Franz Zehenter († 1750) war ein Glockengießer in Wien.

Leben Franz Zehenter legte am 14. September 1695 den Bürgereid ab und kaufte am 1. April 1701 das Gießhaus des Mathias Glaser am Spittelberg Burggasse 8. Neben diesem Haus besaß er am Spittelberg noch zwei weitere Häuser.

Von 1718 bis 1720 war er in Ofen (Budapest, Ungarn) tätig und kehrte wieder nach Wien zurück. Später hat er Wien für immer verlassen und zog nach Neusohl (Banska Bystrica, Slowakei), wo er 1750 verstarb.

Werk Zehenter goss Glocken in der Barockform mit teils stark ausgebildetem Schlagring und stärker gewölbten Hauben, was daher etwas klobig wirkt. Die Glocken sind reichhaltig verziert und ziemlich unsorgfältig gegossen. Die Glocken waren zumeist vom Septim- und Sextyp und haben eine eher mäßige Klangqualität. Die kleine Glocke von Mödling aus 1723 als reine Oktavglocke hat eine fast sehr gute Klangqualität. Als Teil eines dreistimmigen Geläutes (Dm 145, 123, 106 cm), welches das Meisterwerk von Zehenter darstellt, wo ein gezieltes Abstimmen mittels des Proportionalitätsgesetzes angenommen werden kann, was aber hier nicht ganz gelungen ist.

Glocken 1695 Bad Fischau 1698 Stadtpfarrkirche Mödling (2) 1709 Baumgarten Wien 1710 und 1715 Sammlung Pfundner Wien 1716 Stixneusiedl 1717 Gaweinstal 1721 Langenzersdorf 1722 Leopoldau Wien 1723 Stadtpfarrkirche Mödling

Literatur Wien. Die sogenannte „Wiener Werkstätte“. Franz Zehenter (Zehentner, Zehetner 1695–1723). In: Jörg Wernisch: Glockenkunde von Österreich. Journal Verlag, Lienz in Osttirol 2006, ISBN 3-902128-10-0, S. 230.

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