 98 und 99.
Einzelnachweise
Kategorie:Wüstung im Landkreis Teltow-Fläming Kategorie:Ersterwähnung 1414 Kategorie:Niederer Fläming (Gemeinde)