Die Dominica-Gelbschulterfledermaus (Sturnira angeli) ist ein auf verschiedenen Inseln der Kleinen Antillen verbreitetes Fledertier in der Gattung der Gelbschulterfledermäuse. Die Populationen zählten längere Zeit als Unterart der Kleinsten Gelbschulterfledermaus (Sturnira lilium). Das Typusexemplar stammt von der Insel Dominica. Die Erstbeschreibung erfolgte 1966 durch Luis de la Torre, der mit der Wahl des Artzusatzes angeli seinen Vater, Angel de la Torre, ehrte.

Merkmale Wie die oben genannte Art und die Nördliche Gelbschulterfledermaus (Sturnira parvidens) ist das schwanzlose Tier ein kleiner Gattungsvertreter. Es erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 63 bis 75 mm und hat 42,5 bis 47,5 mm lange Unterarme. Gewichtsangaben fehlen, die Hinterfüße sind 12 bis 15 mm lang und die Ohren erreichen 14 bis 16 mm Länge. Die Haare der Oberseite besitzen mehrere Farbabschnitte, wobei der schmale an der Wurzel weißlich, der nächste dunkel graubraun, der folgende dunkel gelbbraun und der letzte rotbraun sind. Unterseits sind die beiden letzten Abschnitte zu einem bleichen graubraunem Bereich vereint. Die Schulterbereiche haben bei dieser Art eher eine hellbraune bis rotbraune Tönung. Typisch für den Kopf sind eine breite Schnauze und eine gerundete Stirn. Oberseits befinden sich wenige Haare auf den Unterarmen. Dagegen trägt die Schwanzflughaut ein dichtes Fell aus kurzen Haaren. Die Höcker auf den Kronen der oberen Molaren sind flach und der letzte Molar kann fehlen.

Verbreitung und Lebensweise Neben Dominica werden die Inseln Martinique, Guadeloupe und Montserrat bewohnt. Die Fledermaus lebt im Flachland und in Gebirgen bis 1000 Meter Höhe. Das Tier hält sich überwiegend in dichten ursprünglichen Wäldern auf und besucht selten veränderte Wälder oder Galeriewälder. Bei Untersuchungen mit Japannetzen wurden Exemplare im dichten Unterwuchs und über Wasserläufen gefangen. Die Netze waren meist dicht über dem Grund platziert.

Laut den wenigen Studien ist die Dominica-Gelbschulterfledermaus die ganze Nacht aktiv. Als Nahrung sind Früchte der Gattung Pfeffer bekannt, die mit Früchten von Nachtschattengewächsen und Schwarzmundgewächsen komplettiert werden. Vermutlich zählen auch Pollen und Nektar zur Nahrung. Wo die Tagesverstecke liegen und ob dort Gruppen gebildet werden ist nicht bekannt. Bei anderen Gelbschulterfledermäusen kommen oft zwei Würfe pro Jahr vor. Das konnte für diese Art bisher nicht sicher nachgewiesen werden. Es sind trächtige Weibchen aus den Monaten März/April sowie Juni/Juli bekannt. Weibchen mit aktiven Zitzen wurden im Juni sowie im August/September registriert.

Gefährdung Da keine Früchte aus Plantagen gefressen werden, ist die Dominica-Gelbschulterfledermaus auf ursprüngliche Wälder angewiesen. Diese gehen regional unterschiedlich durch Kultivierung verloren. Bei kurzzeitigen Ereignissen wie Hurrikans oder Vulkanausbrüchen können viele Tiere sterben. Alle Reviere verteilen sich über eine etwa 15.500 km² große Fläche. Die IUCN listet die Art in der Vorwarnliste (near threatened).

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Einzelnachweise L. de la Torre: New bats of the genus Sturnira (Phyllostomidae) from the Amazonian lowlands of Perú and the Windward Islands, West Indies. In: Proceedings of the Biological Society of Washington, Band 79, 1966, S. 267–272, (Digitalisat).

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