Leo Rudolf Schottländer (geboren am 6. August 1880 in Benkwitz bei Breslau, Provinz Schlesien, Königreich Preußen; gestorben am 17. November 1959 in Basel, Schweiz) war ein deutscher Kapellmeister und Operettenkomponist.
Leben und Wirken Leo Schottländer stammte aus einer weitverzweigten jüdischen Familie, die zu den reichsten in Schlesien gehörte. Sein Vater Salo Schottländer war Verleger in Breslau, seine Mutter war Rosa geborene Braunstein.
Leo Schottländer studierte am Konservatorium in Leipzig.The Origins of the Families Schottländer Lars Menk (PDF; 0,5 MB), S. 44, mit einigen biographischen Angaben
1901/1902 begann er als Musik- und Chordirektor am Stadttheater Posen im Alter von 21 Jahren, in der folgenden Saison war er in Essen.Karin Ploog, Als die Noten laufen lernten, 3.1, 2022, S. 79f., mit detaillierten Stationen, nach jährlichen Angaben des Neuen Theater-Almanachs und von Adressbüchern 1903/1904 absolvierte er seinen Militärdienst als Einjährig-Freiwilliger.
1904/1905 war er am Stadttheater Detmold, danach jeweils eine Spielzeit als Kapellmeister in Koblenz (1905/1906), Olmütz (1906/1907), Berlin (Lortzing-Theater, 1907/1908), Sondershausen (1909/1910), Cottbus (1910/1911), Barmen (1911/1912), Hamburg (1912/1913), Saarbrücken (1913/1914), Rostock (1914/1915) und Lankwitz bei Berlin (1915/1916).Paul S. Ulrich, Deutschsprachige Theater-Almanache und -Journale. Band 2. Personen P–Z, 2022, S. 134 erwähnte nur Stadttheater Hamburg 1912/1913 1916 wurde er erster Kapellmeister in Basel als Vertretung für Gottfried Becker, der zum Wehrdienst einberufen worden war und 1919 an seine Stelle zurückkehrte.Leo Rudolf Schottländer Bibi
Ab 1921 war Leo Schottländer erster Operndirigent am Stadttheater Görlitz und ab 1928 Theaterdirektor am Stadttheater Bautzen.Wilsdruffer Tageblatt vom 19. August 1928, S. 2; als Nachfolger des verstorbenen Direktors Hans Irmler 1933/1934 war er am Stadttheater in Brüx (Most) in Böhmen, da er als Jude im Deutschen Reich nicht weiter tätig sein konnte. 1934 erhielt er in Basel das Bürgerrecht. In den folgenden Jahren war er dort als freischaffender Dirigent und Operettenbearbeiter tätig. 1947 und 1959 prozessierte er um Wiedergutmachung gegen das Deutsche Reich., mit einigen Aktenunterlagen
Leo Schottländer war mit Elisabeth Lissack (1903–1975) verheiratet. Ihr Sohn Sigurd (Erik) Schottländer (1928–2009) wurde Moderator beim Schweizer Radio DRS.
Werke (Auswahl) Kompositionen Leo Schottländer komponierte die Musik zu einigen Operetten und einem Singspiel.Ploog, 2022, S. 83–84 Die Millionenerbschaft, Uraufführung 1905 Kolberg, Text Theodor LövenbergDie Millionenerbschaft Musiconn, mit Links zu weiteren Kompositionen von Leo SchottländerNeuer Theater-Almanach, 1906, S. 95; erwähnte die Uraufführung am Stadttheater Kolberg Die Irrfahrten des Odysseus, Uraufführung 1907 Die teuerste Frau von Paris, Uraufführung 1910 Die von da drüben, Uraufführung 1911, Text Leopold Ely So’n bißchen Liebe, Uraufführung 1913, Komposition mit Eugen Mautner, Text Leopold Ely Der dumme August, Uraufführung 1915 Kaiserplatz 3, eine Treppe, Uraufführung 1916 Ein kritischer Tag, Uraufführung 1918 Das Mädel aus 1001 Nacht, Uraufführung 1919 Der Leutnant des Königs (Fridericus Rex). Singspiel aus dem deutschen Rokoko, 1926, Text Curt Lauermann und Philipp Malburg Die Nacht von Paris, Uraufführung 1927 Prag, Text Loewe
Übersetzungen Leo Schottländer übersetzte die Libretti von mehreren Opern Der Kuss von Bedřich Smetana, Uraufführung 1927 Aachen Sonnige Herzen (Anima allegra) von Franco Vittadini, Uraufführung 1928 Nebucadnezar (dann als Nabucco) von Giuseppe Verdi, Uraufführung 1928 Mannheim; 1929 als Nabucco
Literatur Karin Ploog: Als die Noten laufen lernten. Band 3.1. Komponisten R–Z. Norderstedt 2022. S. 78–83, mit detaillierten Angaben
Weblinks The Origins of the Families Schottländer Lars Menk (PDF; 0,5 MB), S. 44, mit vielen biographischen Informationen
Leo Rudolf Schottländer DJ Bibi
Einzelnachweise
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