mini|hochkant|Florian Stetter (2025) Florian Stetter (* 2. August 1977 in München) ist ein deutscher Schauspieler. Seinen Durchbruch hatte er 2000 als junger Hilfsarbeiter David in dem Roadmovie L’Amour.

Leben Herkunft und Ausbildung Florian Stetter ist der Sohn des Mikrobiologen Karl Stetter und einer Lehrerin. Er wuchs mit seinen zwei Schwestern in Regensburg auf. Er besuchte dort das Gymnasium, welches er aufgrund schlechter Noten im 10. Schuljahr vorzeitig verließ. Nach dem Zivildienst begann er zunächst ein Studium an der Westfälischen Schauspielschule Bochum, das er jedoch für die Hauptrolle des jungen Hilfsarbeiters David in Philip Grönings deutsch-schweizerischem Roadmovie L’Amour vorzeitig abbrach. Für sein Schauspieldebüt wurde er 2001 mit dem Max Ophüls Preis als „Bester Nachwuchsdarsteller“ ausgezeichnet. Nach einer Irland-Reise und Praktika als Beleuchter studierte Stetter von 1999 bis 2002 Schauspiel an der Otto-Falckenberg-Schule in München., abgerufen am 30. Oktober 2023

Film und Fernsehen Bereits während des Studiums stand Stetter für zahlreiche weitere Film- und Fernsehproduktionen vor der Kamera, unter anderem 2001 als junger Eiskunstläufer Nils Wehmeyer in dem Fernsehdrama Riekes Liebe von Kilian Riedhof. Für seine Rolle des Arthur in dem Fernsehfilm Die Freunde der Freunde (2002) erhielt er neben Dominik Graf, Hanno Lentz, Matthias Schweighöfer, Sabine Timoteo und Jessica Schwarz den Grimme-Preis in der Kategorie „Fiktion & Unterhaltung“. Es folgten Rollen als „Jungmann“ Justus von Jaucher in Napola – Elite für den Führer (2004) und als Christoph Probst in Sophie Scholl – Die letzten Tage (2005).

Von 2009 bis 2011 übernahm Stetter an der Seite von Ulrike Kriener eine durchgehende Rolle als Kriminalkommissar Leander Blohm in der ZDF-Krimireihe Kommissarin Lucas.

In Joseph Vilsmaiers Kinoproduktion Nanga Parbat (2010) war Stetter in der Rolle des italienischen Extrembergsteigers Reinhold Messner zu sehen. In Marc-Andreas Bocherts TV-Film Inklusion – gemeinsam anders (2011) übernahm die Rolle des Klassenlehrers Albert Schwarz.

In Dominik Grafs Historienfilm Die geliebten Schwestern (2014), der bei den 64. Internationalen Filmfestspielen in Berlin uraufgeführt wurde, spielte er an der Seite von Henriette Confurius und Hannah Herzsprung die männliche Hauptrolle des deutschen Dichters Friedrich Schiller. In der Literaturverfilmung Nackt unter Wölfen (2015) stellte er die Hauptrolle des Hans Pippig, der mit seinem Vater ins KZ Buchenwald eingeliefert wird, dar.

In der 4. Staffel der TV-Serie Weissensee (2018) übernahm Stetter eine durchgehende Serienrolle als ehemaliger Mitarbeiter des Stasi-Funktionärs Falk Kupfer (Jörg Hartmann).Die heimliche Liebe der Stars aus „Weissensee“. In: B.Z. vom 8. Mai 2018. Abgerufen am 22. Mai 2026 In Petra Lüschows Kinokomödie Petting statt Pershing (2018), der bei den Internationalen Hofer Filmtagen seine Deutschlandpremiere hatte, verkörperte Stetter den „charismatischen“, links-alternativen Physiklehrer, der ein ganzes Dorf „sexuell befreit“, aber die 17-jährige Ursula, sich Hals über Kopf in ihn verliebt, nicht.Petting statt Pershing. Abgerufen am 3. Mai 2026.Antje Wessels: Petting statt Pershing. Filmkritik. Abgerufen am 3. Mai 2026. In dem Märchenfilm Die drei Königskinder (2019) aus der ARD-Fernsehreihe Sechs auf einen Streich übernahm er an der Seite von Adele Neuhauser und Friederike Becht die Rolle des Königs Alexander. In dem deutsch-tschechischen Fernsehfilm Kranke Geschäfte (2020) verkörperte Stetter neben Corinna Harfouch und Felicitas Woll die Rolle des linientreuen Stasi-Oberleutnants Armin Glaser, der schmerzlich feststellen muss, um seine Ideale betrogen worden zu sein.Rainer Tittelbach: Kranke Geschäfte. TV-Kritik bei Tittelbach.tv. Abgerufen am 3. Mai 2026

Seit 2022 gehört er als Ehemann der Kriminalhauptkommissarin Katharina Tempel (Franziska Hartmann), ehemaliger Staatsanwalt und nunmehriger Pressesprecher der Hamburger Polizei zur Hauptbesetzung der ZDF-Krimireihe Katharina Tempel.Rainer Tittelbach: Katharina Tempel – Was wir begehren. TV-Kritik bei Tittelbach.tv. Abgerufen am 3. Mai 2026Rainer Tittelbach: Katharina Tempel – Was wir fürchten. TV-Kritik bei Tittelbach.tv. Abgerufen am 3. Mai 2026 In der vierteiligen Miniserie Ein Schritt zum Abgrund (2023) spielte Stetter an der Seite von Petra Schmidt-Schaller den „charmanten“ Projektentwickler Christian, der seine Ehefrau betrügt und sein Familienglück durch sein Doppelleben aufs Spiel setzt.Carolin Klinger: „Ein Schritt zum Abgrund“ in der ARD – Wenn Liebe in Hass umschlägt. TV-Kritik: In: Stuttgarter Zeitung vom 31. März 2023. Abgerufen am 3. Mai 2026 In der 5-teiligen Miniserie Sexuell verfügbar (2024) war er als „renommierter“ Rechtsanwalt zu sehen, der die Strafverteidigung seiner Jugendliebe übernimmt, die der Vergewaltigung beschuldigt wird.Rainer Tittelbach: Sexuell verfügbar. TV-Kritik bei Tittelbach.tv. Abgerufen am 3. Mai 2026Sexuell verfügbar bei Wunschliste.de. Abgerufen am 3. Mai 2026 In dem TV-Dreiteiler Ku’damm 77 (2025), dem 4. Teil der ZDF-Familiensaga über eine Berliner Tanzschule, spielte Stetter als „ausgesprochen charmanter“, alleinstehender Zahnarzt Dr. Hannes Mikusch und potentieller Heiratskandidat für Tochter Helga (Maria Ehrich) eine der Hauptrollen.Thomas Gehringer: Ku’damm 77. TV-Kritik bei Tittelbach.tv. Abgerufen am 3. Mai 2026"Ku'damm 77"-Familiengeflüster: Wer spielt welche Rolle?. Abgerufen am 3. Mai 2026

Neben seinen TV-Arbeiten war Stetter im Kino als Geschäftsmann und Barbesitzer, der einen jungen Musiker sexuell missbraucht, in Piotr J. Lewandowskis Arthouse-Drama Unspoken (2024) und an der Seite von Sabrina Amali als Partner der Titelfigur, einer ägyptischen Archäologin, in dem Beziehungs- und Migrationsdrama Maysoon, das 2025 in den Kinos anlief, zu sehen.Unspoken. Abgerufen am 3. Mai 2026Maysoon. Filmkritik. Abgerufen am 3. Mai 2026

Theater Stetters Theaterlaufbahn begann 2002 am Schauspielhaus Hannover und am Volkstheater München. In den Jahren 2002 und 2003 gastierte er als Mammon in Christian Stückls Neuinszenierung des Jedermann bei den Salzburger Festspielen.Jedermann. Besetzung 2002. Aufführungsdatenbank der Salzburger Festspiele. Abgerufen am 3. Mai 2026Jedermann. Besetzung 2003. Aufführungsdatenbank der Salzburger Festspiele. Abgerufen am 3. Mai 2026 2005 war er am Schauspielhaus Zürich als Cleante in Molières Der Geizige und in der Uraufführung von Igor Bauersimas Theaterstück Lucie de Beaune zu sehen. In der Spielzeit 2007/08 war Stetter Ensemblemitglied am Maxim Gorki Theater Berlin und arbeitete u. a. mit den Regisseuren Stefan Bachmann und Armin Petras.

Von April 2026 bis Juli 2026 spielte Stetter am TD Berlin in der Uraufführungsserie von John von Düffels Theaterstück Knechte der Kulturindustrie.KNECHTE DER KULTURINDUSTRIE. Produktionsdetails und Besetzung. Abgerufen am 3. Mai 2026Florian Stetter: "Knechte der Kulturindustrie". Interview (April 2026). Abgerufen am 3. Mai 2026

Gesellschaftliches Engagement Stetter ist seit vielen Jahren Botschafter und Unterstützer der Deutschen Kinderschutzstiftung Hänsel+Gretel und setzt sich aktiv für Präventionsprojekte ein, insbesondere als Botschafter für den Präventionsplan „Starke Kinder Kiste!“.Sendung „Der Blaue Faden“ ist das Thema „Kinderbewusstsein“. Interview mit Florian Stetter. Abgerufen am 3. Mai 2026Florian Stetter | Botschafter der „Starke Kinder Kiste!“. Interview mit Florian Stetter. Abgerufen am 3. Mai 2026Unter4Augen. Interview mit dem Schauspieler Florian Stetter. Abgerufen am 3. Mai 2026Unsere Menschen. Offizielle Internetpräsenz der Deutschen Kinderschutzstiftung Hänsel+Gretel. Abgerufen am 3. Mai 2026

Im Dezember 2019 las Stetter im Rahmen einer Veranstaltung der bundesunmittelbaren „Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas“ in der Französischen Botschaft in Berlin öffentlich aus den Lebenserinnerungen des französischen Holocaust-Überlebenden Raphaël Esrail.»DIE HOFFNUNG AUF EINEN KUSS – AUSCHWITZ, LILIANE UND ICH«. Veranstaltungsbericht. Abgerufen am 3. Mai 2026

Privates Florian Stetter lebt, nach vielen Jahren in München, seit 2006 in Berlin und ist Vater von zwei Kindern.Angie Pohlers: Schauspieler Florian Stetter: Mit allen Spreewassern gewaschen. In: Tagesspiegel vom 11. September 2019. Abgerufen am 22. Mai 2026. Einige Jahre war er mit der Schauspielerin Jördis Triebel liiert, mit der er sich ehrenamtlich in der Aktion „Ein Schal fürs Leben“ der Kinderschutzorganisation Save the Children engagierte.Jördis Triebel und Floran Stetter: Ein Schal fürs Leben 2018. Abgerufen am 22. Mai 2026. Das Paar, das 2018 seine Beziehung öffentlich gemacht hatte, trennte sich 2021.Florian Stetter bestätigt Trennung von Jördis Triebel, t-online.de vom 21. Juli 2024. Abgerufen am 22. Mai 2026.

Theater (Auswahl) 2002: Hugo von Hofmannsthal: Jedermann, Rolle: Mammon, Regie: Christian Stückl, Salzburger Festspiele 2002: Igor Bauersima: Future de Luxe, Rolle: Felix, Regie: Igor Bauersima, Staatsschauspiel Hannover 2002: Friedrich Schiller: Die Räuber, Rolle: Franz Moor, Regie: Christian Stückl, Volkstheater München 2003: Edward Albee: Die Ziege [oder Wer ist Sylvia?], Rolle: Billy, Regie: Christian Stückl, Volkstheater München 2005: Igor Bauersima: Lucia de Beaune (UA), Rolle: Gaston le Bret, Regie: Igor Bauersima, Schauspielhaus Zürich 2005: Molière: Der Geizige, Rolle: Cleante, Regie: Werner Düggelin, Schauspielhaus Zürich 2007: Friedrich Schiller: Kabale und Liebe, Rolle: Ferdinand, Regie: Florian Fiedler, Maxim Gorki Theater 2007: Paul Claudel: Die Gottlosen, Rollen: Diverse, Regie: Stefan Bachmann, Maxim Gorki Theater 2026: John von Düffel: Knechte der Kulturindustrie (UA), Rolle: Intendant, Regie: Georg Scharegg, TD Berlin

Filmografie (Auswahl) Kinofilme

Fernsehfilme

Fernsehserien und -reihen

Auszeichnungen 2001: Max Ophüls Preis als „Bester Nachwuchsdarsteller“ für L’Amour 2003: Grimme-Preis in der Kategorie „Fiktion & Unterhaltung“ für Die Freunde der Freunde (gemeinsam mit Dominik Graf, Hanno Lentz, Matthias Schweighöfer, Sabine Timoteo und Jessica Schwarz) 2009: Goldene Nymphe beim Festival de Télévision de Monte-Carlo in der Kategorie „Beste Mini-Serie“ für Die Wölfe 2014: Festival International du Film Historique de Waterloo als „Bester Hauptdarsteller“ für Die geliebten Schwestern 2016: 44th International Emmy Awards, Nominierung in der Kategorie „Best performance by an Actor“ für Naked among wolves

Literatur Manfred Hobsch, Ralf Krämer, Klaus Rathje: Filmszene D. Die 250 wichtigsten jungen deutschen Stars aus Kino und TV. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2004, ISBN 3-89602-511-2, S. 417 f.

Weblinks

Florian Stetter bei der Agentur Above The Line

Einzelnachweise

Kategorie:Filmschauspieler Kategorie:Theaterschauspieler Kategorie:Darstellender Künstler (Regensburg) Kategorie:Darstellender Künstler (Berlin) Kategorie:Grimme-Preisträger Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1977 Kategorie:Mann