mini|Helmut Ernst Miericke (1969) Helmut Ernst Miericke (* 22. August 1913 in Gelsenkirchen-Buer; † 6. Juni 1973 in Stade) war ein deutscher Verwaltungsjurist und von 1959 bis zu seinem Tod Regierungspräsident in Stade.
Leben Helmut Ernst Miericke wurde als Sohn eines Volksschullehrers geboren. Er wuchs in Genthin im Regierungsbezirk Magdeburg auf, wo er 1932 das Abitur machte. Anschließend studierte er Rechts- und Staatswissenschaften an den Universitäten in Greifswald und München. 1937 legte er die erste Staatsprüfung ab und leistete als Gerichtsreferendar seinen juristischen Vorbereitungsdienst im Oberlandesgerichtsbezirk Naumburg (Saale).
Im September 1939 wurde er zum Kriegsdienst einberufen und nahm als Gruppenführer am Frankreichfeldzug teil. Im Oktober 1940 wurde er zum Leutnant der Reserve befördert. Während einer Beurlaubung legte er im Frühjahr 1941 das zweite juristische Staatsexamen ab, anschließend nahm er als Zugführer, Adjutant und Kompaniechef am Russlandfeldzug teil. Bei Kriegsende gehörte er als Hauptmann dem Oberkommando der Heeresgruppe Weichsel an.
Im Jahr 1943 wurde er zum Regierungsrat ernannt und trat am 1. August 1945 in den Verwaltungsdienst ein, zunächst beim Oberpräsidenten der preußischen Provinz Hannover und nach Auflösung des Oberpräsidiums beim Niedersächsischen Minister des Innern. Nach der Leitung verschiedener Referate übernahm er 1951 die Leitung der Referatsgruppe öffentliches Dienstrecht. 1954 wurde ihm die Leitung der Zentralabteilung des Innenministeriums und 1958 auch die Leitung der Abteilung Verfassung und Verwaltung übertragen.
Am 1. August 1959 übernahm er das Amt des Regierungspräsidenten in Stade, das er 14 Jahre lang bis zu seinem Tod innehatte. In seiner langen Amtszeit widmete er der Verbesserung der Wirtschaftsstruktur des Regierungsbezirks seine besondere Aufmerksamkeit, für die er auch die Instrumentarien der gemeinsamen Landesplanung mit Bremen und Hamburg nutzte. Auch die Ansiedlung der Großindustrie in Stade fällt in seine Amtszeit. Nach den Erfahrungen der Sturmflut von 1962 setzte er sich für die Verstärkung der Deiche an Elbe und Weser und für den Bau von Sperrwerken an deren Nebenflüssen ein. In seiner ungewöhnlich langen Amtszeit erlangte er eine tiefe Kenntnis seines Regierungsbezirks und baute ein vertrauensvolles Verhältnis zu den Vertretern der kommunalen Selbstverwaltungskörperschaften auf.Biografische Angaben zum 40-jährigen Dienstjubiläum, Niedersächsisches Landesarchiv Stade, Rep. 150 acc. 2019/60 Nr. 69.
Miericke war Mitglied der CDU.
Ehrenamtlich engagierte er sich als Mitglied der Landessynode der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers und war erster Präsident der Synode der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen, an deren Bildung Ende 1970 er maßgeblich mitgewirkt hatte. Diese Ämter legte er 1972 wegen seiner Erkrankung nieder. 1964 initiierte er die Gründung der Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie für den Elbe-Weser-Raum e.V. in Stade, die berufsbegleitende wirtschafts- und rechtswissenschaftliche Studiengänge auf akademischem Niveau im ländlichen Raum anbot.Die Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie wurde 2017 aufgelöst.
Helmut Ernst Miericke heiratete 1943 die Ärztin Annemarie Siggemann. Aus der Ehe gingen ein Sohn und eine Tochter hervor. Miericke starb nach längerer Krankheit im 59. Lebensjahr in seiner Dienstwohnung in der Camper Straße 14 in Stade.
Ehrungen Im April 1973 wurde ihm anlässlich des 40-jährigen Dienstjubiläums das große Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen. mini|Gedenkstein für Helmut Ernst Miericke in Stade (Foto 2026) 1976 wurde in Stade der Helmut-Ernst-Miericke-Weg nach ihm benannt. Dort wurde 1990 ein Gedenkstein für Miericke mit einem Bronzerelief von Carsten Eggers aufgestellt.
Veröffentlichungen Das neue Melderecht in der Praxis. Stuttgart, Köln: Kohlhammer 1949, 65 S. (Kommunale Schriften, N. F., 2) Das Landesrecht in Niedersachsen. Sammlung aller seit Kriegsende für das Land Niedersachsen erschienenen Gesetze, Durchführungsverordnungen nebst Erläuterungen und Hinweisen auf Reichsrecht, Zonenrecht, Bundesrecht, Besatzungsrecht. Hrsg. von Erich Danehl. Bearb. von Helmut Ernst Miericke. Loseblatt-Ausgabe Stuttgart: Kohlhammer 1950–1963. Gesetz zur Regelung der Rechtsverhältnisse der unter Artikel 131 des Grundgesetzes fallenden Angehörigen des öffentlichen Dienstes im Lande Niedersachsen (Nds. Gesetz zu Artikel 131 GG). Erläutert von Helmut Ernst Miericke, Ludwig Bünger und Hans Gerkensmeyer. Hannover 1952, 135 S. (Sammlung niedersächsischer Gesetze, 1). Die Entwicklung des Regierungsbezirks Stade. Ansprache des Regierungspräsidenten Helmut Ernst Miericke am 28. Februar 1964 in Stade. Stade 1964, 33, 11 Bl. Raumplanung unter schwierigen Bedingungen [im Regierungsbezirk Stade], in: Mitteilungen der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft, Jg. 84 (1969), S. 521–522. Landeskultur als Element der zukünftigen Raumordnung im Regierungsbezirk Stade, in: Wasser & Boden. Zeitschrift für die gesamte Wasserwirtschaft, Jg. 25 (1973), S. 29–31.
Literatur Regierungspräsident Helmut Ernst Miericke * 22. August 1913 † 6. Juni 1973 in memoriam. Stade 1973.
Einzelnachweise
Kategorie:Verwaltungsjurist Kategorie:Regierungspräsident (Stade) Kategorie:Politiker (20. Jahrhundert) Kategorie:CDU-Mitglied Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1913 Kategorie:Gestorben 1973 Kategorie:Mann